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Überraschender Heimsieg im Preis von Europa

Empoli zurück im Rampenlicht

Köln 28. September 2014

15.400 Zuschauer erlebten am Sonntag auf der Rennbahn in Köln die „Wiedergeburt“ eines Top-Galoppers: Der vierjährige Hengst Empoli (113:10-Außenseiter) knüpfte mit einer grandiosen Speedleistung wieder an seine glänzenden Frühjahrsleistungen an und sicherte sich den 52. Preis von Europa (Gruppe I, 155.000 Euro, 2.400 m), das bedeutendste Rennen der Saison in der Domstadt.

Unter Adrie de Vries triumphierte der Halling-Sohn als 113:10-Außenseiter. 100.000 Euro der Gesamtdotierung von 155.000 Euro in diesem über 2.400 Meter führenden Gruppe I-Rennen gingen auf das Konto der russischen Besitzergemeinschaft Bukhtoyarov/Kappushev, die von Agent Jean-Pierre Deroubaix vertreten wurden. Timo Horn, der Torhüter des 1.FC Köln, überreichte die Ehrenpreise an das Siegerteam.

Nach einem kleinen Formtief meldete sich Empoli, der sogar in Dubai und England schon auf sich aufmerksam gemacht hatte, nun wieder zurück und katapultierte seine Gewinnsumme auf 421.106 Euro. Beim 14. Start war es sein zweiter Treffer.

Von dritter Stelle aus überspurtete Empoli am Ende die Konkurrenz im Elferfeld. Bis weit in die Zielgerade hatte Earl of Tinsdal (Eduardo Pedroza) die Führung vor Vif Monsieur und dem späteren Gewinner. Lange sprach alles für einen Erfolg von Earl of Tinsdal, doch mit erstaunlichen Reserven kämpfte sich Empoli noch mit einer halben Länge an ihm vorbei.

„Wer Empoli kennt, der weiß, dass er so etwas an einem guten Tag kann. Zuletzt war der Boden zu weich. Heute lief alles gut, außer einem kleinen Stopp Mitte der Zielgeraden. Unser Fernziel ist Hong Kong im Dezember“, berichtete Empolis Trainer Peter Schiergen.

Jockey Adrie de Vries, der Ende Oktober seinen obligatorischen Dubai-Aufenthalt beginnen wird, meinte: „Wir hatten ein ideales Rennen. Beim letzten Mal in Deauville war das Tempo nicht hoch genug. Das war heute anders. Ich konnte ihn aus dem Vordertreffen reiten. Er ist ein Riesensteher mit einem ganz großen Charakter.“

Ein ausgezeichnetes Rennen lief der zweitplatzierte Earl of Tinsdal, der an der Spitze lange den Sieg vor Augen hatte. „Ich bin vorne schön in Ruhe gelassen worden. Mein Pferd hat immer wieder zugelegt. Der Sieger muss ein ganz starkes Pferd sein“, kommentierte Jockey Eduardo Pedroza.

Dritter wurde der Münchener Gast Night Wish, der kurz alle zu überlaufen schien. „Die äußere Startnummer war nicht gut für uns, aber mit der Leistung bin ich sehr zufrieden. Nun geht es am 1. November in den Großen Preis von Bayern“, signalisierte sein Besitzer Hans-Gerd Wernicke.
Girolamo machte als Vierter den Erfolg von Trainer Peter Schiergen perfekt. „Auch er hat sich stark verkauft“, so der Coach. Blass liefen die dreijährigen Pferde. Am besten schnitt noch Wild Chief als Fünfter ab, dem vielleicht die Distanz einen Tick zu weit wurde. Von den hochgehandelten Guardini (Siebter; Filip Minarik: „Der lose Boden war nicht günstig“) und Sirius (Neunter; Trainergattin Anne Löwe: „Er war unterwegs zu eifrig. Nun geht er in die Winterpause“) gingen keine Impulse aus. Stattlich war die Quote der Viererwette mit 56.339:10 Euro.

Sie hatte die mit Abstand besten Empfehlungen (zuletzt ein dritter Rang in den International Races in Istanbul), und ihrer Favoritenrolle (23:10 am Toto) wurde die im Besitz von Sheikh Mohammeds Godolphin-Stall stehende dreijährige Dubawi-Tochter Dancing Sands im Stutenpreis des Gestüts Winterhauch (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.600 m) auch vollauf gerecht.

Unter Anthony Crastus fand die von Henri-Alex Pantall vorbereitete Lady einen idealen Rennverlauf an dritter Position vor. Aus bester Haltung verabschiedete sich die Favoritin früh auf Nimmerwiedersehen. „Das war ganz leicht. Sie hat eine Riesen-beschleunigung“, sagte Anthony Crastus.

