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Ohne Tadel überrascht bei der Gras-Premiere in Neuss

Storp-Familie und Dresdener Gäste stark

Neuss 21. Oktober 2014

Erstmals seit 2006 gab es am PMU-Dienstag in Neuss wieder Grasbahnrennen am Hessentor. Leider litt die Premiere unter dem widrigen Wetter, denn es stürmte und regnete wie aus Kübeln. Davon ließ sich im einleitenden Meilenrennen der 21:10-Favorit Severus (A. de Vries) nicht beeindrucken, der Start-Ziel das Geschehen diktierte. Damit durfte Besitzertrainer Lucien van der Meulen jubeln, der den Wallach nach dessen Ehrenplatz in Mons erworben hatte.

„Mein Dank gilt seiner früheren Trainerin Erika Mäder. Wir bleiben mit ihm nun erst einmal in Deutschland“, kommentierte der Holländer, der noch einen Punkt hinter Christian Peterschmitt in der Statistik zurückliegt. Alwin machte nach Spurwechsel noch viel Boden gut. „Innen behagte es ihm nicht besonders“, versicherte Angelika Glodde. Queen’s King find dahinter noch Blue Night für Rang drei ab.

Nach einer ganzen Reihe von Platzierungen reichte es in einem 2.000 Meter-Handicap endlich einmal für die siebenjährige Stute Belle Zorro (J. Bojko, 87:10), die mit starken Reserven den lange führenden High Prince schnappte, während Styletto mit Speed als Dritter die Dreierwette komplettierte (Quote: 15.664:10 Euro). „Weicher Boden kommt ihr entgegen, und der Ritt war auch gut“, schilderte Siegtrainer Rudolf Storp.

Ganz fest in der Hand der Familie Storp war der 1.200 Meter-Ausgleich III, denn der von Elisabeth Storp trainierte 162:10-Riesenaußenseiter Ohne Tadel (mit der jungen Luisa Steudle) kam noch an der schon in Sicherheit geglaubten Northern Sun (Trainer Rudi Storp) vorbei. „Der weiche Boden war ideal“, verriet die Siegtrainerin, während ihr Gatte scherzte: „Man muss anerkennen, dass die Frauen stärker sind.“ Mit Eastern Eagle wurde ein weiterer Außenseiter Dritter, so dass die Dreierwette auf 42.813:10 Euro kletterte.

Schon in der Vergangenheit nannte der Stall 3 Musketiere versprechende Pferde sein eigen. In etwas anderer Formation triumphierte für diesen Stall nun der debütierende Königstiger-Sohn Nero (41:10, A. Helfenbein), der sich lange von Gambe führen ließ und auch die noch sehr schnell aufkommende Ishita locker hinter sich ließ. „Die Frage war, ob er in die Startbox gehen würde. Ich habe den Wallach selbst mit meinen Leuten reingeführt. Er ist noch ein Riesenbaby“, ließ Trainer Sascha Smrczek durchblicken.

In der Wettchance des Tages, einem 1.600 Meter-Handicap, trumpfte die vierjährige Stute Atlantic Isle (60:10, R. Piechulek) mit gewaltigem Schlussakkord auf und flog noch an der Konkurrenz vorbei. „Sie stand zum Sieg. Die Frage war nur, wie sie mit der Kursführung zurechtkommen würde“, verriet der Dresdener Trainer Stefan Richter. Besitzer ist der Stall Beauty World aus Bad Harzburg, wie Racing Manager Sven Ociepka sagte. Fünf Pferde stehen im Richter-Quartier.
Sao Paolo lief einmal mehr ein starkes Rennen. „Er hatte Mitte des Jahres einen kleinen Durchhänger, ist sonst immer gut gelaufen“, so Markus Klug. All Percy mischte lange mit, während Sanya den vierten Rang wegen einer Behinderung an Sterngold verlor. Die Viererwette bezahlte 21.740:10 Euro.

Das Team Sven Ociepka und Stefan Richter durfte auch nach dem 2.000 Meter-Ausgleich III feiern, denn Start-Ziel dominierte der Dreijährige Königsadler (33:10, E. Pedroza) zeitig und landete schon den dritten Saisonsieg gegen die noch stark anpackenden Anarchie und Juan. „Das ist ein Pferd mit viel Potenzial. Er bekommt nun eine Pause bis zum nächsten Jahr“, erklärte Sven Ociepka über Königsadler.

Weiter auf dem Weg nach oben befindet sich der von Dr. Andreas Bolte trainierte Venezianus (38:10, A. Pietsch), der in einem 2.400 Meter-Ausgleich IV von seinem Steuermann innen auf kürzestem Weg die lange um den Sieg kämpfenden Nordsommer und Late Mute noch auskonterte. „Wir hatten ein schönes Rennen an der Innenseite, ich denke, das Pferd hat noch etwas Luft“, meinte Alexander Pietsch.

Im abschließenden 1.200 Meter-Ausgleich IV gelang Adrie de Vries auf dem von Daniel Klomp in Holland trainierten Miracle S (38:10) der zweite Tagestreffer, der Start-Ziel vor Soreion und Mex sehr sicher ausfiel.

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