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Making Trouble problemlos – Allofs-Treffer im Rahmenprogramm

Amaron wiederholt seinen Vorjahressieg

Düsseldorf 12. April 2015

Am Sonntag wiederholte sich Galopp-Geschichte auf der Rennbahn in Düsseldorf. Zum zweiten Mal hintereinander gewann der von Altmeister Andreas Löwe in Köln für das Gestüt Winterhauch der Familie Mosca aus Eberbach/Neckar vorbereitete Hengst Amaron die Wettmeister Frühjahrsmeile, das erste Grupperennen der deutschen Saison. Die mit 55.000 Euro dotierte Gruppe III-Prüfung über 1.600 Meter wurde eine leichte Beute des inzwischen sechsjährigen Shamardal-Sohnes, der von dem siebenmaligen Champion-Jockey Andrasch Starke ein ideales Rennen serviert bekam.

Zunächst ließ sich Amaron von dem Außenseiter Donnerschlag führen, übernahm aber Ende der Gegenseite selbst die Initiative. Zu Beginn der Zielgeraden beorderte Starke den Favoriten (Quote: 25:10 Euro) an die Außenseite und dort wehrte er alle Attacken des sehr schnell aufkommenden Guiliani mit einer Länge Vorsprung sicher ab.

„Wir hatten einen Super-Rennverlauf. Eigentlich wollte ich an zweiter Stelle weitergehen, aber da Amaron so eifrig war, habe ich ihn schließlich vorne gehen lassen. Dort war er ganz relaxed. Außen auf besserer Bahn ist er super galoppiert und immer weitermarschiert. Das zeichnet ein Klassepferd aus“, kommentierte Andrasch Starke, der in zehn Tagen zum zweiten Mal Vater wird – seine Ehefrau erwartet eine Tochter.
Amarons Trainer Andreas Löwe in einem ersten Kommentar: „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, da unser Lucky Lion vor einer Woche in Paris sehr mäßig gelaufen war. Es war schon der siebte Gruppesieg für Amaron, zehn Rennen dieser Art möchte ich gerne mit ihm gewinnen, bevor er Deckhengst wird. Wir steuern nun vermutlich den Prix du Muguet am 1. Mai in Saint-Cloud an.“

Ein ausgezeichnetes Rennen lief auch Guiliani als Zweiter: „Nach zehn Monaten Pause und beim ersten Versuch auf der Meile war das sehr stark“, meinte sein Betreuer Jean-Pierre Carvalho. Zwei Längen hinter Guiliani hielt sich der Franzose Spoil The Fun als Dritter gut, hatte aber keine Siegchance. Global Bang hatte als Vierter innen einen sehr starken Moment. „Der Jockey hätte vielleicht noch einen Tick länger warten sollen, aber die Form war gut. Bei Global Bang ist ja alles eine Frage der Gesundheit“, so sein neuer Coach Jens Hirschberger.
Wake Forest, im Mitbesitz von Fußball-Manager Klaus Allofs (VFL Wolfsburg), kam auf etwas kurzer Distanz über Platz fünf nicht hinaus, war aber nur hauchdünn hinter Global Bang. „Wir sind durchaus zufrieden, denn er landete nicht weit hinter den Spezialisten für diese Strecke, zumal es zu Beginn der Geraden etwas eng wurde“, signalisierte Klaus Allofs, der aber im Rahmenprogramm erfolgreich war, doch dazu später mehr.
Maningrey (Waldemar Hickst: „Die Bahn behagte ihm nicht so. Rennen um die 2.000 Meter sind wohl auch besser“) und der anfangs führende Donnerschlag spielten bald keine Rolle mehr.
Making Trouble ohne Probleme

Rund 30 Pferde bereitet Andreas Wöhler inzwischen für den Dubai-Großbesitzer Jaber Abdullah vor, und die Form könnte nicht besser sein. Mit dem dreijährigen Paco Boy-Sohn Making Trouble gewann dieses Team den Wettmeister Preis der Dreijährigen (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.500 m). Hier hatte er sich als Youngster schon das BBAG Auktionsrennen gesichert und landete nun in der Traditionsprüfung einen weiteren Top-Treffer, und dies in sehr beeindruckender Manier. Jozef Bojko servierte dem 33:10-Mitfavoriten ein ideales Rennen an letzter Position des siebenköpfigen Feldes, das Los Cerritos vor dem Favoriten Ross anführte.

Doch auf der Geraden gab es für Making Trouble keinerlei Probleme – an der Innenseite schlüpfte der Hoffnungsträger groß durch und hatte den Sieg bald schon sicher. „Wichtig war nur, dass er unterwegs abschaltet, denn er kann schon sehr fleißig werden. Das war die Hauptsache. Nun ist das Mehl-Mülhens-Rennen sein Ziel“, erklärte Andreas Wöhler.

Sehr gut gefiel auch der weiter gesteigerte Ross als Zweiter. „Alles gut, er hat nun Black Type“, freute sich Trainer Peter Schiergen, der die weiteren Pläne noch offen ließ. Auch Los Cerritos verkaufte sich von der Spitze aus gut. „Für den ersten Start war das okay. Wir steuern in zwei Wochen das Dr. Busch-Memorial in Krefeld an“, verriet Karl Deme. Dicht an ihn heran lief noch Neve, die immer besser ins Bild kam, während Aspasius, Majestic Hope und Waldnah deutlich distanziert einkamen.

