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Karpino imponierender Sieger im Busch-Memorial

Triumph für Scheich Fahad Al Thani in Krefeld

Krefeld 26. April 2015

Der Ehrengast unter den knapp 5.000 Zuschauern am Sonntag durfte am Ende jubeln: Scheich Fahad Al Thani aus der Katar-Herrscherfamilie, am Samstag noch Fünter als Reiter eines Charity-Rennens in Limerick/Irland, gab erstmals auf einer deutschen Galopprennbahn (in Krefeld) die Ehre. Anlass war der Start des erst vor wenigen Tagen in den Besitz seines Rennstalles (Pearl Bloodstock) gewechselten dreijährigen Cape Cross-Sohnes Karpino. Und dieser Hoffnungsträger triumphierte im Rennen um den Preis der SWK – Dr. Busch-Memorial, dem mit 55.000 Euro dotierten Gruppe III-Rennen über 1.700 Meter, dem Saisonhöhepunkt in der Samt- und Seide-Stadt.

Zittern mussten die vielen Anhänger des von Star-Trainer Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh trainierten Hengstes aus der Zucht der Stiftung Gestüt Fährhof (Sottrum bei Bremen) vorbereiteten heißen Favoriten (Quote 14:10) vor allem vor dem Start. Denn unter dem in England tätigen Italiener Andrea Atzeni ließ sich Karpino lange bitten, ehe er in die Box einrückte. Erst nach rund zehn Minuten hatte es geklappt. Doch dann ließ alles nach Plan.
Karpino wurde an vierter, fünfter Position des kleinen Sechserfeldes gehalten, während der Außenseiter Ajalo vor dem Mitfavoriten Los Cerritos das Tempo bestimmte. Im Schlussbogen musste der Favorit ein wenig aufgefordert werden, doch dann verbesserte er schnell seinen Platz. Auf den letzten 200 Metern bekam Karpino den sich stark wehrenden Ajalo in den Griff und machte sich souverän mit zweieinhalb Längen von diesem Konkurrenten und dem mit weiteren sieben Längen zurück folgenden Royal Style frei.

Beim zweiten Start war es der ebensovielte Erfolg für Karpino, der u.a. für das Mehl-Mülhens-Rennen in Köln und das Deutsche Derby in Hamburg ein erster Anwärter sein sollte. Scheich Fahad Al Thani, der seinen Neuzugang das erste Mal sah, sagte in einem ersten Kommentar: „Karpino ist ein tolles Rennen gelaufen und hat eine große Zukunft vor sich. Hier hat es mir sehr gut gefallen. Krefeld ist eine großartige Rennbahn mit einem Top-Boden.“
Karpinos Trainer Andreas Wöhler, der weiterhin von einem großen Erfolg zum anderen weilt, meinte: „Wir waren sehr hoffnungsvoll, da Karpino ein sehr talentiertes Pferd ist. Doch beim ersten Jahresstart wussten wir auch nicht genau, wo er steht. Ihm fehlt noch etwas Routine. An der Startmaschine hat er sich auch etwas aufgespielt. Wir haben nun verschiedene Optionen.“
Ajalo lief als einziger ernsthafter Konkurrent auf Rang zwei bestens. „Im Ratibor-Rennen war er am Boden gescheitert. Er braucht unbedingt gutes Geläuf. Nun steuert er Rennen in Frankreich an“, war Besitzer Klaus Hofmann sehr zufrieden. Auch der Franzose Royal Style lief trotz des großen Rückstandes gut.
Ebeltoft konnte sich nicht steigern. Peter Schiergen über den Vierten: „Mehr war heute nicht drin.“ Peewave hatte nie eine Chance, während Los Cerritos als abgeschlagener Letzter Rätsel aufgab. „Schon im Schlussbogen tat er sich sehr schwer. Dafür habe ich keine Erklärung“, so sein Betreuer Karl Demme. „Beim nächsten Mal sollte er mit Scheuklappen starten“, sagte sein Jockey Adrie de Vries.

