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Populärer Schecke verliert am grünen Tisch

Silvery Moon in Köln ohne Fortune

Köln 13. September 2014

Wenn nicht jetzt, wann dann? Mit diesen Worten „verabschiedete“ Moderator Daniel Delius den dreijährigen Silvery Moon, als die Pferde in Köln den Führring zum vierten Rennen verließen. Im Preis der StarCapital S.A. war der populäre Schecke diesmal nicht nur der heimliche Star, wie es sonst immer hieß, sondern der wirkliche Star im Feld, nämlich ein klarer 21:10-Favorit. Diese herausragende Stellung am Toto verdankte Silvery Moon allein seiner guten Gesamtform sowie der rechnerischen Faktenlage und in keiner Weise seinem exotisch bunten Outfit. Und Silvery Moon enttäuschte auch nicht. Mit Steffi Hofer im Sattel kämpfte er wie ein Löwe und hatte am Ende einen minimalen Nasenvorteil gegenüber seinem einzigen Widersacher Nirano herausgeholt. Doch die Freude über den weltweit ersten Erfolg eines Scheckens in einem Rennen für Vollblüter dauerte nicht allzu lange. Wer genauer hingesehen hatte, ahnte schon, was kommen würde, nachdem die Rennleitung eine Überprüfung des Rennverlaufs ankündigt hatte. Silvery Moon verlor den quasi historischen Erfolg prompt auch am grünen Tisch. Der Schützling von Trainer Mario Hofer wurde disqualifiziert und auf Platz zwei gesetzt, während der nie aufgebende Nirano zum Gewinner avancierte.

Als sich die beiden Hengste, die von Anfang allem Geschehen ihren Stempel aufgerückt hatten, im Einlauf immer weiter vom Rest des Feldes absetzten, kam es im Verlauf ihrer ständigen Auseinandersetzung kurz zu einer kleinen Tuchfühlung. Ausgehend von Silvery Moon und zulasten von Nirano. Letzterer verstand es aber dennoch, die Partie bis ins Ziel völlig offenzuhalten und unterlag lediglich mit einer Nase.

Angesichts dieses minimalen Abstands sahen die Stewards in der kurzen Störung eine rennentscheidende Behinderung, selbst wenn sie noch weit vor dem Ziel erfolgt war. Bei einem nur etwas deutlicheren Sieg von Silvery Moon hätte die Besatzung auf dem Turm vermutlich auf jedwede Maßnahme verzichtet. So jedoch ist ihre Hypothese, dass andernfalls Nirano gewonnen hätte, durchaus vertretbar. Kurzum: Nirano bekam den Sieg zugesprochen, und Silvey Moon wurde auf Platz zwei zurückgestuft.
Nirano, ein Dreijähriger im Besitz von Frau Marlene Haller und in Training bei Waldemar Hickst, war nebenbei als zweiter Favorit ins Rennen gegangen. Dass sein Jockey Alex Pietsch trotz des kleinen Zwischenfalls weiterhin resolut am Ball geblieben war und keineswegs die Flinte vorzeitig ins Korn geschmissen hatte, zeugte letztendlich auch davon, dass er bis zuletzt an eine Siegchance des Areion-Sohnes geglaubt hatte.

Natürlich war die Stimmung danach etwas getrübt. Und das keinesfalls nur im Lager und bei allen Freunden und Sympathisanten von Silvery Moon. Allerdings blieb es jederzeit ruhig in den Reihen der Zuschauer. Wozu sicherlich sehr viel beitrug, dass die ganze Angelegenheit dem Publikum ausführlich erklärt und dargelegt wurde. Letztendlich belegte auch der Rennfilm die ganze Sache einigermaßen eindeutig.

Obgleich der Kölner Samstag mit einem erwarteten klaren Erfolg von Gestüt Görlsdorfs Leger-Siegerin und jetzt in Richtung Qatar Prix de Royallieu marschierenden Hey little Görl unter Adrie de Vries einleitet worden war, so blieb der gesamte Renntag in der Summe jedoch weitaus mehr geprägt von knappen und spannenden Rennausgängen als von souveränen Erfolgen.

So gewann beispielsweise bei den Zweijährigen der Hengst Brisanto in der Hand von Daniele Porcu nur mit einer Nase gegen die Debütantin Lovelyn. Danach retteten sich im Amateurrennen Dutch Master und seine Reiterin Lena Maria Mattes immerhin noch mit einer halben Länge vor dem immer stärker in die Partie findenden Favorfoot Danon ins Ziel.

Wieder das Ziefoto heranziehen musste Richter Rüdiger Schmanns dann jedoch in der „Wettchance des Tages“, um den knappen Sieg von Tin Soldier mit Vinzenz Schiergen über die schon zu Hause geglaubte Favoritin Best Love Song zu belegen.

Kurz schien es dazu zwischen Lingolana und Anarchie im ersten Ausgleich III des Tages richtig spannend zu werden. Allerdings blieb Erstgenannte dann doch jederzeit Herrin der Situation und sorgte gleichzeitig für das zweite Erfolgserlebnis des Teams Waldemar Hickst und Alex Pietsch. Große Freude herrschte nach ihrem Sieg natürlich bei Albrecht Woeste, dem Präsidenten des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, für dessen Stall Grafenberg die Golan-Tochter bekanntermaßen läuft.

Ein Doppel schaffte außerdem Adrie de Vries, der im zweiten Ausgleich III der Karte hart innen mit der Favoritin Lilydale gerade noch rechtzeitig Platz und Raum fand, um den Außenseiter Lampio sowie den dichtauf folgenden Falakee mit einer halben Länge niederringen zu können.

Erneut nicht mehr als eine halbe Länge sprach zum Finale dann auch wieder für Birthday Lion, der vor Namecheck und Nandolo das Ziel passierte, wobei der junge Tommaso Scardino keineswegs zum ersten Mal in diesen Wochen mit einen bemerkenswert gut eingeteilten Ritt auffiel.

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