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Grimminger-Preis geht erst spät an Ichor

Viele knappe Mannheimer Entscheidungen

Mannheim 29. März 2015

Es fing mit einem Paukenschlag an, einer überraschenden Niederlage von Beagle Boy beim allerersten diesjährigen Mannheimer Rennen. Im Preis der Teambank AG – e@syCredit lief der Seriensieger völlig unter Form und kam am Ende nicht über Platz drei hinaus. Es gewann der Riesenaußenseiter Hurricane Harry vor dem zweiten Favoriten Jazz Bay. Mögen Rennen auf dem Papier auch noch so gut aussehen, auch sie müssen erst einmal gewonnen werden. Dieser alte Turf-Spruch wurde in hiermit wieder einmal eindeutig bestätigt. Ansonsten jedoch verlief beim Saisonaufgalopp auf der Waldrennbahn das meiste jedoch einigermaßen planmäßig. Zwar zauberte das nasse Wetter nicht gerade eine strahlende Kulisse, dafür wurde das Publikum aber entschädigt durch viele spannende Zielfoto-Entscheidungen. Selbst der Richard Grimminger-Preis auf der Jagdbahn wurde zu einer hauchdünnen Angelegenheit.

Denn erst auf dem wirklich letzten der 3.200 Meter konnte der Favorit Ichor den ständig führenden Sekundant noch so gerade abfangen, selbst wenn zu guter Letzt erstaunlicherweise noch eine halbe Länge für ihn herausgesprungen war. An den Sprüngen und zwischen den Hindernissen agierte Sekundant nahezu wie einst im Mai. Der zehnjährige Routinier galoppierte in der Hand von Chris Timmons mit Lust und Laune. Ichor dagegen musste auf zähe Kleinarbeit setzen, und es sah tatsächlich lange danach aus, als würde auch er nie den Erfolgsfaden aufnehmen können.

Fabian Xaver Weißmeier hatte es auf dem von Manfred Weber trainierten Kalatos-Sohn des Stalles Tobago allerdings nie so weit abreißen lassen, dass rein gar nichts mehr gehen könnte. Und Ichors große Phase kam dann auch tatsächlich noch, wenn auch erst nach dem letzten Hindernis und auf der Flachen. Hier nagelte er Sekundant auf der Linie buchstäblich noch fest.

Dieses spannende Finale – 15 Längen vor Coyaique – machte richtig Lust auf den 1. Mai in Mannheim, dem Renntag mit dem Großen Heinrich Vetter-Badenia-Jagdrennen als Höhepunkt, in dem sich die beiden heutigen Protagonisten bald schon erneut begegnen werden.

Dass sich Hurricane Harry zum Auftakt in einer Hauptrolle wiederfinden würde, daran wird wohl auch Selina Ehl kaum ernsthaft geglaubt haben. Schließlich war der vierjährige England-Import seit August letzten Jahres nicht mehr am Start und bis dato noch sieglos gewesen. Sie darf sich sowohl als Besitzerin und Trainerin als auch als Reiterin von Hurricane Harry nahezu in allen Belangen als „die Mutter“ dieses Coups fühlen.

Ein erstes knappes Ende vor seinem Erfolg mit Ichor hatte Fabian Xaver Weißmeier übrigens schon mit dem von Dr. Boris Rothacker für Alexa Schibalsky-Rothacker trainierten Zarrentin beim Sieg über Gold Prize im Preis der Koopertationspartner der VR Bank Rhein-Neckar für sich entschieden.

Danach waren die Schützlinge von Trainer Horst Rudolph eins-zwei im Preis der Immobilien GmbH der VR Bank Rhein-Neckar eG. Mit Lena Maria Mattes als Reiterin behauptete sich Petit Filou dabei mit einem Kopf vor Ahammera, dichtauf endete zudem Nuoro auf Rang drei.

Im besten Handicap des Tages war es ähnlich dramatisch, als sich die in Besitz von Stephan Johannes Maubach und Katharina Maubach-Werning stehende Charlize unter Michael Cadeddu auch nur hauchdünn den Preis der VR Bank Rhein-Neckar und Geschäftspartner A59 sichern konnte. Die Pflegebefohlene von Trainer Reiner Werning gewann lediglich mit kurzem Kopf und dreiviertel Länge vor Ewell Place und Swift Return.

Danach war wieder Horst Rudolph an der Reihe, wobei es Dennis Schiergen auf Cazador im Preis der Karlsruher Lebensversicherung allerdings nicht ganz so spannend machte. Mit jeweils einer immer erkennbaren Länge erreichte nämlich Cazador im Ziel vor Perfect Mood und auch vor Kingston Eucalypt.

Einen zweiten Treffer von Selina Ehl vereitelte dann Jockey René Piechulek, als er die von Matthias Schwinn vorbereitete Außenseiterin Skyline in den Farben von Sabrina Schwinn im Preis der VR Bank Rhein-Neckar eG noch sicher am Favoriten 21:10 Ignaz vorbeibrachte.

Und Ignaz blieb keineswegs der letzte heiße Favorit, der patzte. Der nächste sollte bereits wenig später folgen, nämlich im abschließenden Preis der Raiffeisen und Volksbanken Versicherung, in dem der auf 18:10 heruntergewettete Icecube seinen Meister in Palanos fand. Für Dennis Schiergen registrierte man nach diesem Erfolg mit einem Kopf somit bereits den zweiten Tagestreffer – und für keinen Geringeren als Horst Rudolph sogar schon den dritten.

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