Login
Trainerservice
Schliessen
Login

Ex-Hindernisjockey und treuer Helfer hinter den Kulissen

Frantisek Venhoda vor Weihnachten gestorben

Köln 1. Januar 2015

Die traurige Nachricht verbreitete sich an den letzten Renntagen des Jahres in Dortmund und löste große Betroffenheit aus. Vor allem in den Reihen der Funktionäre und auch bei vielen Stallleuten. Denn diese beiden Gruppen waren es gerade, mit denen es der am 20. Dezember verstorbene Frantisek Venhoda immer wieder und Renntag für Renntag zu tun hatte. Er war nämlich jener Mann, der für den praktischen Part bei den Dopingproben zuständig war. Der alle dafür bestimmten Pferde direkt nach dem Absatteln in Empfang nahm, sie bis ins Stallgelände eskortierte, wo er dann seinen – zuweilen nicht ganz einfachen – Job machte. Im Alter von 73 Jahren ist Frantisek Venhoda vor Weihnachten nun von dieser Erde abberufen worden.

Diesen, seinen Job machte er äußerst routiniert und zur vollsten Zufriedenheit von allen Seiten. Egal, ob es sich dabei um die Rennleitungsmitglieder oder die zuständigen Abteilungsleiter beim Direktorium für Vollblutzucht und Rennen handelte. Oder ob es die Trainer, Reisefuttermeister und Pferdeführer waren, mit denen er stets unmittelbar und direkt zu hatte, wenn er sein Handwerk ausübte.

Gerade Letztere hatten ihn in den letzten Monaten und Wochen ja bereits vermisst, und es war seit langem kein Geheimnis mehr gewesen, dass Frantisek Venhoda mit einer sehr schweren Krankheit zu kämpfen hatte. Gegen die er zwar einen tapferen Kampf führte, der allerdings in der Endphase immer schwieriger und am Ende aussichtslos geworden war. Sein endgültiger Heimgang, so heißt es aus seinem privaten Umfeld, habe für ihn eine Erlösung gebracht. Was für alle, die näher mit ihm zu tun hatten, zumindest ein kleiner Trost in der tiefen Trauer bedeutet.

Doch Frantisek Venhoda war natürlich keineswegs von Anfang an jener treue Helfer hinter den Kulissen, als er in den Sechzigern aus der damaligen Tschechoslowakei in die Bundesrepublik übersiedelte. Er kam vielmehr als junger Hindernisreiter, der sich im Laufe der Jahre aus kleinsten Anfängen kontinuierlich nach oben arbeiten konnte. Das geschah zu jener Zeit, als der Hindernissport hierzulande noch einen weitaus höheren Stellenwert besaß und selbst die großen Ställe stets Steepler und Hürdenspezialisten unter ihren Dächern beheimateten.

Eine erste wichtige Station für den couragierten Reiter war seinerzeit eine Anstellung bei Trainer Josef Hochstein in Köln. Auch dessen Weidenpescher Kollegen Alfred Baltromei und Toni Pohlkötter schätzten den Tschechen, weil er selbst vor den schwierigsten vierbeinigen Kantonisten nie kapitulierte und in der Regel immer fest im Sattel blieb.

Fast ein kleiner Ritterschlag war es damals für Frantisek Venhoda gewesen, dass er über lange Zeit auch das Vertrauen von keinem Geringeren als Heinz Jentzsch genießen durfte und für den von der Trainerlegende betreuten Stall Asterblüte zahlreiche große Jagd- und Hürdensiege erringen konnte.

Doch bleibt der Verstorbene, der in Tschechien zur letzten Ruhe gebettet werden wird, keineswegs ausschließlich als versierter Pferdepraktiker und mutiger Reiter in Erinnerung, sondern obendrein als ein stets liebenswerter sowie höflicher und immer freundlicher Zeitgenosse. Und für Insider noch als enthusiastischer Autoliebhaber, der in seiner Freizeit auf der Kölner Rennbahn in der Nähe der Zweiten Tribüne fast Tag für Tag an seinem exotischem wie betagtem Sportwagen etwas zu basteln und zu schrauben hatte. Wahrscheinlich sogar dann noch, wenn es an dem ihm so innig ans Herz gewachsenen Gefährt auch rein gar nichts zu reparieren gab.

Schlagworte zum Artikel

Weitere News

  • Ross am Donnerstag mit De Vries in Meydan

    Rückkehr nach Dubai

    Dubai 23.01.2017

    Der Dubai World Cup Carnival läuft bereits seit einigen Wochen. Pferde aus den verschiedensten Ländern kämpfen auf dem Meydan-Kurs um Petro-Dollars. Am Donnerstag kommt zum ersten Mal 2017 auch der einzige deutsche Vertreter zum Einsatz: Peter Schiergen bietet für den Kölner Stall Domstadt Ross auf, den Patrick Gibson vor Ort betreut.

  • Große Probleme mit den Eventualquoten

    Dutch Master und ein ewig junger Ferro Sensation triumphieren

    Dortmund 21.01.2017

    Alter schützt vor Siegen nicht: Ferro Sensation ist bereits elf Jahre alt, doch auf dem Sandboden auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel fühlt sich der Wallach besonders wohl. Wie schon am letzten Renntag des Jahres 2016 war er auch am ersten Renntag des Jahres 2017 auf seiner Spezialdistanz von 1.200m nicht zu schlagen. Sonja Daroszewski wehrte sich auf dem Schützling von Christian von der Recke erfolgreich gegen die Angriffe von Thorpe Bay. Für den Erfolg in dem Ausgleich 3, dem sportlich wertvollsten Rennen des Abends, gab es eine Siegquote von 50:10.

  • Einigung der Rennvereine über eine „Mitteldeutsche Galoppserie 2017“, 6 Rennen werden in ein Punktwertungssystem eingeschlossen

    Rennbahnen in Dresden, Magdeburg und Leipzig starten Mitteldeutsche Galoppserie

    Dresden, Leipzig, Magdeburg 20.01.2017

    Der Dresdener Rennverein 1890 e.V., der Leipziger Reit-­ und Rennverein Scheibenholz e.V. sowie der Magdeburger Renn-­Verein e.V. werden in diesem Jahr erstmals miteinander kooperieren und gemeinsam eine „Mitteldeutsche Galoppserie 2017“ ins Leben rufen.

  • Besuchen Sie Stand 34 auf der Galerie

    Der Galopprennsport präsentiert sich auf der EQUITANA in Essen

    Köln 19.01.2017

    Die EQUITANA ist die weltweit größte Messe für Reitsport, die alle zwei Jahre in Essen tagt. Vom 18. bis 26. März präsentiert sich in diesem Jahr dort auch der Galopprennsport.

  • Erster Renntag in Wambel im neuen Jahr

    Dortmund 18.01.2017

    Am kommenden Samstag beginnt auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel mit einigen Neuerungen die Galoppsaison 2017. Acht Rennen stehen auf dem Programm, erster Start ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Das gastronomische Angebot ist weiter verbessert und der Dortmunder Rennverein bietet auch eine Viererwette mit einer garantierten Gewinnauszahlung von 10.000 Euro.

 
 

Newsletter abonnieren

Champions League

GERMAN RACING

Erlebnissport der Extraklasse.
Unter der Dachmarke “GERMAN RACING” werden spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen abgehalten. Seit 188 Jahren bestehen Pferderennen als ältester organisierter Sport in Deutschland. Ein echter Klassiker!

Imagefilm

GERMAN RACING Imagefilm