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Solow und Dolnya am 30 Millionen-Tag stark

Franzosen dominieren in Dubai

Dubai 28. März 2015

30 Millionen Dollar wurden am Samstag auf dem Meydan-Kurs in Dubai an Preisgeldern ausgeschüttet. Rund 60.000 Zuschauer erlebten einen wahrlich großartigen Renntag bei der 20. Auflage des Dubai World Cups. Und auch im Rahmenprogramm gab es mehr als würdige Sieger – es stand ganz im Zeichen der Pferde aus Frankreich, die sich zwei Hochkaräter sicherten.

Zunächst siegte der im Besitz der Gebrüder Wertheimer stehende und in Paris-Chantilly von Freddie Head vorbereitete Schimmel Solow beim 13. Karrierestart zum achten Mal. Der Sohn des 1997er-World-Cup-Gewinners Singspiel beherrschte die Konkurrenz im Dubai Turf (Gruppe I, 6 Mio. Dollar, 1.800 m, Gras) in der Manier eines Super-Galoppers. Mit viereinhalb Längen setzte sich der von Maxime Guyon gerittene Wallach gegen The Grey Gatsby (ebenfalls ein Schimmel) und den in Katar-Besitz stehenden Amerikaner Mshawish durch. Als Solows Jockey von fünfter Stelle im Einlauf ernst machte, war die Entscheidung sofort gefallen. „Es ging alles so einfach. Ich bin sehr happy“, schilderte Guyon. Für Trainer Freddie Head war es der erste Erfolg in Dubai überhaupt!

Die Stute Cladocera, im Besitz des Baden-Badener Unternehmers Jürgen Winter (Betty Barclay) wurde Sechste, kam aus dem Mittelfeld nicht so richtig weiter und konnte ihre Erfolgsserie nicht fortsetzen. Der frühere Winterfavorit Limario (aus der Zucht von Martha Niebuhr und früher für Marlene Haller gelaufen) fiel aus dem Vorderfeld schnell zurück und belegte Platz acht.

Nur gut eine halbe Stunde später sicherte sich Frankreich auch das andere 6-Millionen-Rennen, das Dubai Sheema Classic (Gruppe I, 6 Mio. Dollar, 2.400 m, Gras). Die Aga Khan-Stute Dolnya (zweiter Tagessieg für Jockey Christophe Soumillon), in Training bei Alain de Royer-Dupre in Chantilly, zeigte eine wahrlich meisterliche Vorstellung. Denn schon in einer frühen Phase der Zielgeraden stiefelte die Azamour-Tochter, die beim achten Auftritt zum fünften Erfolg kam und 2014 Fünfte im Arc war, mit gewaltigem Speed nach vorne und entfernte sich auf zweieinviertel Längen von ihrem Landsmann Flintshire – damit machten die Franzosen, die zuletzt in einem Vorbereitungsrennen in Chantilly schon die ersten beiden Plätze belegt hatten, die Partie unter sich aus. Der Japaner One And Only hielt aus Dritter bestens stand vor dem außen zu spät gebrachten Hong Kong-Chinesen Designs On Rome. Die Japanerin Harp Star gab sich dagegen deutlich geschlagen.

Einen großartigen Abend erlebte Hamdan Al Maktoum, der Bruder von Dubais Staatsoberhaupt Sheikh Mohammed. Denn der seit Jahrzehnten als einer der erfolgreichsten Züchter und Besitzer der Welt titulierte Großbesitzer sicherte sich gleich die beiden ersten Top-Ereignisse.

Im Dubai Kahayla Classic (Gruppe I für Arabische Vollblüter, 1 Mio. Dollar, 2.000 m, Dirt) triumphierte sein Manark (110:10) aus dem Stall von Erwan Charpy mit Jockey Dane O‘ Neill überlegen Start-Ziel mit 2,5 Längen in der neuen Bahnrekordzeit von 2:16,30 Minuten gegen den sehr spät auf freie Bahn gekommenen Valiant Boy und den immer prominenten Raaziq. Schon früher hatte Sheikh Hamdan in dieser Prüfung ein Abo auf Siege und stellte in der Regel das halbe Feld. Diesmal hatte er zwei Kandidaten am Start.

Der deutsche Champion Adrie de Vries erreichte mit Abu Alabyad Platz fünf. „Er ist ein Pferd für 2.400 Meter und Gras, hätte einen weiteren Weg gebraucht“, so der Holländer.

