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Zum Abschluss drei Siege für Filip Minarik

Ende des „Wintersports“ 2014/15 in Neuss

Neuss 23. März 2015

Alles hat ein Ende, und so mündete auch das Winter-Meeting 2014/2015 heute in Neuss in seine Schlussphase. Für alle Aktiven boten sich also die allerletzten Chancen, die Winter-Bilanzen weiter auszubauen, oder in den Fällen, in denen es in den vergangenen Wochen und Monaten bei Rennen in Neuss oder Dortmund weniger gut gelaufen war, sich zumindest noch kleine Trostpflaster zu verschaffen. Gewissermaßen auch zur Motivation für die nun kommende Frühjahrs- und Sommersaison, wovon es ja bereits tags zuvor hierzulande mit den ersten diesjährigen Rennen auf Gras in Krefeld einen kleinen Vorgeschmack gegeben hatte. In Neuss, wo das Finale einmal mehr im Zeichen der PMU stand und folglich der französische Wettmarkt erneut mit angeschlossen war, gibt es den nächsten Renntag erst wieder am 5. Oktober. Das heutige Programm begann mit einem neuerlichen Erlenhofer Sieg durch den vierjährigen Hengst Märchenprinz. Aber auch die späteren Ausgleich-III-Erfolge von Gamgoom und Nuri Bey sowie der Sieg von Cassilero gehörten zu den besonderen sportlichen Punkten beim Neusser Kehraus. Und dass Jockey Filip Minarik dreimal zur Siegerehrung gebeten wurde, natürlich ebenso.

Mit Ian Ferguson als Reiter gewann allerdings der Adlerflug-Sohn Märchenprinz den einleitenden Preis von Divonne les Bains zunächst leicht gegen seine Trainingsgefährtin Zaphiras Adventure und den favorisierten Grand Rex, der etwas Probleme mit den ersten Bögen hatte und dann auch im Einlauf nicht mehr so richtig Tritt fasste.

Für Trainer Karl Demme begann der Rennabend mit einem Doppelschlag in diesem ersten von zwei Altersgewichtsrennen auf der acht Prüfungen umfassenden Karte sozusagen wie im Bilderbuch. Und so sollte es weitergehen, wenn auch der zweite Altersgewichtstest erst deutlich später folgte.

Dies war in der zweiten Programmhälfte dann das German Tote TV-Rennen, welches zugleich die beste Klasse im gesamten sportlichen Tagesangebot in Aktion sah, aber leider mit nur vier Startern bestückt war. Abermals kam hier nämlich der Gewinner aus dem Bad Homburger Gestüt Erlenhof und aus dem Stall von Karl Demme. Nur saß beim zweiten seiner heutigen Treffer Filip Minarik im Sattel des bereits Mitte dieses Monats in Neuss erfolgreich gewesenen Cassillero.

Der Creachadoir-Sohn war schon vor Erreichen der Geraden längst „hochgezogen“, obgleich immerhin Key to fun genauso wie er zu Odds von 18:10 in die Partie gegangen war. Das sich in der Entscheidungsphase auftuende Bild spiegelte dies allerdings in keiner Weise mehr wider. Dass Cassileros Stall- und Trainingsgefährtin Salimera am Ende auf Platz drei einkam, sollte dennoch nicht unerwähnt bleiben.

Zuvor hatte jedoch im ersten Ausgleich der Karte kein Geringerer als Alexander Pietsch mit einem brillanten Finish auf der Stute Lucy Bee demonstriert, warum er der mit Abstand erfolgreichste Reiter der jüngsten Wintersaison ist. Im Preis von Nantes setzte sich die Haafhd-Tochter, für die Michael Alles sowohl als Besitzer als auch als Trainer zeichnet, mit einem Nasenvorteil noch gegen einen ausgesprochen zähen und nie lockerlassenden Newton Lodge durch und nahm dabei gleichzeitig Revanche an East of Eden, ihrem jüngsten Bezwinger, der sich allerdings als Dritter wieder achtbar schlug.

