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Lira disqualifiziert – Akiyano für 1.371:10

Turf-Schiedsrichter entscheiden beim Ostsee-Start

Bad Doberan 14. August 2014

Stimmungsvoller Auftakt beim Ostsee-Meeting am Donnerstag in Bad Doberan: Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen war die Rennbahn gleich sehr gut besucht. Und auch sehr ansprechender Sport wurde geboten. Doch ausgerechnet im Hauptereignis ging es besonders hoch her. Denn im Ausgleich II über 2.050 Meter hatte nach frühem Vorstoß die Mitfavoritin Lira (52:10, A. Helfenbein) Mitte der Zielgeraden den innen angreifenden Dream Gold (E. Pedroza) ganz an die Rails gedrückt. Eduardo Pedroza musste den Abdullah-Dreijährigen komplett aufnehmen, so dass er deutlich Schwung verlor und nur noch auf Rang drei kam.

Klarer Fall für die Rennleitung: Sie disqualifizierte Lira und setzte sie hinter den mehr als unglücklichen Dream Gold (Pedroza: „Es lief alles gegen uns) auf den dritten Platz. Zum unblutigen Sieger avancierte dadurch der 28:10-Favorit Fair Trade (W. Panov), der noch im Schlussbogen Letzter war und eigentlich zu spät eingesetzt wurde. Aber so hatte der dreijährige Tertullian-Sohn, im Besitz von Peter Gollmann, das Glück auf seiner Seite. „Er war unterwegs viel zu weit hinten. Das ist ein sehr gutes Pferd, aber er hätte früher eingesetzt werden müssen“, hatte sein Trainer Hans-Jürgen Gröschel vor der Entscheidung der Stewards noch gehadert. Delegation war als Vierte ebenfalls nur unwesentlich zurück.

Eine absolute Sensation gab es im abschließenden 1.300 Meter-Handicap. Denn der sechsjährige Hengst Akiyano (F. F. Da Silva), der sich wacker und locker gegen Noreia und Powerplay verteidigte, bezahlte die rekordverdächtige Quote von 1.371:10 Euro! Besitzer Volker Franz Erwin Schleusner aus Dänschenburg (eine halbe Stunde von Bad Doberan entfernt) hatte immerhin 100 Euro auf Platz gewettet. „Das war eine ganz große Überraschung für mich, denn eigentlich wollten wir schon aufhören mit ihm. Wir bauen einen großen Stall auf, haben aktuell 64 Pferde“, erklärte der Besitzer, dessen Frau Anna als Trainerin zeichnet. Akiyano hatte bei 16 Starts gerade einmal 500 Euro verdient. Die Dreierwette kletterte auf 69.506:10.

Einen besseren Einstand für seinen neuen Mitbesitzer Sven Ociepa aus Salzgitter gab der Dreijährige Königsadler (42:10, E. Pedroza) im einleitenden 2.050 Meter-Rennen. „Wir wollten ein neues Pferd haben, denn Wanderlust haben wir abgegeben“, sagte der Eigner. Vorausgegangen war ein lockerer Start-Ziel-Treffer des Mitfavoriten aus dem Stall von Mario Hofer. „Es war seine Idealdistanz“, sagte seine Tochter Steffi Hofer. Techno Queen stand früh als zweite fest, während die Außenseiterin Kashya die Dreierwette komplettierte. Der Favorit Nirano packte nur unwesentlich an, tat sich bald schwer. „Er war nicht richtig motiviert“, so Jockey Alexander Pietsch.

Eine erstaunlich hohe Siegquote gab es im 1.70 Meter-Ausgleich III auf Christine Hottewitzschs Bel et bien mit 92:10, denn die Lady hatte zuletzt schon in einem Superhandicap in Bad Harzburg für eine gewaltige Überraschung gesorgt. Start-Ziel machte Daniele Porcu auf der Fünfjährigen nun den Doppelschlag perfekt. „Sie wurde mit jeder Unterstützung schneller. Wir passen sehr gut zusammen“, versicherte der Jockey. Wenige Meter weiter hätte die immer besser anpackende Francine noch die Wende geschafft, während Rotkaeppchen Rubin sich auf Rang drei vorarbeitete.

Am vergangenen Freitag heiratete Kerstin Hartmann (früher Biskupski). Und ihr sechsjähriger Wallach Samuro (73:10) bescherte ihr ein nachträgliches Hochzeitsgeschenkt, denn in einem 1.900 Meter-Handicap trumpfte er mit viel Speed gegen Mystical Wind und Aschek auf. „Er ist ein richtiges Meetingspferd, das am Sonntag noch einmal antreten wird“, berichtete die Besitzertrainerin aus Warendorf.

„Der alte Mann und das Meer“, so kommentierte der Großenknetener Trainer Toni Potters den Treffer von For Pro (44:10, J. Bojko) im 1.300 Meter-Ausgleich III. Denn einmal mehr präsentierte sich der Veteran hier an der Ostsee blendend aufgelegt. Von dritter Stelle schlüpfte der Mitfavorit innen durch und stand bald als Sieger fest. Balinus wurde außen noch enorm stark und eroberte den Ehrenplatz vor dem ebenfalls noch besser aufkommenden Favoriten Jupiter.

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