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Vif Monsieurs Super-Kampf und Schiergens Vierer

16.800 Zuschauer beim Rekordtag in Köln

Köln 6. April 2015

Wow! Was war das für ein Auftakt in die Kölner Renn-Saison am Ostermontag in Köln! Mit 16.800 Zuschauern gab es einen absoluten Zuschauerrekord beim 1.FC-Köln-Renntag. Die Bahn platzte aus allen Nähten. Die komplette Fußball-Mannschaft weilte auf der Bahn und war fester Bestandteil eines großen Rahmenprogramms. Der Erlös des Renntages, der Saisonpremiere in der Domstadt, kommt der Stiftung des Fußball-Bundesligisten zugute. Und der Wettumsatz war mit 379.349,03 Euro alle Ehren wert.



Aber auch der SolarWorld Grand Prix-Aufgalopp (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.100 m), das sportlich wertvollste Rennen, riss die Besucher von den Sitzen. Denn es entwickelte sich ein Endkampf, der spannender nicht hätte sein können. Und am Ende behauptete sich mit einer unglaublichen kämpferischen Leistung Vif Monsieur (31:10) unter Koen Clijmans, der mit der Tochter von Besitzer Franz Maria Van Gorp liiert ist, der als Kommunalbeamter in einer Kleinstadt bei Antwerpen arbeitet.

Vif Monsieur, inzwischen fünfjähriger Doyen-Sohn ist sein vierbeiniger Star-Galopper. Der Gruppesieger gewann beim 17. Start bereits sein sechstes Rennen und katapultierte seine Gewinnsumme auf 231.600 Euro! Natürlich traf er es hier trotz des Höchstgewichts einfacher an als beim Saisondebüt im Prix Exbury in Saint-Cloud, in dem er noch keine Rolle gespielt hatte.

Doch es war aller Einsatz notwendig, um die Gegner in die Knie zu zwingen. Erwartungsgemäß ging Vif Monsieur sein Rennen von der Spitze an. Auf der Geraden attackierte zunächst Daytona Bay, und dann wurde Nicolosio ebenso wie der außen eingesetzte Firestorm immer zwingender. Beide schienen an ihm vorbeizulaufen. Doch Koen Clijmans, der vor zwei Jahren hier schon mit Shoshoni erfolgreich war, motivierte Vif Monsieur noch ein letztes Mal und hatte das Glück auf seiner Seite – eine Nase entschied für den Gast aus Düsseldorf.

Trainer Sascha Smrczek, der am Samstag seinen 500. Karrieretreffer in Nancy gefeiert hatte, war natürlich voll des Lobes über seinen Schützling: „Es war das erste Mal, dass er so richtig gekämpft und dagegengehalten hat. Natürlich hatte Vif Monsieur nun Kondition, aber er war auch der einzige gestandene Gruppesieger im Feld. Der Boden war fast schon eine Idee zu abgetrocknet. Das Rennen ist ja eine Prestige-Prüfung, die ich unbedingt einmal gewinnen wollte. Ich fühle mich wie nach einem Gruppesieg. Vielleicht stellen wir den Hengst nun in der Distanz um und gehen in das Oleander-Rennen nach Hoppegarten.“
Nicolosio ging nicht schlechter als der Sieger. „Es hätte noch etwas weicher für ihn sein können, denn er ist auf schwerer Bahn noch eine Klasse besser“, signalisierte Trainer Waldemar Hickst, dessen andere Hoffnung Madurai als Fünfter früh nicht mehr gefährlich war. „Ich glaube, er hat sich auf der Heimatbahn nicht wohl gefühlt, muss besser reisen“, so der Coach.
Firestorm lief als dichtauf folgender Dritter erstklassig. „Aus der Reserve packte er riesig an gegen einen Gruppesieger. Das war seine bisher beste Leistung“, freute sich Jockey Andrasch Starke. Auch Daytona Bay mischte als Vierte lange groß mit, musste erst am Schluss passen. „Es war erst ihre zweite Arbeit, ich bin sehr zufrieden. 2.000 Meter sind auch besser für sie“, meinte Trainer Ferdinand Leve. Früh den Rückzug ganz nach hinten trat der Schlenderhaner Iniciar an, dessen Betreuer Jean-Pierre Carvalho vor einem Rätsel stand.

Ihm eilte ein sehr guter Ruf voraus, und der Schlenderhaner Isidor setzte sich im einleitenden Dreijährigen-Rennen über 2.200 Meter in ganz großer Manier durch, wie ein echter Hoffnungsträger für das Derby. Vom letzten Platz überrollte der heiße 18:10-Favorit in der alles entscheidenden Phase mit gewaltigem Speed unter Filip Minarik die Konkurrenz. „Bisher war ich mit meinen Dreijährigen ja noch ein wenig in Rückstand, aber die Klasse von Isidor hat den Unterschied gemacht. Nun steuern wir das Derby-Trial in Hannover an. Zur Zeit ist er mein bester Dreijähriger, aber vielleicht wachen auch andere noch auf“, kommentierte Trainer Jean-Pierre Carvalho.
Nordic Flight bestätigte als Zweiter seine gute Form, sah kurz wie der Sieger aus, bevor Isidor eingesetzt wurde. Auch Lips Areios kämpfte bis zum Schluss.

