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Überraschungssieg der Zerrath-Stute beim Baden-Auftakt

Die große Stunde von Nausica Time

Baden-Baden 30. August 2014

„Ich habe in acht Jahren nun mein zweites Grupperennen gewonnen, nach Shane im Preis der Winterkönigin, daher bin ich einfach nur demütig. Als kleiner Besitzer kann man stolz sein“, beschrieb Besitzer Ulrich Zerrath aus Recklinghausen seine Gefühle nach dem Überraschungssieg der vierjährigen Dubawi-Tochter Nausica Time (103:10) im Preis der Sparkassen Finanzgruppe (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m), dem Highlight am sonnigen Eröffnungstag der Großen Woche vor 9.200 Zuschauern am Samstag in Baden-Baden.

Nach längerer Führung von S Arancha war der Favorit Nuntius auf der Geraden bald vorne, während innen vom letzten Platz der Ex-Globetrotter Zazou heranstürmte. Doch gegen die außen früh souverän davonziehende Nausica Time hatten auch sie nicht den Hauch einer Chance. Ausgesprochen bequem kam die von Sascha Smrczek in Düsseldorf vorbereitete Pferdedame hin, die zuletzt Sechste im Dallmayr-Preis auf höchster Ebene gewesen war. Ihr vierter Karrieretreffer war mit 32.000 Euro Siegprämie verbunden.

„Schon ihre Hamburger Form war gut. Und gegenüber München stand sie hier günstig in der Partie. Ich hatte mir daher schon ernsthafte Chancen ausgerechnet“, versicherte Sascha Smrczek. „Die Stute muss nicht von vorne gehen. Nun haben wir mehrere Optionen. Entweder steuern wir den Preis der Deutschen Einheit in Berlin-Hoppegarten oder den Prix de l‘ Opera am Arc-Tag in Paris an. Danach könnte sie noch in ein Stutenrennen nach Hannover gehen.“ Nach diesen beiden Starts möchte Besitzer Ulrich Zerrath Nausica Time in die Zucht schicken oder verkaufen. Jockey Andreas Helfenbein ritt ein sehr umsichtiges Rennen, meldete sich wieder auf der großen Bühne zurück.
Nuntius lief als Zweiter wieder ein Top-Rennen. „Er steigert sich von Rennen zu Rennen. Eine weitere Strecke ist noch besser“, so sein Trainer Andreas Wöhler. Zazou (Dritter) scheint sich wieder der früheren Form zu nähern. „Das war ein schöner Ansatz. Er mag Rennen auf Warten und in Ruhe auf Touren kommen. Ich bin sehr zufrieden“, meinte sein Reiter Alexander Pietsch. Der Große Preis von Düsseldorf ist erneut das Ziel. Vorjahressieger Polish Vulcano packte als Vierter noch besser an, von Bermuda Reef ging keine Gefahr aus. Nicolosio „war nach der dichten Startfolge vielleicht doch etwas müde, hatte aber auch kein gutes Rennen“, erklärte Trainer Waldemar Hickst. Vanishing Cupid war bald aus der Partie.

Was der Kölner Trainer Andreas Löwe in dieser Saison anpackt, das wird zu Gold. Das gilt auch für die zweijährige Sholokhov-Tochter Peace of Paradise (70:10), die unter dem Franzosen Fabrice Veron sehr überzeugend das BBAG Auktionsrennen (102.500 Euro, 1.200 m) auf das Konto des Stalles Philip I von Frank Janorschke brachte, dem vor Jahren auch der Star-Meiler Sehrezad gehörte. „Er deckt inzwischen im Gestüt Helenenhof rund zehn Stuten im Jahr. 20.000 Euro haben wir bei der BBAG vor einem Jahr hier für Peace of Paradise bezahlt“, berichtete der Eigner über seinen neuesten Glücksgriff.

Mit viel Speed überrollte die beim Debüt in Mülheim schon zweitplatzierte Lady die Konkurrenz. „Ihr Debüt war schon sehr gut. Nun steuern wir wieder ein Auktionsrennen oder den Preis der Winterkönigin an“, versicherte Trainer Andreas Löwe. Stark verteidigte sich die Außenseiterin Petite Paradise, die beim Einstand zwei Plätze hinter Peace of Paradise gewesen war. „Danach musste sie auch hier Chancen haben. Wir bleiben in derlei Prüfungen“, ließ Christian von der Recke durchblicken.

Die Favoritin Maha Kumari war immer vorbei dabei, wurde schließlich Dritte. „Mit den zwei Kilo Aufgewicht war das gut. Wir gehen nun in das Frankfurter Auktionsrennen oder eine Listen-Prüfung“, signalisierte Markus Klug.

