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Hauchdünner Triumph gegen Scheich-Stute

Lacy im Stuten-Thriller top

Baden-Baden 6. September 2014

Was für einen Thriller erlebten die 8.900 Zuschauer bei strahlendem Sonnenschein am Vortag zum Großen Preis von Baden auf der Galopprennbahn in Iffezheim. Der T. von Zastrow Stutenpreis (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.200 m) wurde erst auf den allerletzten Metern entschieden. Bis kurz vor dem Ziel sprach nahezu alles in diesem Stuten-Highlight für die im Besitz von Sheikh Mohammeds Godolphin-Stall stehende Heartily (A. Crastus), deren Trainer Henri-Alex Pantall sich vor wenigen Tagen hier einen Fußbruch zugezogen hatte. Doch im nahezu allerletzten Galoppsprung überspurtete Adrie de Vries mit der 32:10-Co-Favoritin Lacy noch die Konkurrentin aus Frankreich mit einem kurzen Kopf. Vom allerletzten Platz!

Lacy gehört inzwischen ihrem Züchter, der Stiftung Gestüt Fährhof alleine, nachdem früher Werner Heinz ihr Miteigner gewesen war. „Was für ein Speed, die Stute ist ein Phänomen und nun Gruppesiegerin. das hat sie sich hochverdient“, kommentierte Racing Manager Simon Stokes.

„Wir hatten schon viel Mumm, denn die Leistung im Preis der Diana als Vierte war sehr gut. Adrie hat sie genau im richtigen Moment gebracht. Nun hat sie Möglichkeiten hier auf dieser Bahn oder in Hannover. Ob sie im nächsten Jahr im Rennstall bleibt, ist noch offen“, verriet Trainer Waldemar Hickst, dessen zweite Kandidatin Daksha wegen Nesselfiebers abgemeldet worden war.
Heartily unterlag in allen Ehren, schrammte nur ganz knapp am ersten Gruppe-Sieg vorbei. Ihre erste Niederlage bezog die Favoritin Virginia Sun als Dritte. Doch der rennverlauf war alles andere als nach ihrem Gusto. „Sie ging notgedrungen von vorne und ist einfach noch nicht so routiniert, sie guckte viel. Vielleicht peilen wir den Prix de Royallieu am Arc-Wochenende in Paris an“, mutmaßte Trainer Jens Hirschberger. Abilene, eine weitere Französin, war nie weiter vorne, ließ aber noch Lady Liberty, Lutindi, Oriental Magic und Glee hinter sich, die keine Akzente setzen konnten.

Sie nennen sich Stall Torjäger, und sie landeten einen großen Treffer – die Fußball-Profis Mike Hanke, Nick Proschwitz und Thorsten Oehrl sowie Manager Lars-Wilhelm Baumgarten triumhierten mit ihrer mächtig verbesserten dreijährigen Sinndar-Tochter Kaldera (62:10, E. Hardouin) im Mercedes Benz Steherpreis (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.800 m). Der vierte Saisonsieg beim fünften Versuch war eine mehr als gelungene Angelegenheit, denn lange hatte Kaldera keine freie Passage, doch als die Lücke aufging, schoss die Stute, die erst seit kurzem von Paul Harley vorbereitete wird, innen vom vorletzten Platz durch und bekam noch alles geregelt.

„Ich bin begeistert, sie hat ein ganz großes Herz. Kaldera ist von Paul Harley optimal vorbereitet worden. Sie hat eine Nennung im St. Leger“, erklärte Baumgarten. Der Tscheche Autor sah beim Vorstoß schon wie der sichere Sieger aus. „Er hat wieder viel Speed entwickelt und ist gut gelaufen“, so sein Jockey Zdenko Smida. Tres Rock Danon hielt an der Spitze lange stand. „Weicher Boden wäre noch viel besser für ihn gewesen“, argumentierte Trainer Gerald Geisler. Auch Lateran Accord hielt sich als Vierter solide, während die Favoritin Baroness Daniela nie im Bilde war.