Die lange führende Coco Sun hielt bestens stand, war als Zweite die beste Deutsche noch vor der innen sehr unglücklich agierenden Französin Slippers Best. „Das war super. Coco Sun ist eine späte Stute, die im nächsten Jahr noch besser sein wird“, versicherte Trainer William Mongil. Malka fand als Vierte noch gut in die Partie und blieb hauchdünn vor der ebenfalls achtbar laufenden Goiania.

Mit starker Verbesserung gegenüber seinem Debüt wartete der Iffezheimer Gast Sherlock (99:10, E. Pedroza) im einleitenden Zweijährigen-Rennen auf. In imponierender Manier verabschiedete sich der Areion-Sohn von Bourree und Leonido, während der Favorit Nordic Flight als Fünfter aus bester Haltung ausspannte. „Ich sollte eigentlich hinten gehen, aber er sprang so gut ab, dass ich vorne ging und alles gut einteilen konnte“, schilderte Siegreiter Eduardo Pedroza. Trainer Mirek Rulec ergänzte: „Er ist kein typischer Zweijähriger. Vielleicht steuern wir den Preis des Winterfavoriten an.Er kennt ja nun die Bahn hier. Im nächsten Jahr wird er noch besser.“

Mit einer Sensation endete der 1.400 Meter-Ausgleich II, denn mit dem Leichtgewicht Dragoslav (284:10, J. Bojko) war kaum zu rechnen. Doch der Schützling von Wilfried Schütz erinnerte sich an seine Bestform und löste sich zeitig von El Zagal und Kasuga Danon. „Ich kann es gar nicht fassen, damit hatten wir nicht gerechnet“, kommentierte der Coach den zweiten Iffezheimer Tagestreffer. Der Favorit Foolproof kam nie in die Partie.

Wie ein Jungspund wirkte Ex-Jockey und Trainer Dragan Ilic nach dem 1.850 Meter-Ausgleich III, denn er freute sich ungemein über den Überraschungserfolg der immerhin schon achtjährigen Stute Sinaola (212:10, F. Minarik), die außen mit viel Schwung gegen Trigger Twist sowie die Favoriten Earl of Heinz und Classic Blues auftrumpfte. „Meine Kollegin Sarka Schütz hat viel zu diesem Erfolg beigesteuert. Filip hat die Stute sehr gut geritten. Ich bin so glücklich“, schilderte Ilic. Die Viererwette kletterte auf 204.729:10 Euro, ein Wetter kassierte über 10.000 Euro. Es war der dritte Iffezheimer Erfolg an diesem Tag en suite.

Für den vierten Coup der badischen Trainingszentrale sorgte im finalen 2.400 Meter-Ausgleich III der überlegen vor Osthurry und Katalea auftrumpfende Walzertakt (39:10, F. Da Silva) aus dem Quartier von Marion Rotering.

Mit einer imponierenden Vorstellung wartete Dirk von Mitzlaffs Pas de deux (29:10, A. de Vries) im 2.100 Meter-Ausgleich I auf. Vorneweg stiefelte der Wallach immer weiter und hielt die Konkurrenz locker in Schach. „Adrie hat ihm alles perfekt eingeteilt. Er ist ein richtiger Galoppierer. Nun steuern wir das Gruppe III-Rennen im November in Krefeld an“, versicherte seine Trainerin Yasmin Almenräder. See The Rock konnte dem Sieger als einziger folgen. „Er hat gezeigt, dass er seine Marke kann“, freute sich Trainer Markus Klug. Die Trainingsgefährtin Nashita wurde nur Vierte hinter dem gut anpackenden Foreign Hill, kam nie entscheidend weiter. „Sie merkt wohl doch die lange Saison“, so Klug.

Vom letzten Platz machte sich Jaber Abdullahs Glorious Sinndar (33:10, J. Bojko) im 2.400 Meter-Ausgleich II noch von Liebesbrief und Fresh Skyline frei. Der Dreijährige aus dem Stall von Andreas Wöhler sollte noch einiges vor sich haben.

Eine weitere glänzende Vorstellung gab der Schecke Silvery Moon in einem 1.850 Meter-Rennen. Lange sah der Publikumsliebling wie der Sieger aus, doch zum Schluss wurde er noch von Pissarro (184:10, F. Minarik) überlaufen. Fabien Lefebvre zeigte auf der Favoritin World’s Dream einen schwachen Ritt, kam erst, als alles entschieden war.

In Mailand landeten die deutschen Starter Calyxa (R. Havlin/F. Leve), Magic Artist (D. Probert/W. Figge) und Amaron (C. Demuro/A. Löwe) im Premio Vittorio di Capua (Gruppe I, 209.000 Euro, 1.600 m) auf den Plätzen drei, vier und fünf. Es gewann der Botti-Schützling Priore Philip (D. Vargiu) vor Vendetto Finale.

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