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Der 100.000 Euro-Coup von Santa Lucia

Die goldrichtige Entscheidung

Baden-Baden 17. Oktober 2014

„Wir haben zu Hause überlegt, ob wir sie in einem Sieglosenrennen laufen lassen sollen oder hier“, gab Rolf Harzheim, der Besitzer des Gestüts Bona nach dem Ferdinand Leisten-Memorial – BBAG Auktionsrennen, einem der höchstdotierten deutschen Galopprennen (200.000 Euro, 1.200 m) am Eröffnungs-Freitag des Baden-Badener Sales & Racing Festivals offen zu. Wie recht das Team um die Stute Santa Lucia (87:10, A. Starke) doch hatte, in diesem Hochkaräter anzutreten.

„Wir haben zu Hause überlegt, ob wir sie in einem Sieglosenrennen laufen lassen sollen oder hier“, gab Rolf Harzheim, der Besitzer des Gestüts Bona nach dem Ferdinand Leisten-Memorial – BBAG Auktionsrennen, einem der höchstdotierten deutschen Galopprennen (200.000 Euro, 1.200 m) am Eröffnungs-Freitag des Baden-Badener Sales & Racing Festivals offen zu. Wie recht das Team um die Stute Santa Lucia (87:10, A. Starke) doch hatte, in diesem Hochkaräter anzutreten.

Denn die Tertullian-Tochter, eine Halbschwester der einstigen Diana-Siegerin Salomina (wurde später nach Australien verkauft), zeigte sich vor 3.000 Zuschauern gegenüber ihrem Düsseldorfer Debüt nicht nur deutlich gesteigert, sondern imponierte auch mit einem Dreieinhalb-Längen-Erfolg, der 100.000 Euro auf das Konto seiner Eigner spülte. Man wird also keinen Zorn haben, dass Santa Lucia als Jährling bei der BBAG-Auktion bei einem sechsstelligen Betrag nicht verkauft wurde.

Trainer Peter Schiergen erläuterte: „Ich hatte beim ersten Start schon Mumm auf sie, aber da war der Rennverlauf sehr unglücklich. Dass sie eine gute Stute ist, wussten wir, sie ist ja auch sehr gut gezogen.“

Andrasch Starke, der damit den ersten Super-Coup nach seiner Verletzungspause markierte, sicherte ihr gleich einen Platz in der vorderen Gruppe, die Ice Man Star vor Event Mozart anführte. Und schon Mitte der geraden löste sich die Lady aus Köln ausgesprochen deutlich. „Sie ist auf dem weichen Boden super galoppiert. Sie trug ja vier Kilo weniger als einige Hengste. Im Schlussbogen marschierte sie schon überragend“, schilderte der Jockey.
Ice Man Star (inzwischen in südafrikanischem Besitz) und Event Mozart hielten bestens stand und ergatterten die besten Platzgelder. „Beide sind wieder sehr gut gelaufen. Sie könnten noch in Sieglosen-Rennen starten“, versicherte ihr Betreuer Markus Klug. Der Favorit Making Trouble (Vierter) musste einigen Boden gutmachen, tat sich aber nicht leicht. „Er lief okay, aber der Boden war nicht ideal“, meinte Andreas Wöhler. Die anderen Pferde hatten bald keine bessere Möglichkeit mehr.

Mit einer Vorstellung wie vom anderen Stern wartete der favorisierte Adlerflug-Sohn Liberry Gold (25:10) im einleitenden 1.600 Meter-Rennen für Zweijährige auf. Schon zu Beginn der Geraden verabschiedete sich der Hengst des Stalles Emina völlig überlegen von der Konkurrenz. Beim ersten diesjährigen Ritt in Baden-Baden war Andrasch Starke gleich auf der Siegerstraße. „Er hat im Führring schon gut ausgesehen und sehr leicht gewonnen. Er hat viel Potenzial“, berichtete der Star-Jockey. Und Trainer Paul Harley fügte nach dem 17-Längen-Triumph an: „Liberry Gold hatte schon zu Hause einen guten Eindruck hinterlassen, so dass wir zuversichtlich waren. Er hat eine Nennung im Ratibor-Rennen in Krefeld, das werde ich mit der Besitzerin abstimmen.“
Montana Kid stand früh als Zweiter fest. „Er hat deutliche Steigerung gegenüber dem Debüt gezeigt und geht nun in die Winterpause“, so Trainer Markus Klug. Wizard Wolf schob sich auf Rang drei, während Sworn Terz nie von hinten wegkam.