Im einleitenden 2.100 Meter-Rennen für dreijährige Stuten landete die Mannschaft Abdullah/Wöhler bereits einen Punkt – hier gab die von dem Gütersloh-Coach seit November trainierte Motivator-Tochter Full Of Beauty (33:10, J. Bojko) einen glänzenden Einstand für ihren neuen Betreuer, nachdem das Debüt in England in 2014 noch für andere Interessen wenig aussagekräftig gewesen war. Mit gewaltigem Speed spurtete die Schimmelstute davon.

„Sie ist ein wirklich gutes Pferd, das sich so gut angelassen hatte, dass wir eine Option brauchten, und das sind die Oaks d‘ Italia“, nannte Andreas Wöhler den Klassiker am 31. Mai als Ziel. Nach langer Führung verteidigte sich Anna Katharina bestens und rang die im Einlauf bald attackierende Fame für den Ehrenplatz nieder. Ihr Betreuer Markus Klug: „Ich bin sehr zufrieden. Aus ihrer äußeren Startnummer ging sie gleich nach vorne und kam auch noch einmal wieder“.“ Fame lief die Form erneut aus, während die stark gewettete Novizin Wild Butterfly erst sehr spät ins Rollen kam und mit Dubai-Heimkehrer Adrie de Vries Vierte wurde.

Doch der Champion der Jockeys 2014 landete nur eine halbe Stunde in einer 1.500 Meter-Prüfung für Dreijährige später seinen ersten Deutschland-Treffer in der laufenden Saison – mit der American Post-Tochter Schützenpost (30:10) aus dem Quartier von Jens Hirschberger, der zum ersten Mal in diesem Jahr punktete. Start-Ziel machte die Mitfavoritin immer neue Reserven frei, obwohl sie kurz schon von Pass The Trophy passiert war. Doch in bemerkenswerter Manier zog Schützenpost immer wieder an und kam sicher nach Hause.

„Wir haben schon immer gewusst, dass sie eine gute Stute ist. Und sie war ja im vergangenen Jahr in Bremen stark gelaufen. Ihr Ziel sind die 1.000 Guineas, vorher geht es noch in ein Listenrennen“, ließ Jens Hirschberger durchblicken. Pass The Trophy lief das erwartet gute Rennen. „Ich hatte Jozef schon vorher gesagt, dass Schützenpost unsere Hauptgegnerin ist. Für unser Pferd wäre eine kürzere Distanz besser“, erklärte Trainer Andreas Wöhler. Rose Rized stand bald als Drittplatzierte fest.

Im Ausgleich II über 1.700 Meter zeigte die fünfjährige Stute Saturday (45:10, M. Lopez), dass sie auch nach drei Vorjahrestreffern noch längst nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt ist. Denn mit mächtigem Endspurt ließ die Lokalmatadorin die Kontrahenten einfach stehen. „Die einzige Frage war, ob sie als Speedpferd mit der wendigen Bahn hier zurechtkommen würde“, gab Trainer Sascha Smrczek später zu. Zu beachten bleibt die noch sehr schnell werdende La Facella, hinter der Cassilero einmal mehr ein gutes Rennen lief.

So richtig in Schwung gekommen ist die sechsjährige Stute Narita (51:10, A. Weis), die in einem 1.700 Meter-Ausgleich IV, der Wettchance des Tages, ihren Erfolg vom Düsseldorfer Auftakt wiederholte. Auf dem letzten Wegstück löste sich die Mitfavoritin noch bequem von dem Riesenaußenseiter Lunar Prospect, Western Queen und Dorietta. Die Viererwette brachte stolze 129.039:10 Euro, zwei Wetter bekamen jeweils gut 6.000 Euro ausgezahlt. „Eigentlich hatte ich schon auf der Sandbahn mit einem Sieg gerechnet, aber jetzt hat sie ihren Treffer von zuletzt in Düsseldorf voll bestätigt“, sagte Naritas Trainerin Sarah Weis.

Alles andere als überraschend kam der Sieg von Dreamworks (35:10, D. Schiergen) in einem 1.700 Meter-Ausgleich III. Mit gefälligen Reserven hielt der Wallach aus dem Stall von Erika Mäder den groß anpackenden Big Moun und die stets mitmischende Millies Quest fern. „Das ist ein treues, ehrliches Pferd, das immer alles gibt“, meinte die Betreuerin.

Der dritte Tagessieg für Jozef Bojko/Andreas Wöhler war in einer Meilen-Prüfung fällig – durch den vierjährigen Wallach Potemkin, der Klaus Allofs gemeinsam mit der Stiftung Gestüt Fährhof gehört. Der 15:10-Favorit machte sich am Ende locker von dem mit Vorsprung führenden Cash the Cheque und Ledena frei und scheint noch einiges vor sich zu haben. Allofs: „Es war erst sein dritter Start. Er ist über Winter kastriert worden und noch immer ein unerfahrenes Pferd.“

Extrem dramatisch ging es im abschließenden 2.200 Meter-Ausgleich III zu, als fünf Pferde in knappsten Abständen durchs Ziel kamen – der Richterspruch lautete Kopf- Hals – Nase – Nase. Das beste Ende hatte der von Karl Demme trainierte Nordsommer (68:10, A. Best) vor Cyrus Sod, Home Please, Angreifer und Schwarzgelb.

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