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Drama um Cirrus am Paris-Samstag

Sommerabend mit Super-Vorstellung

Longchamp 4. Oktober 2014

Der Auftakt zum großen Arc-Wochenende am Samstag bei strahlendem Sonnenschein in Paris-Longchamp verlief aus deutscher Sicht durchaus ansprechend. Eine weitere Glanzleistung in einer ohnehin schon erstklassigen Saison zeigte der von Mirek Rulec für den Stall Am Alten Fließ trainierte Sommerabend im Prix Daniel Wildenstein (Gruppe II, 200.000 Euro, 1.600 m).

Unter Theo Bachelot ließ sich der Shamardal-Sohn aus der Zucht des Gestüts Schlenderhan von dem Ex-Deutschen Limario (A. de Vries; Züchterin ist Marlene Haller) lange führen und ging dann im Einlauf rasch in Front. Dort verteidigte sich Sommerabend (150:10-Außenseiter) nach Kräften und rettete den dritten Rang gerade noch nach Zielfoto gegen Kenhope. „Das war eine tolle Leistung mit einem Kilo mehr als die anderen. Man darf auch nicht vergessen, dass er schon eine lange Saison hinter sich hat“, schilderte Mirek Rulec.

In großem Stil trumpfte hier einmal mehr der von Freddie Head für die Gebrüder Wertheimer aufgebotene Seriensieger Solow als Favorit auf. Mit Olivier Peslier („Es lief alles genau so wie erhofft“) entwickelte der Wallach aus dem Mittelfeld riesige Reserven und verwies die Aga Khan-Stute noch deutlich auf den Ehrenplatz. Limario spannte am Ende aus, schien länger mehr zu erreichen.

Was für ein Drama im Prix Dollar (Gruppe II, 200.000 Euro, 1.950 m) . Der großartige Cirrus des Aigles (19:10, C. Soumillon) und Godolphins nachgenannter Manduro-Sohn Fractional (33:10, R. Marchelli) lieferten sich auf den letzten Metern ein packendes Finish, das alle Besucher von den Sitzen riss. Kurz schien Fractional den heißen Favoriten abgefangen zu haben, als Cirrus des Aigles zurückkämpfte und nach Zielfoto hauchdünn das bessere Ende hatte.

Doch der Star-Wallach hatte im Endkampf den Konkurrenten berührt, und hatte Planetaire (im Ziel Fünfter) völlig aus dem Takt gebracht. Nach langer Beratung durch die Stewards wurde Cirrus des Aigles disqualifiziert und hinter Planetaire auf den fünften Platz gesetzt. Nichts wurde es aus dem vierten Coup im Prix Dollar, der nun auf das Konto des von Andre Fabre trainierten Fractional vor Hippy und Calling Out ging.

Zwei Wochen nach ihrem Super-Erfolg im St. Leger in Dortmund gab sich die im Besitz der Fußball-Profis Mike Kroschwitz, Torsten Oehrl und Mike Hanke sowie von Lars-Wilhelm Baumgarten stehende Klassestute Kaldera im Prix Chaudenay (Gruppe II, 200.000 Euro, 3.000 m) unter Eddy Hardouin die Ehre.

Als Siebte verkaufte sich die von Paul Harley trainierte Seriensiegerin in einem Elite-Feld der dreijährigen Steher auch nicht schlecht, doch fand sie einfach zu spät ins Rennen. An letzter Stelle ging die Außenseiterin, und auch Mitte der Geraden war sie noch ganz hinten. Am Schluss machte sie weit außen noch einigen Boden gut, doch da war der Zug nach vorne schon abgefahren. „Ich bin stolz, die Stute ist in dieser Klasse gut gelaufen. Sie läuft halt ihre Rennen von hinten“, kommentierte Harley.

Der Sieg ging in einem spannenden Finale an den groß anpackenden Auvray (G. Benoist) aus dem Stall von Elie Lellouche, der sich in dieser Saison mit einer Riesenserie mächtig entwickelt hat. Er gab dem Engländer Vent de Force (ein Sohn des Ammerländers Hurricane Run) und dem spät heranstürmenden Baino Hope sicher das Nachsehen.

Im Prix de Royallieu (Gruppe II, 250.000 Euro, 2.500 m) konnte die von Markus Klug aufgebotene Görlsdorferin Berlin Berlin (210:10, A. de Vries) nicht an ihren Ehrenplatz aus dem Großen Preis von Berlin anknüpfen. Früh verlor die Stute ihren Platz im Mittelfeld, kam als letztes Pferd in die Gerade und kam nie vom zehnten Rang weg. Auch die Ammerländerin Savanne hatte bald keine Reserven mehr, nachdem sie lange Zweite war bzw. sogar geführt hatte und wurde Vorletzte.

„Manchmal kippt um diese Jahreszeit die Form. Zu Hause hatte sie aber noch keine Anzeichen feststellen lassen. Eigentlich sollte sie vorne mitgehen, aber da kam sie nicht hin. Sie wird zum Saisonende in die Zucht wechseln. Ob sie vorher noch einmal läuft, kann ich noch nicht sagen“, berichtete Berlin Berlins Betreuer Markus Klug.

Mit großer Steigerung wartete hier die zum ersten Mal von Carlos Laffon-Parias gesattelte Frine (130:10, G. Mosse) auf. Die früher in Spanien beheimatete Lady kam ganz zuletzt noch an Mayhem und der Zarkava-Schwester Zarshana vorbei und überbot ihre jüngsten Leistungen enorm.

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