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Hauchdünner Favoritentreffer im Kölner Trial

Weichsel stellt die Winterkönigin-Weichen

Köln 27. September 2014

„Wenn ich keine Arthrose hätte, würde ich jetzt auf die Knie gehen“, scherzte Dr. Christoph Berglar nach dem Preis des Verlages M. DuMont Schauberg – Winterkönigin-Trial (25.000 Euro-Listenrennen, 1.500 m) gegenüber Dr. Günter Paul, dem Vorsitzenden der Mehl-Mülhens-Stiftung. Grund dafür war die Klassevorstellung der Röttgenerin Weichsel (23:10-Favoritin, A. Helfenbein) in diesem Vorbereitungsrennen für das Top-Rennen in Baden-Baden.

Nach der Disqualifikations-Niederlage in Düsseldorf hatten die Wetter der Soldier Hollow-Tochter beim sonnigen Auftakt-Highlight des Kölner Europa-Meetings (mit großer Auto-Show) am Samstag eine Menge zugetraut, und sie wurde dieser Einschätzung auch vollauf gerecht. „Ich hatte etwas Sorge, da sie am Start drei bis vier Längen verloren hatte“, signalisierte später Dr. Günter Paul, denn Weichsel war beim Öffnen der Boxen als Letzte abgesprungen.

Die Engländerin Publilia hatte sofort die Spitze, doch schon zu Beginn der Geraden war sie auf dem Rückzug und sicher die Enttäuschung der Prüfung. Amabelle war bald zur Stelle und besaß alle Chancen, dann tauchte Mitte des Einlaufs Weichsel außen in bester Haltung auf und stürmte mühelos in Front. Alles sah nach einem souveränen Favoritentreffer aus, aber dann kam wie aus dem Nichts die Wittekindshoferin Rose Rized (146:10-Außenseiterin) angerollt und hätte es beinahe noch geschafft, doch mit einer Nase Vorteil rettete sich Weichsel ins Ziel, die aber auch nicht ganz ausgeritten wurde.

„Im Nachhinein bin ich froh, dass sie beim ersten Start disqualifiziert wurde, denn dadurch hat sie zwei Kilo weniger getragen“, meinte Trainer Markus Klug. „Sie wurde nur mit den Händen geritten, denn das große Ziel ist der Preis der Winterkönigin.“
Rose Rized unterlag in allen Ehren. „Das war für aus züchterischer Sicht sehr wichtig. Sie hat so viel Biss gezeigt wie die Mutter Rosenreihe“, erklärte Besitzer Hans-Hugo Miebach. Natürlich wird Rose Rized ebenso in die Winterkönigin gehen wie Dr. Christoph Berglars Amabelle (Dritte). „Ich hätte mir mehr Tempo gewünscht, bin aber zufrieden. Sie ist eine sehr große Stute, die in diesem Sprintrennen nicht so richtig abschalten konnte“, so Trainer Waldemar Hickst. Bailley blieb gut dabei, während Publilia als Fünfte nur Tuscany, Sign your Name und Woomera hinter sich lassen konnte.

Albrecht Woeste, der Direktoriums-Vorsitzende, hatte nach dem einleitenden Dreijährigen-Rennen über 2.400 Meter allen Grund zur Freude: Sein Hengst Notre Same (21:10, A. Pietsch) dominierte die Prüfung frühzeitig, setzte sich locker von dem verbesserten Gone By und der lange führenden Sarinda ab. „Er war schon in Baden-Baden gut gelaufen und hat nun standesgemäß gewonnen. Wahrscheinlich machen wir nun Schluss für dieses Jahr“, sagte Siegtrainer Waldemar Hickst.

Nach langem Aufenthalt an der Startstelle (Icecube war entlaufen) gab es in einer 1.850 Meter-Prüfung kein Verlieren für die Schlenderhanerin Sunnyvale (25:10, F. Minarik), die Start-Ziel mit der noch stärker gewetteten D‘ Este, die jedoch kurz wenig Platz zur Entfaltung hatte, wenig Probleme besaß. „Sie hatte in Düsseldorf das Rennen an der Startstelle aufgrund ihrer Nerven verloren. Heute ging alles gut. Sie ist noch ein großes Baby. Trotz ihres Alters hat sie noch Steigerungspotenzial besitzt“, erklärte Trainer Jean-Pierre Carvalho.

Mit einem Traumergebnis für Trainer Dr. Andreas Bolte endete der 2.400 Meter-Ausgleich IV. In einem packenden Zweikampf raufte sich Venezianus (41:10, A. Pietsch) hauchdünn gegen den Trainingsgefährten Dao Vasco nach Hause. „Beide Pferde sind phantastisch gelaufen. Venezianus hatte schon in Baden-Baden eine starke Leistung gezeigt. Für Dao Vasco war das Rennen zu langsam. Bei schnellerem Verlauf hätte er gewonnen“, meinte der Lengericher Coach.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 2.200 m) landete die von Peter Schiergen aufgebotene Ammerländerin Bella Duchessa (34:10, D. Schiergen) den völlig verdienten Treffer. Immer wieder entwickelte die Stute neue Reserven und ließ den stets attackierenden Risalto nicht an sich vorbei. „Wir hatten ein super-schönes Rennen, sie ging immer weiter und kämpfte großartig“, berichtete Dennis Schiergen nach seinem Glanzritt. Der länger führende Nordsommer und Calon Lad vervollständigten die Viererwette, die 14.185:10 Euro bezahlte. German Racing hatte in der Sport-Welt die Dreierwette (Quote: 641:10) in der richtigen Reihenfolge vorhergesagt.

Trotz einer Reihe von erstklassigen Leistungen war Falakee (53:10) immer wieder einem Erfolg hinterhergelaufen. Doch mit mächtigem Speed trumpfte der Wallach unter Filip Minarik (Zweiter Tagestreffer) nun in einem 1.400 Meter-Ausgleich III auf und schnappte sich den Seriensieger Tatar. „Er ist ein sehr formkonstantes Pferd, heute lief alles einwandfrei“, kommentierte Trainer Mario Hofer. Zuzu Angel wurde noch sehr schnell und eroberte den dritten Rang.

„Eiserne Nerven“ attestierte Rennleitungs-Chef Dr. Peter Tasch der 18 Jahre jungen Reiterin Jodie-Alia Prasser nach ihrem ersten Siegritt auf Erlian (113:10) aus dem Stall ihres Arbeitsgebers Peter Schiergen. „Das ist ein Wahnsinnsgefühl“, strahlte die Auszubildende nach ihrem Premieren-Treffer. Mit enormen Speed überspurtete sie mit dem Wallach noch die schon in Sicherheit geglaubte Hernanda Directa sowie Assembly.

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