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Zwei dreijährige Stuten dominieren im St. Leger

Kaldera krönt ihre Saison 2014 in Dortmund

Dortmund 21. September 2014

Sie ist ein echter Siegertyp, die dreijährige Kaldera. Schon vor ihrem Auftritt in Dortmund im Großen Preis von DSW21 – 130. Deutsches St. Leger hatte sie vier von ihren fünf diesjährigen Starts gewonnen gehabt.

Und auch ihre sechste diesjährige Darbietung vor großem Publikum gestaltete sie in Wambel zu einem vollen Erfolg. Im letzten Klassiker der Saison zeigte die Sinndar-Tochter einmal mehr wieder ihre herausragenden Qualitäten. Nachdem der junge französische Jockey Eddy Hardouin sich mit ihr sehr lange Zeit gelassen hatte und mit viel Geduld in den hintersten Regionen des Feldes gewissermaßen auf den entscheidenden Einsatz gewartet hatte, brachte sich die Stute aus Hannover in der Geraden dafür umso druckvoller und unwiderstehlicher ins Geschehen ein. Und das genau zum richtigen Zeitpunkt, denn die genauso wie sie äußerst stark beachtete Auenquellerin Virginia Sun schien nach einem schnellen Vorstoß im Einlauf bereits so gut wie alles für sich entschieden zu haben. Eigentlich schien die Doyen-Tochter nur noch den Sack zumachen zu müssen. Was allerdings eine Rechnung ohne Kaldera war. Meter um Meter schob sich Stall Turfjägers Stute heran, und am Ende holte die von Trainer Paul Harley betreute Dreijährige die entscheidende dreiviertel Länge gegenüber Virgina Sun noch leicht heraus und krönte ihre ohnehin so erfolgreiche Saison 2014 mit einem Erfolg im 130. Deutschen St. Leger.


Wie schon im vergangen Jahr nach dem Triumph von Hey little Görl feierte man in Dortmund also wieder einen Sieg einer dreijährigen Stute. Diesmal sogar noch mit einer zweiten Stute des Derby-Jahrgangs auf Platz zwei, wobei Virigina Sun selbst in der Niederlage eine genauso großartige Partie bot. Nach 2.800 Metern hatten die beiden Vollblut-Ladies die mit 55.000 Euro dotierte Gruppe-III-Prüfung zugleich zu einer wahren Demonstration für den Jahrgang 2011 umfunktioniert. Schließlich folgte mit Rock of Romance das erste ältere Semester erst viereinhalb Längen zurück auf dem dritten Rang vor der lange mit tonangebenden englischen Gaststute Special Meaning auf Platz vier.

Zum Glück hatte der plötzlich einsetzende Starkregen unmittelbar vor der Entscheidung seinen Wassersegen alsbald wieder eingestellt, was für alle 10 Starter die Sache allerdings kaum einfacher machte. Doch so konnte immerhin Kalderas Entourage die Ovationen für die neue Leger-Heldin ohne Regenschirme entgegennehmen.

Lars-Wilhelm Baumgarten, der für den Stall Torjäger den Ehrenpreis natürlich auch stellvertretend für Fußballstar Mike Hanke, den prominentesten jener Kicker-Eigner von Kaldera, entgegennahm, ließ dabei durchblicken, dass die Stute in diesem Jahr voraussichtlich noch einmal starten werde. Mit Trainer Paul Harley will man sich in diesen Tagen in aller Ruhe beraten und dann über einen weiteren Einsatz, voraussichtlich im Ausland, intensiv nachdenken.
Kalderas Erfolg besaß freilich auch so etwas wie eine kleine historische Dimension, ist die Dreijährige doch eine lupenreine Zoppenbroicherin und entstammt letztendlich sogar der berühmten „K-Familie“ des Rheydter Gestüts, der kein Geringerer als Königsstuhl genauso angehört. Und man muss sehr lange in der Rennchronik zurückblättern, um mal wieder auf einen Leger-Gewinner aus Zoppenbroich zu stoßen.

Der berühmteste aller hier erfolgreich gewesenen Zoppenbroicher ist auf jeden Fall Königsstuhl gewesen. 1979 vollendente der Schützling des unvergessenen Sven von Mitzlaff unter dem ebenfalls noch nachhaltig in Erinnerung gebliebenen Peter Alafi in Dortmund die hierzulande bis dahin noch nie geschaffte und auch später nicht mehr zustande gebrachte „ dreifache Krone“. Zuvor hatte der spätere Vater von Monsun ja schon das klassische Henckel-Rennen in Gelsenkirchen-Horst und das Deutsche Derby in Hamburg-Horn gewonnen gehabt.

Mit dem Derby-Jahrgang der Saison 2015 hatte nebenbei der Dortmunder Leger-Tag seinen Anfang genommen und der talentierte Incantator dabei für den ersten Sieg des Gespanns Andreas Wöhler und Eduardo Pedroza gesorgt. Punkt zwei fuhr man unmittelbar darauf schon mit dem dreijährigen Stanley in einem Ausgleich II ein.

Der Große Preis von WILO, das zweijährigen Stuten vorbehaltene BBAG Auktionsrennen Dortmund, wurde keineswegs unerwartet von Stall Grafenbergs Nymeria aus dem Lot von Trainer Waldemar Hickst gewonnen. Jockey Alex Pietsch brachte die Soldier-Hollow-Tochter als leichte Siegerin vor Damour und Neve über die Linie. Zur großen Freude und Begeisterung vor allem auch von Albrecht Woeste, dem Präsidenten des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, dessen galopprennsportliche Aktivitäten unter dem Dach Stall Grafenberg angesiedelt sind.

Ein dritter Erfolg gelang Eduardo Pedroza später noch mit dem von Stefan Richter betreuten Königsadler, und selbstverständlich kam unmittelbar vor der Leger-Entscheidung auch der Heimsieg durch die von Reiner Werning in Wambel trainierte und von seinem Sohn Pascal Jonathan gerittene Stute Tivoli im Rennen mit der Viererwette beim Publikum riesig an.

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