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Sauren-Galopper ist der Meilen-Star

Nordicos epischer Fight in München

München 14. September 2014

Wenn ein Pferd einen Gruppesieg in dieser Saison verdient hat, dann der im besitz des Kölner Renn-Vereins-Präsidenten Eckhard Sauren stehende dreijährige Medicean-Sohn Nordico. Denn in Serie hatte der letztjährige Gewinner des Ratibor-Rennens mit Platzierungen vorlieb nehmen müssen, traf dabei mehrfach auf Spitzenpferde seines Jahrgangs.

Doch am Sonntag im Bayerische Hausbau – Werte, die bleiben-Rennen – Große Europa Meile (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.600 m) in München landete der Schützling des in den vergangenen Wochen kaum vom Turf-Glück verfolgten Krefelder Trainers Mario Hofer unter dem Franzosen Eddy Hardouin zur Quote von 49:10 wieder einen großen Coup.

So richtig von den Sitzen wurden die Zuschauer beim Endkampf gerissen. Denn es wurde ausgesprochen eng im Sechserfeld (Takenja musste erneut vom Start verwiesen werden). Lange sprach vieles für die nachgenannte Ittlingerin Longina (A. de Vries), die sich in die Gerade hinein von Point Blank hatte ziehen lassen. Dann setzte Nordico, der immer Dritter gewesen war nach. Und in einem epischen Fight streckte er zuletzt seinen Kopf nach vorne, hatte am Ende eine Nase Vorteil auf die tapfer kämpfende Longina, die den Erfolg der Dreijährigen komplettierte. Gut möglich, dass man Nordico nun im Großen Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf in drei Wochen wiedersehen wird.
Felician (A. Crastus) schob sich vom letzten Rang noch auf Platz drei, lief erneut sehr gut vor dem Lokalmatador Marcelli, der außen kurz mehr zu erreichen schien. Der Pilot Point Blank musste am Ende ebenso passen wie Artwork Genie.

Sie galt als allerlängste Außenseiterin im nach der Abmeldung von Godolphins Inspiriter auf acht Kandidaten geschmolzenen Feld des Am Luitpoldpark-Rennen – Bayerischer Fliegerpreis (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.300 m). Doch Gestüt Brümmerhofs Namera (A. de Vries) aus dem Hannoveraner Stall von Paul Harley erinnerte sich plötzlich ihrer Bestform.

Als 214:10-Chance (eine wahrlich nicht alltägliche Quote auf einen De Vries-Ritt) legte die fünfjährige Areion-Tochter an der Spitze immer wieder zu und hielt die stark laufende Dreijährige Sovalla und Birthday Prince sicher auf Distanz. Die erstmals verordneten Scheuklappen waren offenbar der Schlüssel zum Erfolg.

Nur auf dem fünften Platz kam der Favorit Daring Match ein, der in der Goldenen Peitsche noch deutlich vor Namera gelandet war. Nach einem wenig inspirierenden Ritt von weit hinten und kaum Platz zur Entfaltung fand er aber viel zu spät in die Partie.

Mit einem packenden Finale im Zweijährigen-Rennen über 1.400 Meter hatte der Nachmittag begonnen. Hier entwickelte Marlene Hallers Rock Academy (41:10, A. Pietsch) aus dem Stall von Christian Sprengel immer neue Reserven und wehrte Start-Ziel die kurz wie die Siegerin gehende Fährhoferin Guavia knapp ab. Die Akua’da-Schwester Akua’rill musste früh abreißen lassen und blieb als Dritte nur knapp vor Daily Desire im kleinen Vierer-Feld. Der von Areion stammende Rock Academy hat Nennungen im Preis des Winterfavoriten, dem Ratibor-Rennen und auch im Derby 2015.

Zum verdienten ersten Treffer kam Gestüt Burg Ebersteins Girl on Fire (27:10, A. de Vries) aus dem Stall von Peter Schiergen in einem Meilenrennen gegen den lange führenden Sha Gino. Auch WH Sport Internationals Blue Marlin (24:10, zweiter Tagessieg für Alexander Pietsch und Waldemar Hickst) wurde seiner Favoritenrolle vor Las Fuentes und Bodegas in einer 2.000 Meter-Prüfung locker gerecht.

„Eigentlich ist Laeyos ein 1.400 Meter-Pferd, die Meile wird ihm fast schon zu weit“, hatte Trainer Paul Harley nach der knappen Niederlage von Stall Eminas Laeyos in Baden-Baden gesagt. Doch nach einem perfekt getimeten Ritt von Anthony Crastus von letzter Stelle aus reichte es auch in einem 1.600 Meter-Ausgleich II ausgesprochen leicht vor dem lange führenden Sanjii Danon und Lips Dancer.

Zum ersten Karriere-Erfolg kam die von Wolfgang Figge trainierte Stute Tia Suela (26:10, A. Vilmar) in einem 2.000 Meter-Ausgleich III, den sie vor Amazing Dragon und King Goofi mühelos für sich entschied. Auch mit Gerald Geislers Kowalsky (54:10, A. de Vries) war in einem 1.300 Meter-Handicap durchaus zu rechnen, der Saldaria und Florosso bequem hinter sich ließ.

Auf passend weichem Boden stand der von John David Hillis gesattelte Eternal Power (52:10, N. Richter) im abschließenden 2.200 Meter-Ausgleich III zeitig als Sieger vor Madhyana und Pearl Royale fest.

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