Mit einer starken Start-Ziel-Leistung wartete der Desert Prince-Sohn Aspasius (108:10, St. Hellyn) im einleitenden 1.500 Meter-Rennen für Zweijährige auf. Denn immer wieder legte der Wallach zu und konterte die Angriffe des immer stärker werdenden Favoriten Ausblick. „Kein anderer wollte gehen, das habe ich selbst das Tempo gemacht. Er hat stets beschleunigen können“, berichtete Jockey Stephen Hellyn. Und Besitzer Wolfgang Heymann erläuterte: „Er hatte Leistenprobleme, daher ist er Wallach. Wir hatten ihn nicht zur Auktion angemeldet, daher ist er auch in den Auktionsrennen nicht startberechtigt.“ Trainer Karl Demme weilte nicht vor Ort, doch hatte sich sein Aspasius ja schon in Köln zuletzt auf Listen-Level sehr gut verkauft. Ausblick unterlag in allen Ehren. „Es hat leider nicht ganz gereicht, aber er ist gut gelaufen“, kommentierte Trainer Markus Klug. Kamaran folgte als Dritte schon deutlicher zurück.

Lange hatte es bis zum ersten Treffer von Tin Soldier gedauert, doch im Fegentri-Rennen, das als Memorial für Christian von der Recke gelaufen wurde, klappte es endlich für den Wallach im Besitz der früheren Reriterin Caroline Fuchs, die auch die Freundin von Jockey Alexander Pietsch ist. Die Anhänger der 33:10-Chance mussten allerdings lange zittern, denn auf der Geraden fand er unter dem jungen Vinzenz Schiergen erst spät eine freie Passage und bekam den vorne bestens standhaltenden Hansom ganz zuletzt noch knapp in den Griff.

Der holländische Trainer John Smith ist seit Jahren ein Spezialist für die Rennen in Iffezheim. Das bewahrheitete sich in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.200 m) einmal mehr. Denn der siebenjährige Wallach Avow (95:10, J. Pietrasiewicz) wiederholte in einem 1.200 Meter-Handicap mit günstiger Marke seinen Vorjahressieg. ganz locker machte er sich von Nasrine, die ihn kürzlich noch klar hinter sich gelassen hatte, sowie Mex und Zuzu Angel hinter sich. Die Viererwette bezahlte 400.000:10 Euro. Ein Wetter kassierte 20.000 Euro.

Nach dem überzeugenden Hamburger Sieg hatte der Ittlinger Alito in Hoppegarten nicht komplett überzeugen können, doch nun meldete sich der Schützling von Waldemar Hickst (xx:10, A. Pietsch) in Ausgleich II über 2.000 Meter zurück. Auf dem letzten Wegstück stürmte der Wallach an der Innenseite an allen vorbei. „In Hoppegarten war das Rennen zu langsam. Heute sprang er gut ab und konnte abschalten, war richtig relaxed. Als Halbbruder von Altano sollte er mit dem Alter noch zulegen können“, sagte Besitzer Manfred Ostermann. Dream Gold schien lange gewinnen zu können. „Weicherer Boden wäre noch besser“, meinte Trainer Andreas Wöhler. Ganz außen kam Fair Trade vom letzten Platz, musste aber viel aufholen. „Außen herum musste er bestimmt hundert Meter mehr gehen, und das von ganz hinten“, haderte sein Betreuer Hans-Jürgen Gröschel mit dem Rennverlauf.

Ihre große Serie von zweiten Plätzen beendete Seepracht (62:10, St. Hellyn) im 1.400 Meter-Ausgleich III, denn die von Stephan Richter in Dresden vorbereitete Stute wehrte Leoderprofi, der einfach nicht gewinnen kann, sicher ab.

„Er ist insgesamt bisher eine Enttäuschung, alles hängt von seinem Kopf ab“, so hatte Besitzertrainer Christian Peterschmitt vor wenigen Tagen noch tief gestapelt, als er nach dem Chancen von Toulio befragt wurde. Doch in dem abschließenden Ausgleich IV über die Meile entfernte sich der Wallach zur Quote von 86:10 unter Stephen Hellyn vom allerletzten Platz noch mühelos von seinen Gegnern. Mit Lulea, die bei ihrem 100. Start wieder ein ausgezeichnetes Rennen lief, Kim Groom und Touch of Pri komplettierten gut gewettete Pferde die Viererwette, die 21.696:10 bezahlte.

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