Erst im allerletzten Galoppsprung schaffte Stephen Hellyn mit dem Park Wiedinger Kashi (21:10) aus dem Stall von Jutta Mayer im einleitenden 1.400 Meter-Rennen noch die Wende gegen die schon Sicherheit geglaubte La Best. Bald dürfte man von dem Big Shuffle-Wallach sicher noch mehr zu sehen bekommen.

Es läuft weiterhin so richtig rund bei Trainer Markus Klug, denn in einem stark besetzten 2.400 Meter-Rennen für Dreijährige, denn auch die Röttgenerin Nauka (33:10, A. Helfenbein) reihte sich in die Liste seiner vielen Sieger ein. Völlig souverän verabschiedete sich die Stute Mitte der Geraden von den Gegnern. „Wir hatten sie stets als Listen-Pferd eingeschätzt. In Düsseldorf kam sie aus einer längeren Pause. Nun steuern wir ein Listen-Rennen an“, versicherte Klug. Invillino packte noch stark an, eroberte am Ende den Ehrenplatz. Ein Top-Einstand für die junge Jessica Brand bei ihrem ersten Ritt überhaupt. „Das war nach der Pause eine tolle Leistung von Pferd und Reiterin. Trotz einer Erkältung hat sie taktisch gut geritten und Adrie de Vries noch abgefangen“, sagte Michael Figge. Hot Like Mexico tat sich zunächst schwer, fing aber noch den nach längerer Führung stark nachlassenden Favoriten Finoras ab.

Beim ersten Meetingsstart hatte die Holländerin Zuzu Angel (39:10, A. de Vries) einen Tick zu spät ins Rennen gefunden, doch über die nun längere Distanz von 1.400 Metern fand die Stute auf die Siegerspur zurück. Mit großem Speed schob sich die Schimmelstute noch an Saibaba, Sepideh und Control Chief vorbei. Die Viererwette bezahlte stattliche 164.615:10 Euro.

Mit einer beeindruckenden Speedleistung sicherte sich Claudia Barsigs Storm (C. Demuro) als 140:10-Außenseiter einen 2.400 Meter-Ausgleich III gegen Osthurry und Königsadler.

Ihren 100. Treffer als Trainerin feierte die Kölnerin Sarah Weis in einem 1.600 Meter-Ausgleich II. Es ist schon bemerkenswert, welche Entwicklung ihr Hoffnungsträger genommen hat, denn auch der dritte Sieg hintereinander fiel sehr überzeugend aus. Start-Ziel marschierte Leonard (63:10, A. Weis) immer weiter, da kamen Nice Danon und Titania nie entscheidend heran. „Er hat noch leichter gewonnen als beim letzten Mal“, freute sich seine Betreuerin.

Mit einem optimalen Ergebnis für den Kölner Coach Peter Schiergen endete der 2.800 Meter-Ausgleich II, in dem der Ittlinger Dreijährige Aldo (A. Crastus, 26:10-Favorit) nach einem Rennen aus dem Vordertreffen problemlos die Oberhand über die Ammerländerin Bella Duchessa behielt. „Aldo ist ein spätes, aber gutes Pferd. Er hat eine Nennung im St. Leger, ob wir dort laufen, muss ich aber erst noch mit dem Besitzer besprechen“, sagte Schiergen. „Auch Bella Duchessa hat sich wacker geschlagen. Ihr Ziel ist Black Type.“ Coeur Link eroberte noch den dritten Rang gegen Fresh Skyline.


„Er braucht unbedingt guten Boden, daher hatte ich ihn am ersten Wochenende zum Nichtstarter erklärt“, hatte Trainer Dr. Andreas Bolte über Sokol gesagt. Und bei passenden Bedingungen legte der vierjährige Wallach als 46:10-Favorit im abschließenden 2.200 Meter-Ausgleich IV nach seinem Kölner Treffer noch einen weiteren Punkt nach. Erst ganz zuletzt schnappte er sich noch Faytosa, Mon Pasha und den lange führenden Allez Gerard. Die Viererwette bezahlte 111.998:10 Euro.

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