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Gedenken an Norbert Sauer in Dortmund

Würdigung einer einzigartigen Persönlichkeit

Dortmund 18. März 2015

Das Finale der Dortmunder Sandbahn-Saison am PMU-Mittwoch war die Reminiszenz an einen der erfolgreichsten Trainer der deutschen Turf-Geschichte: Sämtliche Renntitel erinnerten an den vor wenigen Wochen plötzlich und viel zu früh verstorbenen Norbert Sauer. Zudem wurde in einer Erinnerungszeremonie nach dem vierten Rennen des großen Pferdemannes gedacht.

Vor bzw. nach einer Fotostrecke mit Bildern aus seinem unvergleichlichen Leben im Rennsport würdigten Rennvereins-Präsident Andreas Tiedtke und Vizepräsident Dr. Werner Himmelmann den 13-fachen Champion der Hindernistrainer, der 998 Flach- und 527 Hindernisrennen, also insgesamt 1.525 Rennen als Trainer, gewann. Diese einzigartige Persönlichkeit wird unvergessen bleiben.

Das in Scharen angereiste Publikum zollte Sauer die Ehre am Absattelring. Natürlich stand auch das Hauptrennen im Zeichen der Erinnerung. Nach dem Norbert Sauer-Memorial (Ausgleich III, 1.700 m) durfte erneut Neutrainer Lennart Hammer-Hansen einen Sieger vom Geläuf abholen. Denn der von dem dänischen Ex-Jockey für den Turf Club Baden aufgebotene Areion-Sohn Paper Moon trumpfte auch bei seinem zweiten Start auf dieser Bahn unter dem Franzosen Bertrand Flandrin riesig auf und war nie zu gefährden. Schon früh ergriff sein Reiter die Initiative und setzte sich mit dem 24:10-Favoriten rechtzeitig von dem immer besser anpackenden Außenseiter Shady und Dreamworks ab. Damit bleibt Hammer-Hansens Ausbeute als Trainer weiterhin bei 100 Prozent! Sagenhaft waren die Platzquoten – für Paper Moon gab es 27:10, und für Shady (Eventualquote auf Sieg: 136.10) sensationelle 126:10!

Kompliment an den Hannoveraner Trainer Christian Sprengel. Denn er hatte für den auf Gras schon im Ausgleich II nach vorne gelaufenen Bear Power eine mehr als günstige Aufgabe ausgesucht, ein 1.800 Meter-Rennen für auf Gras noch sieglose Pferde. Doch Jockey Filip Minarik musste sich ganz schön ins Zeug legen, um den 18:10-Favoriten gegen die ebenfalls hoch eingeschätzte Kiss me Lena (Jozef Bojko war hier für Miguel Lopez eingesprungen) nach Zielfoto mit einem Kopf in Schach zu halten. Giolino folgte als Dritter schon deutlicher zurück.

Rennkommentator Pan Krischbin umschrieb ihn als „Dauerbrenner“, wie Recht er doch hat: Dieser Kepheus ist einfach unverwüstlich. Nach einem bestens eingeteilten Ritt von Alexander Pietsch landete der siebenjährige Wallach aus dem thüringischen Stall von Manfred Türk als 69:10-Chance in einem 1.700 Meter-Handicap beim 67. Karrierestart den elften Sieg, und dies mit fünf Längen Vorsprung! Vier Rennen hatte er allein 2014 gewonnen, und das bei stattlichen 20 Auftritten. Im Gegensatz zu manchem Treffer aus der Vergangenheit ging er diesmal nicht gleich selbst vorne, sondern hielt sich hinter Turning Blade an zweiter Position auf, um auf der Geraden noch einen Gang höher zu schalten. Hoseo schob sich mit viel Speed noch auf den zweiten Rang vor Quietude, der ebenfalls einen sehr guten Winter hinter sich hat.

„Es ist der erste Start unter meiner Regie. Gearbeitet hat er ordentlich. Daher gehe ich schon optimistisch ins Rennen“, so hatte sich Henk Grewe über seinen Neuzugang Alexandre bei der German Tote-Trainerumfrage in der Sport-Welt geäußert. Und diese Einschätzung rechtfertigte der vierjährige Samum-Sohn, der zuvor bei acht Starts gerade einmal 250 Euro verdient hatte, in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.950 m) vollauf. Denn mit starken Reserven zwang Alexandre (56:10, M. Cadeddu) in den Farben des Stalles Arnold noch den lange führenden High Prince, der weiter auf Plätze abonniert bleibt, Flying Star und Sauber in die Knie. Die Viererwette bezahlte 27.399:10 Euro.

Nach drei Ehrenplätzen reichte es für den in Hoppegarten von Harald Franke trainierten Presence (25:10, F. Da Silva) in einem 1.200 Meter-Ausgleich IV zu einem verdienten Erfolg. Allerdings musste er in Front gegen Mex immer wieder motiviert werden, doch stand der Favorit sicher durch.

Einen mehr als ansehnlichen Winter hat der von Dr. Andreas Bolte für seinen Vater Hartmut trainierte Endoran hinter sich. Der immerhin schon achtjährige Wallach setzte sich im 2.500 Meter-Ausgleich III nach perfekter Einteilung von Alexander Pietsch (zweiter Tagessieg) zum Toto von 61:10 zum dritten Mal in der noch jungen Saison durch. Vorneweg stiefelte er Christoph Columbus und Guardian Angel zeitig davon. Die beiden Platzquoten waren auch hier sehr attraktiv: 59:10 auf Endoran bzw. 53:10 für Christoph Columbus.

34 Anläufe brauchte Ana Bodenhagens sechsjähriger Wallach Quantum of Solace (76:10, zweiter Punkt für Michael Cadeddu), um endlich sein erstes Rennen zu gewinnen – im abschließenden Handicap über 2.500 Meter war es endlich soweit. Genau im Ziel nagelte er den Frontrenner Amor fati fest und wurde damit der letzte Dortmunder Sandbahnsieger der Wintersaison 2014/2015.

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