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Trauer um eine markante Turf-Persönlichkeit

Trainer Norbert Sauer tödlich verunglückt

Dortmund 5. März 2015

Glauben wollte man es anfangs nicht; das konnte doch gar nicht sein. Nein, einfach undenkbar, einfach unvorstellbar. Aber leider wahr: Norbert Sauer, der bekannte Dortmunder Trainer, verunglückte am 5. März tödlich im Alter von 75 Jahren und unmittelbar vor der Vollendung seines 76. Lebensjahres.

Nicht nur in Wambel, wo sich er Ende der 1960-er Jahre als Trainer niedergelassen hatte und er seit Jahrzehnten eine jener Persönlichkeiten war, die dem Galoppstandort im Revier ein Gesicht gaben, herrscht jetzt große Betroffenheit. Überall im Lande sorgte die Nachricht für Sprachlosigkeit und Trauer.

Auch in Frankreich, wo Norbert Sauers vierbeinige Schützlinge in den vergangenen Jahren zu einigen teils höchst bemerkenswerten Erfolgen gekommen waren, wollte man die traurige Botschaft zunächst nicht akzeptieren.

Aber hier wie dort muss man in den nächsten Tagen lernen, das so Unfassbare anzunehmen. So unwirklich es einem auch vorkommen mag.

Über den Unfallhergang und die näheren Umstände hat die Öffentlichkeit zurzeit noch keine Kenntnis. Nur, dass es sich um einen Arbeitsunfall handelt, nicht mehr und nicht weniger wurde bekannt.

Fakt ist jedoch, dass der deutsche Galopprennsport keineswegs nur einen Ex-Hindernisjockey von hohen Graden und einen versierten Trainer von immerhin 1.525 Siegern verloren hat, sondern die gesamte Turf-Szene darüber hinaus um eine äußerst markante Persönlichkeit ärmer geworden ist.

Norbert Sauer, der sich als gebürtiger Hesse natürlich seine ersten Sporen als Jungspund in Frankfurt-Niederrad erwarb, gehörte als Reiter noch zu jener Riege, die bis heute Inbegriff einer großen Ära des Hindernissports hierzulande geblieben ist.

Er ritt zusammen mit und gegen Top-Leute wie unter anderem Günter Broda, Horst Degner, Heinz Hesse, Rudi Hinterberger, Anton Pohlkötter, Bernd Stolz, Rudi Treffel, Uwe Ostmann, Adolf Wöhler oder Manfred Wortmann.

Große Jahre hatte er als Hindernisjockey insbesondere am Stall Asterblüte der Trainerlegende Heinz Jentzsch, für den er in großen und größten Hürden- wie auch Jagdrennen erfolgreich war, ehe er sich später in Dortmund als Trainer niederließ.

Früh stellte sich auch hier der Erfolg ein. Selbst wenn es der Verstorbene auf insgesamt 13 Championate als Trainer in der Hindernisfakultät brachte, machte er sich insbesondere auch als Betreuer vieler guter Zweijähriger ein Namen. Paradepferde früherer Jahre waren dennoch viele namhafte Steepler und Hürdenspezialisten, wie beispielsweise unter anderem Mood, Romping to Work oder Tangelo.

Norbert Sauer, der nach Fitness und Exterieur überall auch als gereifter 55-Jähriger durchgegangen wäre, war indes keineswegs nur ein exzellenter Vollblut-Mann. Sein Berufsleben prägte lange Zeit zudem ein großes Engagement in den Führungsgremien des Dachverbandes wie auch im Trainer- und Jockey-Verband.

Nie verlegen war er um einen Flachs und dazu alles andere als ein Opportunist oder Meinungsakrobat. Angst oder Scheu vor vermeintlich großen Namen hatte er nie gekannt, gleichwohl er sich damit auch nicht immer Freunde gemacht hat.

Norbert Sauer kannte nur eine Richtung, und die hieß: geradeaus. Winkelzüge waren ihm ebenso fremd wie besonders diplomatisches Verhalten. Er gehörte zu den letzten echten Typen und Charakteren unseres Sports.

Hohe Erwartungen hatte Norbert Sauer noch zu Beginn des Jahres in die Stute Missterner gesetzt. Für den Stall Laurus, seinen Hauptpatron in den vergangenen Jahren, hatte er sie in Frankreich in einem Verkaufsrennen herausgepickt. Mit Kennerblick und untrüglicher Witterung, wie sich schnell herausstellen sollte. Denn allzu viel Zeit verging nicht, bis er Missterner als Gewinnerin eines 105.000 Euro-Hürdenrennen in Enghien von Geläuf abholen konnte.

Die weitere Entwicklung der Stute mitzuerleben, ist Norbert Sauer nun nicht mehr vergönnt. Missterner wie auch alle mit ihm eng verbundenen Menschen werden ihrer Wege künftig ohne seine Begleitung gehen müssen.







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