Schon oft war die im Besitz des Galopp Club Süddeutschland stehende Sepideh (121:10) in Iffezheim knapp an einem Erfolg vorbeigeschrammt. In einem 1.400 Meter-Handicap, dem Finale der Sport Welt Talent-Trophy, klappte es endlich einmal für den Gast aus München. Die Österreicherin Carolin Stummer (vier Siege in dieser Saison im Nachbarland) trat mit ihr Mitte der geraden auf den Plan und bekam Albarado sicher in den Griff, während Troyanda als Dritte schon deutlicher zurück folgte. „Baden-Baden liegt Sepideh einfach. Dabei hatte ich geglaubt, der Boden sei zu weich“, meinte ihr Betreuer Werner Glanz.

Nach einer Reihe von Platzierungen reichte es in einer Meilen-Prüfung für Rotkaeppchen Rubin (87:10, A. Helfenbein), die sich bald schon auf großen Vorsprung von Edda und Zaragoza absetzte. „Die Gegnerschaft war überschaubar, sie scheint den Boden zu mögen. Nun steuern wir das Auktionsrennen in Magdeburg an“, sagte Trainer Hans-Jürgen Gröschel.

Platzierungen en masse hatte zuletzt auch Stall Unias Classic Blues (67:10, A. Helfenbein) gesammelt. „Er ist in Köln zu offensiv geritten worden“, erklärte sein Betreuer Axel Kleinkorres. Und in einem 1.800 Meter-Ausgleich III bekam er nun alles bestens eingeteilt und landete einen knappen Treffer. Gegen Earl of Heinz, Toulio und Shahnaz beschleunigte der Wallach am Ende enorm. In dieser Wettchance des Tages bezahlte die einfach zu treffende Viererwette 12.293:10 Euro.

Die weite Reise aus der Slowakei hatte sich für Innovator (J. Linek) so richtig gelohnt. Der siebenjährige Hengst, ehemals Derbysieger in seiner Heimat, sicherte sich als 110:10-Außenseiter völlig überraschend den 1.200 Meter-Ausgleich II trotz einer fast einjährigen Pause und auf einer extrem kurzen Strecke. „Er war schon Deckhengst, hatte aber nur fünf Stuten, das machte kaum mehr Sinn“, berichtete Trainerin Zuzana Kubovicova. „Wir hatten überhaupt nicht mit diesem Sieg gerechnet, das war eine richtige Sensation. Eigentlich sollte das nur ein Vorbereitungsrennen für eine Prüfung am 26. Oktober in Bratislava sein. Und Marian Surda, der Direktor der slowakischen Top-Bahn, signalisierte: Innovator hatte als Jährling 34.000 Euro gekostet, ist normalerweise ein 1.800 Meter-Pferd.“ Doch mit unglaublichem Speed schaffte er ganz am Schluss noch die Wende gegen Donna Sophia und Best Dreaming. Flavio forte war nie in der Partie.

Eisenhart – das scheint die richtige Umschreibung für Frank Fuhrmanns Amondo (109:10, A. Best), der in einem 2.200 Meter-Handicap beim 18. Saisonstart sicher gegen Chalkidikis Elpida und Avio zum Zuge kam.

Der erste Badener Meetingstag endete mit dem obligatorischen Sieg von Iffezheim-Spezialist John Smith aus den Niederlanden, dessen Golden Rose (38:10, A. de Vries) mit großem Endspurt einen Sensationscoup des lange führenden Maupiti Express verhinderte. Faytosa und Organza machten die Viererwette komplett, die 54.218:10 Euro bezahlte.

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