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Faszinierender Großer Preis von Berlin in Hoppegarten

„Schnäppchen“ Sirius erobert die Hauptstadt

Berlin-Hoppegarten 10. August 2014

10.200 Zuschauer erlebten am Sonntag den größten Renntag der Galopper-Saison in Berlin-Hoppegarten. Und bei strahlendem Sonnenschein gab es im 124. Großen Preis von Berlin (einem von sieben Rennen der Champions League des hiesigen Turfs, Gruppe I, 175.000 Euro, 2.400 m) einen großartigen Triumph des dreijährigen Hengstes Sirius mit dem Belgier Stephen Hellyn im Sattel.

Mit gewaltigem Endspurt schob sich der 36:10-Mitfavorit noch ganz zuletzt mit einer halben Länge an der glänzend laufenden Stute Berlin Berlin (aus dem in der Uckermark beheimateten Erfolgsgestüt Görlsdorf) vorbei, die den Sieg kurz vor Augen hatte. Lucky Speed, der Derbysieger von 2013, wurde Dritter.

Unter dem Besuchern an einem phantastischen Nachmittag weilte auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der die Schirmherrschaft über dasRennen übernommen hatte. „Der Neustart der Rennbahn Hoppegarten ist einmalig. Herr Schöningh hat ein Riesen-Kompliment verdient“, war Wowereit angetan von der Atmosphäre auf der Parkbahn und zeigte sich mehr als begeistert vom Engagement des Hoppegarten-Eigentümers Gerhard Schöningh.

Doch zurück zum Rennen: Bis vor wenigen Monaten kannte noch kaum jemand diesen vom Gestüt Etzean im Odenwald gezogenen Dashing Blade-Sohn Sirius. Doch innerhalb kürzester Zeit katapultierte sich Sirius in die Spitzengruppe der hiesigen Rennpferde. Für 15.000 Euro wollte ihn vor zwei Jahren niemand bei der Baden-Badener Jährlingsauktion niemand haben. „Aber ich habe Besitzer Wim van de Poele damals gesagt, ich habe das richtige Pferd für ihn. Da hat er ihn nach der Versteigerung gekauft. Auf das Derby haben wir verzichtet, da er damals noch zu unerfahren war. Aber wir haben ihn nun für diese Prüfung nachgenannt“, erzählte Trainer-Altmeister Andreas Löwe (71) aus Köln, der das beste Jahr seiner Laufbahn hinlegt, nachdem er vor einiger Zeit schon über ein Karriereende nachgedacht hatte.

Ein goldener Schachzug war die Nachnennung von Sirius für 17.500 Euro für dieses Rennen, denn eigentlich war er erst für eine Prüfung in York vorgesehen. Beim dritten Sieg und fünften Start verdiente er nun 100.000 Euro und steigerte seine Gewinnsumme auf 127.250 Euro. „Er hatte nach dem guten dritten Platz im Hansa-Preis die volle Berechtigung, hier zu laufen. Das passte besser als England. Und der Rennverlauf hat gepasst. Wir steuern nun wohl den Großen Preis von Baden an“, so Löwe. Für Jockey Stephen Hellyn war es der zweite Treffer auf der allerhöchsten Ebene. Premiere hatte der Sirius`Coup dagegen für den belgischen Stall Molenhof als Besitzer. „Ich kann vor lauter Freude noch gar nichts sagen“, war Eigner Wim van de Poele voller Emotionen.
Berlin Berlin verkaufte sich als Zweite sehr stark. „Sie hat gezeigt, was sie kann. Nun könnte es für sie in den Großen Preis von Baden gehen“, versicherte Trainer Markus Klug, dessen zweite Starterin für das Gestüt Görlsdorf als Fünfte ebenfalls nicht übel lief. „Sie braucht noch weitere Distanzen“, meinte ihr Betreuer.
Lucky Speed kam aus bester Lage nicht weiter, lief ähnlich wie zuletzt, hatte aber bald keine Siegchance mehr. „Der Rennverlauf war okay, er hat nicht so viel Speed gezeigt, aber das Laufen geht in Ordnung“, kommentierte sein Trainer Peter Schiergen.

Der lange hinter dem früh abbauenden Piloten Iniciar an zweiter Stelle gehende Earl of Tinsdal gab als Vierter ein achtbares Comeback. „Da es sein erster Jahresstart war, konnten wir ihn nicht so offensiv reiten lassen wie sonst, aber er war nicht weit geschlagen“, erklärte sein Coach Andreas Wöhler. Der Schwede Hurricane Red (Sechster) und der Lokalmatador Open your Heart (letzter) hatten keine Chance in einem packenden Rennen und würdigen Saisonhöhepunkt auf dem Hauptstadt-Hippodrom.