Und auch der nächste Dreijährigen-Sieger konnte mehr als überzeugen – über 1.600 Meter präsentierte sich Stall Nizzas Drummer (36:10, A. Starke) weiter gesteigert. Als sein Jockey zu Beginn der Geraden von zweiter Stelle aus ernst machte, war der Duke of Marmalade-Sohn sofort auf einen Rush allein auf weiter Flur. „Er hatte einen schönen Rennverlauf, alles hat gepasst. Drummer hat sich jetzt gefunden. Nun stehen Auktionsrennen auf seinem Plan“, erläuterte Trainer Peter Schiergen. Auch Sealord wird eine solche Prüfung in Hoppegarten ansteuern, der nach langer Führung immer weiter mitmischte. „Ich habe einige sehr ordentliche Dreijährige im Stall. Im Preis des Winterfavoriten waren wir enttäuscht, da geriet er am Start in eine Rangelei“, so Christian Sprengel. Noch viel Boden machte Sign your Name als Dritter gut.

Im ersten Viererwett-Rennen (Ausgleich III, 1.850 m) war das volle Vertrauen der Wetter mit Lavolo gegangen, doch fand der heiße Favorit seinen Meister in Rainer Krapps Shady (70:10). Nach einem kaltschnäuzigen Ritt von Eugen Frank setzte sich der Tertullian-Sohn schon eingangs der geraden auf zehn Längen ab. „Er hatte als Zweijähriger eine Fraktur, doch schon 2014 ein sehr gutes Jahr hingelegt. Ich hoffe, wir können noch einiges von ihm erwarten“, sagte Krapp, im Hauptberuf veterinär. Lavolo machte vom letzten Platz noch viel Boden gut, blieb vor dem ebenfalls gut anpackenden Huan und Pleasant Princess. Die Viererwette bezahlte 17.929:10 Euro.

Im Vorjahr war er sogar im Derby gestartet, doch nun startete der über Winter kastrierte Ammerländer Baltic Storm (20:10, A. Strake) in einem Maidenrennen über 1.850 Meter einen Neuanfang. Beim ersten Versuch für Trainer Peter Schiergen, der seinen zweiten Tagestreffer markierte, entfernte sich der Favorit nach einem idealen Rennverlauf auf der Geraden schnell von Kiss me Lena und Erato. „Das war eine günstige Aufgabe, die er so lösen musste. Weitere Pläne haben wir noch nicht“, erzählte Trainer Peter Schiergen.

Nach dem Ehrenplatz im Großen Preis von St. Moritz landete Marunas (20:10, A. Starke) im Preis des 1.FC Köln (Ausgleich II, 1.600 m) einen völlig verdienten Treffer. Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren als Besitzer des weiter steigerungsfähigen Schimmels durfte sich des Erfolges früh sicher sein, denn von zweiter Position verschaffte sich der Favorit schnell einen bequemen Vorteil, der auch durch die Schlussangriffe von König Arte und Seewolf nicht in Gefahr geriet. Das Team Andrasch Starke/Peter Schiergen feierte damit den dritten Erfolg an diesem Nachmittag. „Marunas ist ein dankbares Pferd, das weiter Spaß machen sollte“, ließ der Trainer durchblicken.

Nach Holland ging der Sieg in der zweiten Prüfung mit der Viererwette (Ausgleich III, 1.300 m), als Larra Chope (82:10, M. Pecheur) nach der starken Form in Düsseldorf noch eine Schippe drauflegte und den Favoriten Emirati Spirit mit einiger Energie schnappte. „Wir sind auf 1.300 Meter zurückgegangen, da sie in Frankreich auch auf solchen Strecken gelaufen war. Sie hat viel Charakter und richtig toll gekämpft“, schilderte Trainer Daniel Klomp. Miss Amber und Better Value komplettierten die Viererwette, die 12.154:10 Euro brachte.

Mit deutlicher Steigerung wartete Reiner Wernings Marientaler (84:10, A. Best) in einem Meilen-Ausgleich IV auf, der nach frühem Vorstoß Pretty Highness und Eujeny locker hinter sich ließ.

Absoluter Mann des Tages war Trainer Peter Schiergen, der im abschließenden 2.200 Meter-Handicap mit der überlegen davonziehenden Ottilie (21:10, V. Schiergen) vor Sauber und Faytosa seinen vierten Punkt markierte!

Die Kölner Trainingszentrale war am Ostermontag auch in Longchamp vertreten, hier bestritt der Derby-Zweite und Große Dallmayr-Preis-Sieger Lucky Lion (I. Mendizabal) aus dem Stall von Andreas Löwe den Prix d‘ Harcourt (Gruppe II, 130.000 Euro, 2.000 m). Doch der Gast aus der Domstadt gab sich nach einem Rennen aus dem Vordertreffen im Einlauf deutlich geschlagen und wurde letzter. Der Sieg ging leicht an den Engländer Al Kazeem (R. Moore) vor Affaire Solitaire und Fate.

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