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Drei Treffer für Andrasch Starke in Dortmund

Twain der Sandbahn-Star

Dortmund 7. Dezember 2014

Drei Rennen hatte der von Erika Mäder in Krefeld trainierte Twain in der laufenden Saison bereits gewonnen. Doch das Ende ist bei weitem noch nicht absehbar. Diesen Eindruck bekamen die Zuschauer am Sonntag in Dortmund, dessen letzte vier Prüfungen auch über die PMU in Frankreich zu bewetten waren. Im über 1.950 Meter führenden Ausgleich II trumpfte Twain jedenfalls in sensationellem Stil auf.

Andrasch Starke wartete an fünfter Position erst in aller Ruhe den Gang der Dinge ab, um schon im Schlussbogen außen in Front zu gehen und sich nach Belieben abzusetzen. Schon weit vor der Ziellinie wurde Twain verhalten, sonst wäre er noch wesentlich klarer als die zweieinhalb Längen vor dem stark anpackenden Leo el Toro und dem lange führenden Dippermouth gewesen. Storm war zum Nichtstarter erklärt worden. „Twain ist ein ausgezeichnetes Sandbahn-Pferd. Er war heute früh zur Stelle, da er so überlegen war“, berichtete eine natürlich sehr zufriedene Erika Mäder. Kurios: 21:10 bezahlte Twain auf Sieg und 23:10 auf Platz!

Der noch amtierende Champion Andrasch Starke bewies auch auf der von Christian Sprengel aufgebotenen Ivrea (91:10) in einem Ausgleich IV über 1.950 Meter viel Übersicht, als er von dem frühen Vorsprung auf Chrysanthus und Belle Zorro zehren konnte.

Mit einer starken Leistung startete der Excellent Art-Sohn Opus Lips (22:10, D. Porcu) seine Karriere. Der Wallach des Stalles 3 Musketiere (drei Turf-Enthusiasten um Ulrich Zerrath aus Recklinghausen) galt in der 1.700 Meter-Prüfung für Zweijährige auf Anhieb als klarer Favorit. Doch seine Anhänger mussten lange schwitzen. Denn Opus Lips, den Andreas Löwe in Köln vorbereitet, sprang deutlich hinter der Konkurrenz ab und musste unterwegs mehrfach gefordert werden.

Aber auf der Zielgeraden entwickelte er mächtige Endgeschwindigkeit und bekam den von der Spitze aus bestens standhaltenden Riesenaußenseiter Jungleboogie noch locker in den Griff. Eyes on Me kam noch besser auf und sicherte sich Rang drei, nach einem ziemlich unglücklichen Rennverlauf, denn die Stute hatte innen erst ganz spät Platz gefunden. Für den Sieger Opus Lips könnten im nächsten Jahr Auktionsrennen auf der Agenda stehen. „Er ist schon Wallach, da er etwas schwierig war“, ließ Trainer Andreas Löwe durchblicken.

Einen Sonntagsspaziergang der ganz besonderen Art absolvierte der von Stefan Richter in Dresden für eine Besitzergemeinschaft um Sven Ociepka trainierte Königsadler (15:10, R. Piechulek) in einem 1.950 Meter-Rennen. Nach drei Grasbahn-Treffern konnte der Dreijährige noch in dieser Sand-Maidenprüfung antreten, und entsprechend canterte er Start-Ziel Passeto und Josefine auf 15 Längen Vorteil davon. Damit zahlte es sich für Königsadler auch aus, hier und nicht in einem Handicap angetreten zu sein.

Schon eine halbe Stunde später gab es gleich den nächsten Volltreffer für Stefan Richter und Rene Piechulek: Der Wallach Belmondo (46:10) ließ seinem Bremer Gras-Sieg auch auf Dirt in einem 1.200 Meter-Ausgleich III einen Sieg folgen. Mit mächtigem Speed schnappte sich der Mitfavorit den so treuen World’s Danger, der seinen 25. und letzten Saisonstart absolvierte (so ist das Reglement), und France Extreme.

In großartige Form hat Neutrainer Henk Grewe den Samum-Wallach Lavolo gebracht. Der 33:10-Favorit lieferte in einem 2.500 Meter-Ausgleich IV unter Alexander Pietsch eine Vorstellung der besonderen Art. Denn nach Startverlust stürmte er auf der Geraden vom allerletzten Platz Lucky Jo und Key davon, ohne dass sein Jockey auch nur einen Finger zu rühren brauchte. Da sollte der zweite Erfolg hintereinander längst noch nicht der letzte gewesen sein.

Gezieltes Management ist die Devise bei Stall Laurus‘ Walkabout. Der frühere Meetingsspezialist aus dem Stall von Lokalmatador Norbert Sauer startet nicht allzu oft, aber er ist ein absoluter Siegertyp. Beim sechsten Auftritt in 2014 setzte sich der Wallach zum dritten Mal durch, und in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.700 m) wirkte der Medicean-Sohn längst noch nicht ausgereizt. Als 27:10-Favorit wurde Walkabout unter Filip Minarik aus hinteren Regionen immer druckvoller und gewann noch deutlich die Oberhand über Big Moun, Kepheus und Victorious. Die Viererwette brachte 14.914:10 Euro.

Zwölf Versuche brauchte Air Attack um im zarten Alter von fünf Jahren nun sein erstes Rennen zu gewinnen. Doch die weite Reise aus München hatte sich für den Hurricane Run-Sohn aus dem Quartier von John David Hillis so richtig gelohnt. In einem 1.950 Meter-Handicap löste sich der 197:10-Außenseiter unter Darren Moffatt früh von Elgar und Troyanda.

Im abschließenden 1.800 Meter-Rennen komplettierte Andrasch Starke seinen Glanztag mit dem dritten Treffer auf Hans-Jürgen Gröschels Gambadino (35:10), der den erstaunlich gut laufenden Liro und Endoran problemlos hinter sich lassen konnte.

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