Und eine knappe Dreiviertelstunde später durfte Hamdan Al Maktoum erneut feiern. Denn erwartungsgemäß landete sein fünfjähriger Hengst Tamarkuz (Trainer Musabah Al Muhairi/ Jockey Paul Hanagan) in der Godolphin Mile (Gruppe I, 1 Mio. Dollar, 1.600 m, Dirt) den vierten Erfolg hintereinander. Nach schwachem Start musste der 20:10-Favorit allerdings alles geben, um den heranfliegenden Engländer Sloane Avenue noch mit einem kurzen Kopf abzuhalten. Dritter wurde aus dem Vordertreffen Free Wheeling. „Er hat alles gegeben und riesig gekämpft. Ich war mir nicht sicher, ob wir gewonnen hatten, aber dann hat mir Frankie Dettori (Anm. d. Red.: der Jockey von Sloane Avenue) sofort gratuliert. Tamarkuz verdient höchsten Respekt“, kommentierte Reiter Paul Hanagan.

Fußball-Star Michael Owen aus England liebt Galopprennpferde – und sein ganz großes Aushängeschild machte den Dubai World Cup-Abend für ihn unvergesslich – Brown Panther (von Tom Dascombe trainierter siebenjähriger Wallach) absolvierte im längsten Rennen der Veranstaltung, dem Dubai Gold Cup (Gruppe II, 1 Mio. Dollar, 3.200 m, Gras) einen Spaziergang. Denn Jockey Richard Kingscote konnte sich mit dem 50:10-Favoriten gleich hinter den Piloten Mushreq legen und zu Beginn der Zielgeraden locker davonspurten. Mit 3,25 Längen enteilte der letztjährige St. Leger-Sieger, der vor vier Jahren Fünfter im Deutschen Derby war. Sein Vater Shirocco war eines der besten deutschen Rennpferde der jüngeren Vergangenheit, gewann für Georg Baron von Ullmann den Breeders‘ Cup Turf.

Der Südafrikaner Star Empire schob sich mit viel Speed noch auf Platz zwei vor Godolphins Ahzeemah. Der früher von Andreas Trybuhl in Köln trainierte Dubday, inzwischen Seriensieger in Katar, verbesserte sich von weit hinten noch auf Platz fünf. Auch der Monsun-Sohn Bathyrhon (Siebter), aus der Zucht von Irmgard und Dieter Meinke, sowie der frühere Kölner Preis von Europa-Sieger Meandre (Achter) kamen noch etwas besser auf. Adrie de Vries hatte mit Cooptado (15.) nie eine Möglichkeit.

Die Diät hat sich ausgezahlt – der belgische Star-Jockey Christophe Soumillon musste ordentlich abspecken, um die geforderten 55 Kilo in den Sattel von Mohammed Bin Khalifas Mubtaahij (32:10) zu bringen und den dreijährigen Hengst aus dem Stall des Südafrikaners Mike de Kock im UAE Derby (Gruppe II, 2 Mio. Dollar, 1.900 m, Dirt) reiten zu können. Doch es zahlte sich aus. Von dritter Position aus marschierte Soumillon mit dem Mitfavoriten früh auf der Zielgeraden ganz groß auf, und von diesem Moment an war es nur noch das Rennen des Dubawi-Sohnes, der sich auf acht Längen von Godolphins Maftool und dem Japaner Golden Barows entfernte. Offenbar reift da ein Kandidat für das Kentucky Derby heran. Für Mike de Kock war es schon der sechste Sieg in diesem Top-Rennen! „Ich habe ihm noch einige Energie aufgespart, falls er in den USA antritt“, versicherte Soumillon.

Was für ein eisenhartes Pferd ist der Ire Sole Power! Nach einer atemberaubenden Aufholjagd von einem der letzten Plätze stürmte der Achtjährige aus dem Quartier von Edward Lynam im Al Quoz Sprint (Gruppe I, 1 Mio. Dollar, 1.000 m, Gras) dem Hong Kong-Chinesen Peniaphobia sowie Green Mask von einem der letzten Plätze noch mit einer halben Länge davon. Ein Glanzritt von Richard Hughes. Interessant: Sole Power startete bereits zum fünften Mal hintereinander in diesem Rennen – der Ehrenplatz 2012 war sein bisher bestes Ergebnis gewesen. Caspar Netscher, 2012 im Mehl-Mülhens-Rennen in Köln vorne, kam nach schlechtem Start nur noch auf Platz zehn.

Für den US-Trainer Bob Baffert ist Dubai schon lange ein erfolgreiches Pflaster. Man erinnere sich nur an die World Cup-Treffer mit Silver Charm 1998 und Captain Steve 2001. Nun feierte er mit dem Mitfavoriten Secret Circle (Victor Espinoza) im Dubai Golden Shaheen (Gruppe I, 2 Mio. Dollar, 1.200 m, Dirt)wieder einen großen Sieg. Mit unbändigem Kampfgeist hielt Secret Circle den Hong Kong-Chinesen Super Jockey mit einem Kopf ab, dahinter wurde dessen Landsmann Rich Tapestry Dritter.

Aus Dubai: Michael Hähn

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