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Überraschung im Zweijährigen-Highlight in Köln

Brisanto brilliert im Winterfavoriten

Köln 12. Oktober 2014

Überraschung vor praller Kulisse beim Galopper-Saisonfinale am Sonntag in Köln: Den Preis des Winterfavoriten, das bedeutendste Rennen für zweijährige Pferde Deutschlands (Gruppe III, 155.000 Euro, 1.600 m), gewann der von dem Bulgaren Miltcho Mintchev vor Ort vorbereitete 183:10-Außenseiter Brisanto unter dem jungen Jockey Martin Seidl, der sich sein erstes Grupperennen überhaupt sicherte.

100.000 Euro flossen auf das Konto von Stall Litex-Besitzer Grischa Gantchev, der auch Anteile an dem Fußball-Klub Litex Lovetsch hat. Es war beim dritten Start der zweite Treffer für Brisanto, dessen Mutter Briseida sogar klassische Siegerin ist. Doch die Wetter hatten den Dansili-Sohn mächtig unterschätzt.

Aus dem Vordertreffen attackierte Brisanto auf der Zielgeraden früh die bis dahin führenden Rock Academy und Sherlock, der sich lange tapfer wehrte, doch ging Brisanto schon früh besser und hatte am Ende zweieinhalb Längen Vorsprung.

Brisanto ist blaublütig gezogen. Erstaunlicherweise wollte ihn bei der Auktion keiner haben. Das ist eine Granate. Wir gehen mit ihm nun in die Winterpause“, kommentierte sein Trainer Miltcho Mintchev.
Sherlock verkaufte sich als Zweiter ebenfalls glänzend. „Schade, dass er in der ersten Hälfte so viel tun musste, aber das ist ein junges Pferd, das immer besser wird“, signalisierte sein Trainer Mirek Rulec. Der Favorit Molly le Clou konnte sich aus idealer Lage nicht mehr steigern, wurde Dritter. „Wir sind dennoch zufrieden, die Leistung geht in Ordnung. Nun steht die Winterpause an“, so sein Coach Jens Hirschberger.

Der lange führende Rock Academy brachte den vierten Platz vor Ebeltoft und Starwood nach Hause, der lange besser aussah. Bleu Azur, Leonido und Sealord waren nie prominent.

Kein anderes Flachrennen in Deutschland ist so lang wie das Silberne Band mit seinen 4.000 Metern. Und die im Besitz von Alexander Pereira (Chef der Mailänder Scala) stehende und von Henri-Alex Pantall in Frankreich trainierte Stute Baroness Daniela (29:10-Favoritin) war in diesem Marathon in ihrem Element. Unter Fabrice Veron sicherte sich die Tiger Hill-Tochter nach dem German Tote Langer Hamburger ihr zweites 25.000 Euro-Listenrennen in dieser Saison bei uns.

„Diese Distanz war perfekt für sie, auch liebt die Stute den weichen Boden. Es ging alles sehr leicht“, kommentierte der Jockey den klaren Erfolg von Baroness Daniela, die den im Einlauf schon in Front gezogenen Tres Rock Danon problemlos abfing. „Er ist wieder brav gelaufen, gegen die Siegerin gab es nichts zu holen“, signalisierte sein Reiter Adrie de Vries.

Eine tolle Partie lieferte der Aufsteiger Walzertakt als Dritter, der auf der Geraden noch einen großen Schlenker machte. „Es gab kein passendes handicap, jetzt wissen wir, wo er steht. Es war erst sein sechster Start im Leben. Im nächsten Jahr wird er noch besser“, so Trainergatte Hans-Georg Rotering. Bella Duchessa hielt sich als Vierte gut, während Lateran Accord stark abbaute.

Mit einem glänzenden Debüt wartete Darius Racings Palang (71:10, St. Hellyn) im einleitenden Zweijährigen-Rennen über 1.600 Meter auf. Dank eines gewaltigen Endspurts schaffte es der wie Gruppe I-Sieger Dabirsim von Hat Trick stammende Hengst noch an der heißen Favoritin Nightflower vorbei, die auf der Geraden scheinbar überlegen in Front gezogen war. „Der Sieg kam nicht ganz unerwartet. Er ist ein großes, spätes Pferd, das schon im Training mehrfach auf sich aufmerksam gemacht hat. Wir denken nun über eine Nachnennung im Ratibor-Rennen nach“, kommentierte Trainer Andreas Löwe.
Nightflower sollte sich bei nächster Gelegenheit schadlos halten, verbessert wirkte der lange standhaltende Los Cerritos. Well Kept hatte vorne bald ausgespielt.

„Wir wollten eigentlich in Baden-Baden starten, aber es kam ein Anruf vom Kölner Renn-Verein, da haben wir Scataro hier aufgeboten. Ich habe ihm heute morgen im Training noch den letzten Schliff gegeben“, berichtete Ex-Jockey Kevin Woodburn nach dem souveränen Erfolg des Wallachs, der seiner Lebensgefährtin Simone Bals gehört, in einem Lauf der Longines World Fegentri Championship For Lady Riders. Den lange mit Vorsprung führenden Antonow fing die Engländerin Alice Mills mit Scataro (27:10) noch klar ab, der Rest folgte weit distanziert.

Noch jede Menge Reserven scheinen in der dreijährigen Stute Antalya (30:10, A. Helfenbein) zu schlummern, die bei ihrem dritten Saisonsieg in einem 1.400 Meter-Ausgleich II aus dem Vordertreffen früh auf und davon ging, da hatten Librettista und Mister Mackenzie nie eine Chance. „Sie mag den weichen Boden und hat sich immer weiter gesteigert. Vielleicht geht sie nun in ein Listenrennen in Hannover“, ließ Trainer Markus Klug durchblicken. Besitzer von Antalya ist die engagierte Mannschaft des Stalles Frankie and Friends.

Nichts wurde es aus dem ersten Treffer des Schecken Silvery Moon in einer 1.850 Meter-Prüfung, denn der heiße Favorit und Publikumsliebling wirkte früh nicht mehr zwingend und kam über den fünften Platz nicht hinaus. Da war der Weg frei für die locker davonziehende Mäder-Stute Nasqueen (123:10, M. Seidl), die Zubaida und Dance With Me keine Chance ließ.

In einem 1.850 Meter-Ausgleich II schaffte die von Hans-Jürgen Gröschel trainierte Lebensglück (47:10, A. de Vries) für den Stall Garden Lounge aus Hannover den ersten Erfolg seit dem Sommer 2012. Doch gegenüber Mandachic und Wadeshda hatte die Areion-Tochter die stärkeren Reserven.

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