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Außenseiter-Triumph am PMU-Tag in Köln

Palace Prince ist der König

Köln 22. Juli 2014

Top-Prüfungen hatte die Familie Weißmeier bislang ausschließlich mit Araber-Pferden gewonnen. Doch das änderte sich schlagartig am sommerlichen Kölner PMU-Dienstag. Denn mit einer beeindruckenden Vorstellung sicherte sich der Areion-Sohn Palace Prince (129:10, A. Helfenbein) die Cagliostro Zweijährigen Trophy (25.000 Euro-Listenrennen, 1.400 m) für den jüngsten Jahrgang.

Vorneweg machte der Außenseiter, der bei seinem Debüt in Frankfurt Dritter in einem Viererfeld war, früh einen Satz und geriet nie in irgendwelche Bedrängnis. Zweieinhalb Längen Vorteil hatte er im Ziel. „Als er zu Beginn der Zielgeraden ernst machte, war mir klar, dass die anderen ihn nicht mehr erreichen würden“, schilderte Regine Weißmeiers Ehemann Joachim. Und sein Sohn Marian Falk fügte an: „Gearbeitet hatte Palace Prince gut. Sein Trainingspartner wurde einen Tag vorher in Vichy vom Start verwiesen. Platzchancen hatten wir uns ausgerechnet. Unser Ziel ist der Preis des Winterfavoriten, vielleicht läuft er vorher noch einmal.“

27 Weißmeier-Pferde stehen aktuell in Frankfurt, die Araber sind im heimischen Sonsbeck untergebracht. Die Trainerin feierte beim Frühjahrs-Meeting in Baden-Baden ihren 50. Geburtstag.

Noch viel Boden machte Sign your Name gut und kam damit noch an dem Engländer Assault On Rome vorbei, der lange prominent war. „Er wäre auf einer Geraden Bahn aber besser aufgehoben gewesen“, hieß es aus dem Umfeld von Trainer Mark Johnston. Noch prächtig in Schwung kam Aspasius als Vierter. „Er lief ein Bombenrennen“, so sein Betreuer Karl Demme. Die favorisierten Banana Split und Nabhan kamen aus dem Vordertreffen nicht voran und blieben auf Platz fünf bzw. sechs blass. Laleh, im Besitz von Fußball-Stars um Mike Hanke, baute bald ab und blieb als Sechste nur vor Meqlaam und Lady Simpatico, die nie etwas bewegen konnten.

Seit einigen Jahren hatte die Mülheimer Trainerin Doris Smith kein Rennen mehr gewonnen. „Ich hatte auch nicht mehr viele Pferde, aber mit Laudation bekommen wir noch Spaß“, erklärte sie nach Ende der Durststrecke in einem 1.400 Meter-Handicap. Vorausgegangen war ein sicherer Erfolg des 110:10-Außenseiters Laudation (P. Gibson), der gegen den Favoriten Soreion sowie die in totem Rennen auf Rang drei einkommenden Kim Groom und Keyana zuletzt nicht mehr in Gefahr war. Die Siegerehrung nahm kein Geringerer als Turf-Legende Hein Bollow vor.

Die Form von Jockey Adrie de Vries ist weiter kaum zu überbieten. Das bewahrheitete sich auch in einem 1.850 Meter-Ausgleich IV, den er sich mit der Handicap-Debütantin Pretty Highness (60:10), die auf freier Bahn riesig anpackte, locker gegen die stark endende Holly Golightly und Antonow sicherte. „Nach der Hamburger Form war das zu erwarten, und dort hatte sie noch einen schlechten Rennverlauf“, kommentierte Trainer Karl Demme. De Vries führte auch Stall Sesekes La Carolina (32:10-Favoritin) in einem 2.400 Meter-Handicap zu einem neuerlichen Sieg. Mit großem Endspurt schaffte sie noch die Wende gegen den schon in Sicherheit geglaubten Lucky Jo. „Eigentlich war Sokol in der Arbeit deutlich besser gegangen, aber er mochte den weichen Boden nicht“, signalisierte Trainer Dr. Andreas Bolte.

Einen Husarenritt legte der Belgier Stephen Hellyn in der Prüfung für dreijährige Stuten über 1.850 Meter auf der von Jens Hirschberger trainierten Auenquellerin Bella Valentina (76:10) hin. Denn unterwegs ließ er die Doyen-Tochter richtig treten, hatte teilweise über 50 Meter Vorsprung. Und auch bis zum Schluss war der Erfolg nie in Gefahr, denn die Debütantin Malia packte erst spät an (und bleibt zu beachten), während die Favoritin Thea aus bester Lage nicht weiterzog. Die Co-Favoritin Gisele wurde vom Start verwiesen. Fast 10.000 Euro musste der Renn-Verein an Wetten zurückzahlen. „Ich konnte mir alles prima einteilen“, jubelte dagegen Siegreiter Stephen Hellyn. Und Trainer Jens Hirschberger sagte: „Das war das, was wir schon lange von ihr erwartet hatten. Sie machte immer den Eindruck einer Steherin, doch jetzt haben wir es auf einer kürzeren Distanz versucht.“

Die Start-Ziel-Taktik stach auch in der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.200 m), denn Fernando Guanti ließ die im Besitz von Darius Racing stehende Gitana (stammt wie Palace Princess von Areion) vorne richtig marschieren. Da war die Entscheidung zugunsten der mit 69:10 noch erstaunlich hoch stehenden Lady bald gefallen. „Sie hatte Riesenform zur Hand. Und mit der Erlaubnis stand sie günstig im Rennen“, berichtete Trainer Jens Hirschberger nach seinem zweiten Tagessieg. Middleton Flyer machte noch Boden gut, wurde Zweiter vor Pepper Dynamite und Nandolo. Die Viererwette bezahlte 28.572:10 Euro.

„Zum Glück steht die Stallform auch wieder in Deutschland“, freute sich der Düsseldorfer Trainer Sascha Smrczek nach dem 2.200 Meter-Ausgleich III. Denn mit dem 120:10-Außenseiter Fresh Skyline (K. Braye), der sich aus dem Vordertreffen stark nach Hause kämpfte, und dem noch gut aufkommenden Anaximenes stellte er die beiden Erstplatzierten (Zweierwett-Quote: 820:10). „Fresh Skyline hatte in Hamburg arg enttäuscht, aber da war der Boden vielleicht schon zu extrem. Anaximenes kommt der weitere Weg entgegen“, ließ der Coach durchblicken. Noch stark packte Balu als Dritter an.

Im abschließenden 1.600 Meter-Altersgewichtsrennen gab es gegen den nach Klasse herausstehenden Elgin (27:10, A. Pietsch) aus dem Dortmunder Stall von Ralph Schaaf keine Opposition. Nach frühem Vorstoß machte sich der Wallach trotz einer Pause seit März überzeugend von Fiorella und Agua hero frei.

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