Schon als Zweijährige hatte die im Besitz von Dr. Christoph Berglar stehende Danehill Dancer-Tochter Amabelle u.a. als Vierte im Preis der Winterkönigin ausgezeichnete Leistungen gezeigt. Daran knüpfte die von Waldemar Hickst (weilte an diesem Tag in Hoppegarten) trainierte Lady im einleitenden Stutenrennen über 1.700 Meter gleich wieder an. Denn Start-Ziel marschierte die 16:10-Favoritin souverän davon. Bailley erkämpfte sich vor der gut debütierenden Salve Venezia noch den Ehrenplatz. „Amabelle hat ihre Sache toll gemacht, sie ist eine sehr hoffnungsvolle Stute“, versicherte Siegreiter Stephen Hellyn.

Ebenfalls seiner Favoritenrolle vollauf gerecht wurde der Ebbesloher Graasten (15:10), der unter Andrasch Starke seinem November-Erfolg auf dieser Bahn einen weiteren in einer 2-050 Meter-Prüfung folgen ließ. Schon eingangs der Gegenseite ging der Sholokhov-Sohn in Front und wehrte die starken Attacken der glänzend debütierenden Lutania ab. „Die Distanz war fast noch zu kurz für ihn, 2.200 Meter und mehr sind seine Welt. Nun steuern wir die Steherrennen an“, erklärte Graastens Trainer Peter Schiergen. Das Derby Italiano ist eine Option.
Lutania führte sich glänzend ein. „Eine sehr gute Stute, die noch etwas unreif ist“, so Jockey Martin Seidl. Eyes on Me erkämpfte sich deutlicher zurück Rang drei gegen Bonusdargent.

Die Jockeyship von Andrasch Starke hatte auch einigen Anteil am hauchdünnen Erfolg der Brümmerhoferin Schwarzgelb (22:10) aus dem Stall von Paul Harley. Mit letztem Einsatz rettete sich die Favoritin gerade noch gegen den vom letzten Platz heranfliegenden Kalahari Soldier, der beim ersten Start nach seiner Kastration bestens lief, ins Ziel.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.300 m) war volles Vertrauen mit dem Lokalmatador Emirati Spirit gegangen, doch ging der Favorit sehr weite Wege, wich immer weiter nach außen und war als Vierter deutlich unter Wert geschlagen. Da war der Weg frei für den holländischen Gast Better Value (55:10, Stephen Hellyns zweiter Tagestreffer), der die größten Reserven entwickelte und sicher hinkam. „Kürzlich hatte er kein gutes Rennen, diesmal ging alles glatt, er hatte eine gute Position und zeigte viel Speed“, kommentierte Trainer Piet van Kempen. Sao Paulo und Larra Chope endeten dichtauf und teilten sich in totem Rennen Platz zwei vor Emirati Spirit. Die Viererwette brachte 3.513 bzw. 4.352:10 Euro.

Mit einem allseits erwarteten Treffer meldete sich der einstige Gruppesieger Abendwind (12:10, dritter Treffer für Stephen Hellyn) in einem 1.700 Meter-Rennen zurück. Von vierter Stelle ging der klare Favorit im Einlauf bald nach vorne, doch musste sein Reiter schon etwas tun, um den stark attackierenden Ideal knapp abzuhalten. Die erstaunlich stark aufkommende Jule war als dritte ebenfalls nicht weit weg. „In seinen letzten Rennen war er am Start immer sehr nervös, das hat dann in den Grupperennen nicht geklappt. Wir wollten ihm eine leichte Aufgabe geben. Nun kommt die Badener Meile in Frage“, ließ Ex-Trainer Harro Remmert durchblicken – Abendwind gehört seine Ehefrau Gisela. Trainer Waldemar Hickst erzielte seinen zweiten Punkt an diesem Nachmittag. „Für Ideal war es der ideale Aufgalopp für ein Listenrennen am kommenden Wochenende in Italien“, so sein Betreuer Ferdinand Leve.

Im abschließenden 2.200 Meter-Ausgleich IV schaffte die von William Mongil trainierte Vega’s Lady (35:10, E. R. Weißmeier) beim neunten Versuch den ersten Karrieretreffer, der vor Dance With Me und Cool Arrogance überzeugend ausfiel.

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