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Bourree ist die Winterkönigin – Ever Strong stark

Andreas Löwe krönt seine Super-Saison

Baden-Baden 19. Oktober 2014

Der Kölner Trainer Andreas Löwe scheint 2014 in einen Jungbrunnen gefallen zu sein. Mit 72 Jahren erlebt der Galopper-Coach die wohl erfolgreichste Saison seiner langen Karriere. Am Sonntag landete er beim Sales & Racing Festival in Baden-Baden einen weiteren bedeutenden Sieg –im Soldier Hollow – Preis der Winterkönigin (Gruppe III, 105.000 Euro, 1.600 m), dem bedeutendsten Rennen für zweijährige Stuten in Deutschland, vor 5.089 Zuschauern mit der Siyouni-Tochter Bourree.

Der Kölner Trainer Andreas Löwe scheint 2014 in einen Jungbrunnen gefallen zu sein. Mit 72 Jahren erlebt der Galopper-Coach die wohl erfolgreichste Saison seiner langen Karriere. Am Sonntag landete er beim Sales & Racing Festival in Baden-Baden einen weiteren bedeutenden Sieg –im Soldier Hollow – Preis der Winterkönigin (Gruppe III, 105.000 Euro, 1.600 m), dem bedeutendsten Rennen für zweijährige Stuten in Deutschland, vor 5.089 Zuschauern mit der Siyouni-Tochter Bourree.

Die 169:10-Außenseitern gehört dem Kölner Alexander Rom und seinem Stall Lenau, der vor vier Jahren in Baden-Baden mit der Halbschwester Blue Note ein Auktionsrennen hier gewonnen hatte. „Unser Geschäft, eine Apotheke, befindet sich am Lenauplatz in Köln, daher haben wir diesen Stallnamen gewählt“, erklärte der Eigner.

Trainer Andreas Löwe feierte seinen vierten Erfolg in der Winterkönigin, während Jockey Jozef Bojko zum dritten Mal hier triumphierte. Bourree war zuletzt nur hinter dem späteren Winterfavorit-Zweiten Sherlock eingekommen und landete nun bei spätsommerlichem Wetter in Iffezheim ihren ersten Karrieretreffer, der mit 60.000 Euro honoriert war.

Bojko trat mit Bourree erst auf der Zielgeraden so richtig auf den Plan. In einem langen Zweikampf mit Desiree Clary (Eddie Hardouin), die an der Innenseite immer schneller wurde, rettete der Jockey einen Mini-Vorsprung von einem kurzen Kopf nach Hause.

„Eigentlich hatte ich mehr Mumm auf meine andere Starterin Amona (Anm. d. Red.: Wurde Letzte im Zwölferfeld), doch ihr behagte der weiche Boden wohl nicht. Bourree hat sich immer weiter gesteigert. Beim ersten Start lief einiges verkehrt, zuletzt lief sie schon sehr stark, und nun hat sie ein großes Herz und Phlegma gezeigt. Im nächsten Jahr steuern wir die Klassiker an“, kommentierte Andreas Löwe.

Und Jockey Jozef Bojko merkte an: „Schon nach dem Aufgalopp wusste ich, dass wir eine Chance haben würden. Ich hatte früh ein gutes Gefühl.“
Desiree Clary unterlag in allen Ehren. „Ein paar Meter weiter hätte es gereicht“, signalisierte ihr Trainer Waldemar Hickst, dessen andere Ladies Amabelle Vierte, Pearl Diamond Fünfte und Nymeria Sechste wurden. „Von ihr war ich etwas enttäuscht. Sie hatte gut gearbeitet.“

Mit tollen Endspurt schob sich die Ebbesloherin Winnemark noch auf den dritten Platz, woraufhin die Dreierwette nicht getroffen wurde. Amabelle hielt sich nach langer Führung als Vierte gut.
Peace Society, Rose Rized und Weichsel als stärker gewettete Pferde kamen über Rang acht, zehn und elf nicht hinaus. „Am Rennverlauf lag es nicht, vielleicht ist sie schon über die Hochform hinweg“, sagte Weichsels Betreuer Markus Klug. Darasita war kurzfristig zurückgezogen worden.

Unfallfrei brachte Ex-Star-Turner Eberhard Gienger den Ehrenpreis in der Baden-Württemberg-Trophy (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m) per Fallschirmsprung zu Boden. Dass die Trophäe an das Team von Dr. Andreas Bolte aus Lengerich gehen würde, kam allerdings ziemlich unerwartet. Denn der sechsjährige Wallach Ever Strong (114:10) war bisher in dieser Klasse noch nicht etabliert. Doch der neunte Treffer des im Besitz von Dr. Andreas Boltes Ehefrau Annette Christina stehenden Galoppers wurde sein wichtigster.

Schon früh in der Geraden schaltete Adrie de Vries auf Ever Strong einen Gang höher und hatte damit zeitig die Weichen auf Sieg gestellt. „Meine Frau ist mit den Kindern in Hamburg, sie freut sich ebenfalls sehr. Ich hatte die hohe Quote nicht verstanden, denn er liebt Baden-Baden, mag den Boden und hatte Formen gezeigt, die aufgewertet wurden. Wir haben Ever Strong für den Herbst aufgespart. Er könnte nun ein Grupperennen in Krefeld bestreiten.“
Madurai zog aus dem Vordertreffen bestens durch, der Dreijährige konnte nach einer Pause kaum besser laufen. „Das war gut genug, wahrscheinlich machen wir nun Schluss bis nächstes Jahr“, so Trainer Waldemar Hickst. Noch viel Boden machte die Stute Daytona Bay gut. „Sie wurde nur mit den Händen geritten, denn das war ein Aufgalopp für den Großen Preis von Bayern in zwei Wochen“, ließ ihr Coach Ferdinand Leve durchblicken.
Bermuda Reef lief nach langer Führung als Vierter mehr als ordentlich vor Polish Vulcano, der ebenfalls vor dem sehr blass bleibenden 17:10-Favoriten Wake Forest (im Mitbesitz von Klaus Allofs) blieb, der nie gefährlich wirkte. „Es war für ihn viel zu langsam. Da fehlte der letzte Dash“, erklärte Trainer Andreas Wöhler. Amazonit folgte weit distanziert.