Nach diesem Sieg Nummer 18 in der Sandbahnsaison 2014/2015 legte der Wahlkölner dann noch einmal nach, und zwar im Rennen mit der Viererwette, bei dem es eine garantierten Auszahlung von 15.000 Euro gab. Der Preis von Chateaubriant fand allerdings ohne den Favoriten Kalamo statt, da der nicht dazu zu bewegen war, die Startboxen zu beziehen.

Damit war der Weg zum Erfolg für Interception, bis dahin als zweiter Favorit gehandelt und dann zur Nummer eins avanciert, gewiss schon etwas leichter geworden. Annegret Overbecks Wallach und Alexander Pietsch ließen sich jedenfalls die Chance nicht entgehen. Der Schützling von Jobst Overbeck verwies neben dem lange gut aussehenden Serko außerdem Vulkan und Crespo auf die Plätze. Nebenbei bei einer Quote in der Viererwette von 25.448:10.

Fast zu einem kleinen Höhepunkt wurde danach der neuerliche Treffer von Gamgoom im Preis von Clairefontaine in der Hand von Filip Minarik. Denn der England-Import brachte auf kurzen 1.100 Metern bereits seinen dritten diesjährigen Sieg unter Dach und Fach und fand zugleich schnell wieder in die Erfolgspur zurück, nachdem dem 18:10-Favoriten beim vorausgegangenen Versuch die Distanz augenscheinlich zu weit geworden sein muss und daraufhin aus dem allgemein erwarteten Hattrick nichts geworden war.

Der von Trainer Mario Hofer für Guido Schmitt gesattelte Wallach behauptete sich im ersten Ausgleich III auf der Karte gegen Better Value und Edmondo, während der Preis von Mauquenchy, der zweite Test dieser Kategorie über 1.500 Meter, ebenfalls die Beute eines Favoriten wurde, nämlich die des bereits Ende Februar erfolgreich gewesenen Nuri Bey des Stalles KT aus dem Quartier von Sascha Smrczek.

Mit Miguel Lopez im Sattel ließ die 17:10-Chance auch jetzt wieder die Konkurrenz eindrucksvoll hinter sich. Einmal mehr gehörte Takeda Shingen mit dazu, der erneut den Ehrenplatz besetzte, während Mountain View auf Rang drei landete.

Zuvor hatte es jedoch auch ein bemerkenswertes Deutschland-Debüt des von Gabor Maronka in Ungarn trainierten Beau Dreamer gegeben. Unter Micheal Cadeddu verschaffte der Fünfjährige mit einem Sieg im Preis von Moulins über Nandolo und Ohne Tadel seinem Betreuer auch eine kleine Entschädigung für die Probleme zuvor mit Kalamo, der ja unverrichteter Dinge wieder in den Stall zurückkehren musste.

Das Finale der Neusser Wintersaison 2014/2015 brachte zum guten Schluss noch ein reiterliches Kabinettstückchen von Filip Minarik. Bei seinem heutigen dritten Erfolg stahl er sich auf der Stute Emiglia kurz vor Erreichen des Einlaufs kurzerhand vom Rest des Feldes weg. Die Lateral-Tochter, im Besitz von und in Training bei Sarah Weis, konnte dann von dem hierbei gewonnenen Vorsprung bis ins Ziel bequem leben. Für La Bayadere und Southampton blieben mithin nur die weiteren Plätze.

Für den Tschechen wurde es nebenbei der 11. Sandbahnsieg in der jetzt zu Ende gegangenen Wintersaison, womit er noch mit René Piechulek gleichziehen konnte. Doch der im wahrsten Wortsinn Spitzenreiter Alex Pietsch, der es zu guter Letzt auf 19 Treffer gebracht hatte, war freilich schon vor dem Finale nicht mehr einzuholen gewesen.

Bei den Trainern schlossen Henk Grewe und Sascha Smrzcek die jüngsten Winterrennen mit jeweils neun Punkten als Erfolgreichste ihres Fachs ab.

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