„Er ist zwar schon neun Jahre alt, aber kämpft wie ein junges Pferd. Er mag die gerade Bahn, hatte ein Führpferd und alles passte genau“, war der schwedische Trainer Lennart Reuterskiöld nach dem neuerlichen Triumph von Alcohuaz (35:10) auf dieser Bahn, nun im Hoppegartener Fliegerpreis (Listenrennen, 27.000 Euro, 1.200 m). „Als ich ihn gefordert habe, hat er groß angezogen“, berichtete Jockey Elione Chaves, ein gebürtiger Brasilianer über den früher in Chile gelaufenen Schweden Alcohuaz, ein wahrlich internationaler Kandidat, der nun die Goldene Peitsche in Baden-Baden ansteuern wird.

Ganz zuletzt raufte sich der Favorit noch an den sich tapfer verkaufenden Tschechen Mikesh vorbei. „Er hat mächtig gefightet“, so sein Reiter Eduardo Pedroza. Auch die lange führende Alpha war als Dritte dichtauf. „Sie hat gezeigt, dass sie auch auf 1.200 Metern zurechtkommt. Ich werde nun allerdings nicht mehr heute reiten, da ich mir das Steißbein geprellt habe, aber die Stute hat wieder 150 Prozent gegeben“, versicherte ihr Jockey Pascal Jonathan Werning. Bis zu Birthday Prince klaffte schon eine größere Lücke.

Mit etwas undurchsichtigen Formen aus Frankreich kam der sechsjährige Wallach Stark Danon (85.10, N. Richter) nach Hoppegarten, doch im 22.500 Euro-Ausgleich I über 1.400 Meter der Geraden Bahn dominierte der Schützling von Waldemar Hickst nach Belieben. Im gewöhnlichsten Handgalopp entfernte sich der Außenseiter mit viel Speed von König Arte (Besitzer Wolfgang Fröhlich: „Er lief stark, obwohl es nicht seine Distanz war.“) und Siempre Manduro. „So leicht hat er noch nie gewonnen, aber es hat alles gepasst. Ich sollte so lange wie möglich mit ihm warten“, gab Jockey Norman Richter zu Protokoll. Besitzer Guido Schmitt (aus Düsseldorf) weilte bei der Hochzeit von Jockey Andreas Suborics in Holfilzen in den Alpen.

Auch ein Fünf-Pferde-Rennen kann spannend sein, das bewahrheitete sich im einleitenden 1.200 Meter-Sprint-Ausgleich II auf der Geraden Bahn (Amelie Beat und Shinko Danon waren spät noch abgemeldet worden). Denn nach einer packenden Partie raufte sich Best Dreaming (A. Best, 22:10) knapp gegen den lange führenden und immer wieder anziehenden Ach was knapp zum Sieg. „Ich hatte erst gedacht, dass wir leicht gewinnen, aber zum Schluss hat das hohe Gewicht doch sehr gedrückt“, erklärte Siegjockey Andre Best, der sich und seiner Ehefrau Alina ein schönes Geschenk zum zweiten Hochzeitstag machte. Kepler schien kurz alle zu überlaufen, lief wieder besser, während Nareion nie prominent war.

In ganz großer Manier trumpfte der Sinndar-Wallach Glorious Sinndar (25:10, E. Pedroza) in einer 2.000 Meter-Prüfung für Dreijährige auf. Jaber Abdullahs Hoffnung aus dem Stall von Andreas Wöhler verabschiedete sich zeitig von Hot Like Mexico und Time to Hope, womit die Favoriten unter sich waren. „Mit Scheuklappen hat er sich besser präsentiert, nachdem er in der Arbeit noch etwas unkonzentriert war. Ich denke, er mag längere Distanzen und dürfte erst einmal im Handicap weitermachen“, sagte Eduardo Pedroza.

Noch längst nicht am Ende seiner Möglichkeiten angelangt scheint der von Andreas Löwe trainierte Gestüt Winterhauchs Moscatello (M. Demuro, 23:10), der im 2.200 Meter-Ausgleich II mit viel Schwung noch an der schon in Sicherheit geglaubten Bint Nayef vorbeikam. Bella Duchessa folgte als Dritte schon deutlicher zurück. „Ich hatte nicht gedacht, dass er von letzter Stelle so anpacken würde, aber er hatte große Reserven“, berichtete Trainer Andreas Löwe über den Sieger, der den Namen des Besitzers Gerd Mosca im Namen trägt.

Lohnende Odds gab es auf den Heimsieg des von Frank Trobisch für Rennstall Germanius trainierten Gregorious (123:10, St. Hellyn) in einem 2.000 Meter-Ausgleich IV. Mit immer wieder neuen Reserven wehrte der Hengst den heranstürmenden Biederich knapp ab, während der Veteran Dangus vor Betsy Princess die Viererwette komplettierten, die 37.716:10 Euro bezahlte. „Gregorious ist noch etwas unerfahren. Zuletzt in Dresden hatte sich sein Reiter etwas zu weit herausgehalten“, kommentierte Trainer-Assistent Jan Korpas.

Im abschließenden Ausgleich III über die Meile schaffte Stephen Hellyn mit Sascha Smrczeks Saturday (67:10) seinen dritten Tagestreffer, der Myrtille und Reality auf die Plätze verwies.

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