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Dramatisches Finale im Doberan-Highlight

Empire Hurricane stürmt über die Ostsee

Bad Doberan 16. August 2014

Was für ein spannendes Finale im Höhepunkt des diesjährigen Meetings in Bad Doberan! In einem elektrisierenden Endkampf klang der Große Lübzer Pils Ostseepreis (Ausgleich I, 22.500 Euro, 2.050 m) am Samstag auf Deutschlands ältester Galopprennbahn aus. Lange hatte Theo Danon (F. Minarik) einen Start-Ziel-Sieg vor Augen, doch ganz zuletzt raufte sich das Leichtgewicht Empire Hurricane (53:10) mit dem in Top-Form agierenden Jozef Bojko doch noch knapp an ihm vorbei.

Im vergangenen Jahr hatte Empire Hurricane, im Besitz der Hamburgerin Manuela Sohl, das Team um Trainer Andreas Wöhler fast schon zur Verzweiflung gebracht, als er immer wieder mit Platzierungen vorlieb nehmen musste. Aber jetzt kommt der Hurricane Run-Sohn so richtig in Schwung. „Seine Leistung in Hoppegarten war aller Ehren wert. Im Frühjahr hatte er einen Infekt. Mit dem niedrigen Gewicht und nach einem starken Ritt von Jozef klappte es nun. Wahrscheinlich startet er nun in Baden-Baden“, ließ Co-Trainerin Christa Germann durchblicken.
Theo Danon unterlag nur ganz knapp (mit einem kurzen Kopf). „Leider wurde er zum Schluss noch abgefangen, aber bei ihm ist alles eine Kopfsache“, so Steffi Hofer in Vertretung ihres Vaters Mario. Das Höchstgewicht Betty Lou mischte ebenfalls immer mit. „Die Stute hat sich mit dem Gewicht teuer verkauft“, bilanzierte ihr Betreuer Markus Klug. Money Time machte von sehr weit hinten noch viel Boden gut und verdrängte den lange mitmischenden Pas de deux. „Für ihn war der Boden nicht weich genug“, argumentierte Jockey Daniele Porcu. Foreign Hill kam nur unwesentlich weiter, der Rest war ohne Chance.

Schon das Debüt der Strategic Prince-Tochter Woomera (41:10, W. Panov) in Hannover war ausgezeichnet gewesen. Da war der lockere Erfolg der im Besitz der Familie Finke stehenden Zweijährigen in der Goldenen Peitsche von Bad Doberan (12.000 Euro, 1.200 m) keine Überraschung. Mit starken Reserven zwang die Mitfavoritin die bestens debütierende Neve und die sehr unglücklich agierende Favoritin Peace Society, die zunächst keine Passage hatte, in die Knie. „Sie war nach Order geritten und war relativ leicht voraus. Ein nützliches Pferd, das wir günstig bei den December Sales in Newmarket gekauft haben. Vielleicht steuern wir nun das Kronimus-Rennen in Baden-Baden an“, sagte Siegtrainer Hans-Jürgen Gröschel.

Gleich zwei Sieger gab es im Auftakt-Ausgleich III über 1.750 Meter, als die Röttgenerin Anna Bora (A. Helfenbein/M. Klug) und Peace of Glory (T. Scardino/R. Dzubasz) auch durch das Zielfoto nicht zu treffen waren. Beide Pferde waren bestens empfohlen. „Anna Bora ist in diesem Jahr super in Form und bei jedem Start im Geld“, kommentierte Anna Boras Betreuer Markus Klug nach seinem 50. Saisonsieg in Deutschland. Die lange führende Simplon musste erst am Schluss passen. Nur abgeschlagen Letzte wurde Wamika, die immer hinten war. Trainer Hans-Jürgen Gröschel war alles andere als begeistert von dem Ritt Wladimir Panovs.