Im Finallauf zum Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich IV, 1.800 m) bewies der Italiener Tommaso Scardino auf Orfleur (48:10) viel Übersicht, denn auf der Geraden brachte er die Stute aus Hoppegarten früh in Position und verabschiedete sich mit ihr locker von Opalin und Alta Monte. „Wir waren sehr optimistisch. Orfleur hatte immer Problemchen, daher haben wir den Sommer mit ihr ausgelassen und auf weichen Boden gewartet“, erklärte Trainer Uwe Stech.

In die Niederlande ging der Sieg im mit 12.000 Euro dotierten Araberrennen, als die 136:10-Außenseiterin Darat Al Aayam (K. Clijmans) aus dem Stall von Diana Dörenberg gegen Myrtille de Jura und Djetkan die größeren Reserven entwickelte.

Direktoriums-Präsident Albrecht Woeste durfte sich im Rahmenprogramm über einen Kampferfolg seines Dreijährigen Notre Same (33:10, A. Pietsch) in einem 2.200 Meter-Rennen freuen, der nach frühem Vorstoß auf der Geraden knapp gegen Nauka nach Hause stand, dabei war er jedoch immer weiter nach innen geraten und hatte die Konkurrentin zumindest irritiert, die - nach außen bugsiert - schließlich noch sehr schnell wurde und dicht heranlief. Die Rennleitung beließ es bei einer Überprüfung. Damit war der zweite Saisontreffer von Notre Same perfekt, ein einstiger 67.000 Euro-Auktionskauf. „Er ist immer noch ein sehr spätes Pferd. Im nächsten Jahr dürfte man noch einiges von ihm hören“, kommentierte Siegtrainer Waldemar Hickst. Nauka unterlag sehr unglücklich, Kiss me Kate hielt als Dritte sehr gut stand.

Das Wettrennen beim Sales & Racing Festival war der Ausgleich III über 2.200 Meter, denn 30.000 Euro wurden hier in der Viererwette als Auszahlung garantiert. Am Ende behauptete sich die von Claus Thomas seit Wochen in großartiger Verfassung gehaltene Anna Bellamy (V. Schiergen, 142:10) Start-Ziel ohne Probleme gegen Lavolo, Patanos und den Favoriten Sokol. Die Viererwette bezahlte 117.929:10 Euro. „Wir wollen mit Anna Bellamy vorne gehen, ich konnte mir alles gut einteilen. Im Bogen habe ich die Stute verschnaufen lassen. Sie ist dann im Einlauf wieder abgesprungen“, berichtete Vinzenz Schiergen nach seinem perfekten Ritt.

Besonders heiß her ging es im Ausgleich I über 2.400 Meter, denn vier Pferde lieferten sich ein Finish auf Biegen und Brechen. Auf dem grünen Rasen hatte Santillana (A. Helfenbein) mit viel Speed die Nase gegen die innen vorstoßende Röttgenerin Nashita (M. Seidl, 59:10), sowie den außen wie der Sieger aussehende Swordshire und den lange führenden See The Rock vorne. Doch bei ihren Angriffen war Santillana zweimal nach außen in die Spur von Swordshire geraten, die der große Pechvogel der Prüfung war.
Nashita kam unblutig zum fünften Saisontreffer für das Gestüt Röttgen und Trainer Markus Klug. „Sie ist das ganze Jahr über in toller Verfassung.“ Swordshire rückte auf den Ehrenplatz vor. „Ohne die Behinderungen hätte er gewonnen“, meinte sein Betreuer Werner Glanz. Santillana („die Frankreich-Formen konnten nicht stimmen“) und See The Rock („er hat vorne glänzend standgehalten“ komplettierten das Top-Ergebnis für Trainer Markus Klug.

Nach seinem großen Pech zuletzt in Hannover rehabilitierte sich der von Mario Hofer für Eckhard Sauren vorbereitete Diplomat (46:10, A. de Vries) im 1.600 Meter-Ausgleich II. Nach einem Super-Endkampf seines Jockey überspurtete der Mitfavorit an der Innenseite noch See Dex und Titania.

Eigentlich war der von Gerald Geisler in Iffezheim trainierte Leoderprofi schon als ewig Platzierter abgestempelt worden. Doch in einem 1.200 Meter-Ausgleich II lief er unter Stephen Hellyn als 71:10-Chance mit starken Reserven noch ganz nach vorne und verwies Tatar und Saldaria auf die Plätze. Im abschließenden Ausgleich III über 1.400 Meter, der leider durch fünf Nichtstarter dezimiert war, punktete Andrasch Starke in einer spannenden Ankunft auf der von Christian Sprengel für Friedel Steinebach vorbereiteten Joy to the world (50:10) vor Jupiter, Miss Amber und Millies Quest. Die Viererwette brachte 3.240:10 Euro.

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