Und die Form von Trainer Markus Klug ist weiterhin atemberaubend. Mit der dreijährigen Stute Turmalina (23:10, A. Helfenbein) landete der Spitzenreiter der aktuellen Statistik in einer 1.900 Meter-Dreijährigen-Prüfung einen weiteren Coup. Start-Ziel machte sich die Doyen-Tochter, im Besitz des Ölkaufmanns Hermann Schröer-Dreesmann, völlig souverän von African Art und Princess Youmzain frei. „Sie passte sehr gut in dieses Rennen hinein, musste kein Aufgewicht tragen. Der Sattel war beim letzten Start gerutscht, die Form war zu streichen. Sie hat nun eine Nennung in einem Listenrennen über 1.800 Meter in Baden-Baden“, erklärte Klug.

Ein mehr als nützliches Pferd nennt der Galopp Club Bremen sein Eigen, denn der Vierjährige Aitutaki (46:10, J. Bojko) drehte im 2.600 Meter-Ausgleich III im allerletzten Galoppsprung mit einer Nase noch die Partie gegen den immer führenden Echo Mountain. Der Favorit Dao Vasco hatte als Dritter keine Siegmöglichkeit. „Ich dachte schon, wie seien Zweiter“, war Aitutakis Trainer Pavel Vovcenko überrascht.

Beim neunten Start der erste Sieg – Stall Australias Mary Is Back (119:10) aus dem Düsseldorfer Quartier von Sascha Smrczek sorgte mit ihrem Speederfolg in einer 1.750 Meter-Rennen für Dreijährige für eine Überraschung. Faiza wurde noch sehr flott und verdrängte Sha Gino vom Ehrenplatz.

Fast ein Jahr zurück lag der letzte Treffer von Silke Brüggemanns Halliday. Mit der Warendorferin im Sattel hielt der achtjährige Wallach zur Quote von 66:10 die heranfliegende Pasca Bella sowie La Grassetta und Maddox in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 2.050 m) auf Distanz. „Er hat den Urlaub sehr genossen. Guten Boden braucht er unbedingt“, berichtete Brüggemann. Die Viererwette brachte 12.477:10 Euro. Es gab elf Treffer, viermal davon mit dem Quick Pick. Der Wettumsatz war mit 175.200 Euro mehr als beachtlich, übertraf um 20 Prozent das Vorjahresergebnis.

Die ehemalige Derby-Hoffnung See The Rock ist wieder da: Nach diversen Quartierwechseln meldete sich der vierjährige Wallach (28:10, A. Helfenbein) in einem 1.900 Meter-Rennen mit einem Treffer zurück. Beim ersten Versuch für Erfolgstrainer Markus Klug (dritter Tagessieg) trumpfte Stall Leons Crack als 28:10-Co-Favorit Start-Ziel auf, ließ dem Gruppesieger Gereon nicht den Hauch einer Chance. „Er ist nach Hamburg zu mir gekommen. Ich glaube, dass er ein Riesensteher ist. Vielleicht probieren wir es nun in einem Listenrennen über 2.800 Meter in Baden-Baden“, erzählte Klug. Gereon hätte laut Trainer Christian Zschache „vielleicht mehr selbst gehen sollen“.

In großem Stil trumpfte die Wittekindshoferin North Mum (24:10, E. Pedroza) im 2.050 Meter-Ausgleich III auf, denn vorneweg ließ die zweite Tagessiegerin von Andreas Wöhler nichts anbrennen und blieb klar vor Anarchie und Elkantino. „Mit ihr wollen wir Black Type schaffen. Sie hatte im Frühjahr wie etliche unserer Pferde mit einem Infekt zu kämpfen“, berichtete Assistenztrainerin Christa Germann.

Nach sieben Platzierungen in diesem Jahr schaffte Nightdance Prince (78:10) im abschließenden 1.750 Meter-Ausgleich IV endlich den ersten Saisontreffer. Einmal mehr stach die Start-Ziel-Taktik gegen Shahnaz und Royal Rubin. Besitzer und Trainer Rudolf Storp musste kurzfristig umdisponieren und engagierte den Italiener Tommaso Scardino für Luisa Steudle, die sich eine Handverletzung zugezogen hatte. „Jetzt darf er auch unsere Glamour Girl in Baden-Baden reiten. Nightdance Prince läuft ja immer gute Rennen“, schilderte Storp.

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