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Shadow Sadness sorgt für eine Sensation

Vom „Schatten“ ins Rampenlicht

Frankfurt/Main 3. Mai 2015

15.000 Zuschauer trotzdem am Sonntag dem Regenwetter auf der Galopprennbahn in Frankfurt und wurden Zeugen einer absoluten Sensation: Im Frühjahrs-Preis des Bankhauses Metzler – Stadtrat Albert von Metzler-Rennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m) gewann mit dem dreijährigen Soldier Hollow-Sohn Shadow Sadness der größte Außenseiter im achtköpfigen Feld.

Zur Mega-Quote von 299:10 steigerte der bisher nach zwei Starts noch sieglose Hengst seine Vorformen noch beträchtlich und triumphierte für den in Weilerswist bei Köln beheimateten Trainer Christian von der Recke in dieser wichtigen Vorprüfung für das Deutsche Derby am 5. Juli in Hamburg. Dort soll er auf den Spuren von Sea The Moon wandeln, der vor einem Jahr hier in Frankfurt und im Blauen Band siegte.

Shadow Sadness überlief vom letzten Platz auf der Zielgeraden sämtliche Gegner. Bis dahin hatte Space Cowboy vor Areo, Mohadjer und Fair Mountain das Rennen bestimmt. Der Favorit Rogue Runner war einen Rang vor dem späteren Sieger auszumachen. Im Einlauf fächerte das Feld breit auf. Doch mit erstaunlichem Endspurt spurtete Shadow Sadness ganz an der Außenseite zum Sieg.

Dieser Hoffnungsträger verdiente nun 32.000 Euro für seine Besitzer, den Stall Weiss-Blau. Dahinter verbergen sich Klaus Dobeck und Michael Hermann aus Gernsheim bei Frankfurt. Dieses Team hatte schon vor Jahren einen Gruppe I-Sieger über Hindernisse gezogen, auch Shadow Sadness stammt aus ihrer Zucht. Im Sattel saß der immer mehr auf sich aufmerksam machende Rene Piechulek, der vor wenigen Tagen 28 Jahre alt wurde.

Trainer Christian von der Recke, der fast auf den Tag genau vor zehn Jahren sein 1.000 Rennen als Trainer gewonnen hatte, wirkte keineswegs überrascht: „Das Pferd hat sich immer weiterentwickelt. Zuletzt in Köln lief nicht alles optimal. Wir hatten schon berechtigte Hoffnungen. Jetzt geht es für Shadow Sadness ohne weiteres Vorbereitungsrennen ins Derby.“

Mit dem sich bis zum Schluss bestens verteidigenden Areo war ein weiterer Außenseiter Zweiter und katapultierte die Zweierwett-Quote auf 7.056:10 Euro. „Wir sind sehr zufrieden und gehen nun in Richtung Derby“, signalisierte Trainer Jens Hirschberger. Den dritten Rang erkämpfte sich noch Fair Mountain vor dem lange führenden Space Cowboy, der im Endkampf etwas in die Spur von Areo tendierte. „Leider hatten wir kein Führpferd, er hat viel für das Rennen getan“, ließ Trainer Roland Dzubasz durchblicken.

Der Favorit Rogue Runner kam nie richtig von hinten weg und blieb als Fünfter nur vor den nachlassenden Agosteo, Mohadjer und Molly le Clou.

Mit einer imponierenden Vorstellung wartete der Karlshofer Summer Paradise (33:10, M. Cadeddu) im einleitenden 2.150 Meter-Rennen auf. Unterwegs ging er gemeinsam mit Evario an der Spitze und verabschiedete sich dann zu Beginn der Zielgeraden von dem stark anziehenden Debütanten Strato und Le Tiger Still, während der Favorit Ausblick bald auf dem Rückzug war. „Zuletzt in Köln waren wir etwas enttäuscht. Aber dort war er noch zu unreif. Diesmal erwischte er einen optimalen Rennverlauf. Wir steuern nun das Derby Italiano an“, berichtete Trainer Jens Hirschberger.

Eine sehr gute Saison legt der Kölner Trainer Karl Demme hin – der im Besitz des Gestüts Erlenhof stehende Märchenprinz (48:10) sicherte sich nach Top-Einteilung von Filip Minarik Start-Ziel gegen den zäh attackierenden Huan und Juan einen 2.150 Meter-Ausgleich III nach hartem Kampf. „Er wurde super geritten, hat sich das Rennen selbst gemacht und hat sicherlich noch Reserven“, sagte der Coach. „Es macht richtig Spaß, hier zu reiten. Die Atmosphäre ist toll, schöner als in einem Fußballstadion“, sagte der Reiter in Hinblick auf die Zukunft der Rennbahn in Frankfurt, die an diesem Sonntag in die Saison startete.

Völlig formgemäß endete die Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.600 m), in dem wir von German Racing in der Sport-Welt die Dreierwette in der richtigen Reihenfolge vorhergesagt hatten. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, hatte Trainer Toni Potters aus Großenkneten über die sechsjährige Stute Myrtille (50:10, A. de Vries) gesagt. Und tatsächlich beendete die Lady mit günstiger Marke eine längere Durststrecke. Mit viel Endgeschwindigkeit kam sie noch an der etwas überstürzt eingesetzten Touch of Pri, Lucy Bee und Tweet Lady vorbei. Die Viererwette bezahlte 7.674:10 Euro. „Die Gegner kamen zu früh, und Adrie hat auf Myrtille die Ruhe bewahrt“, fügte Toni Potters noch an.

Der Express von Trainer Andreas Wöhler rollt immer weiter – in einem Stutenrennen für Dreijährige über die Meile setzte sich in den Farben seines Rennstalles die erstmals angetretene Mount Nelson-Tochter Holy Moly (26:10, E. Pedroza) mit kapitalem Speed gegen die ebenfalls stark debütierende Rock my World und die unterwegs führende Gouache durch. „Eigentlich braucht sie noch mehr Tempo, das ist eine sehr ordentliche Stute. Mal sehen, was wir nun machen“, kommentierte Wöhler. Die Siegerin besitzt Nennungen für zahlreiche Auktionsrennen.

Und im Ausgleich II über die Meile legte das Team Pedroza/Wöhler direkt nach – mit dem auf 15:10 heruntergewetteten Potemkin, der Fußball-Manager Klaus Allofs gemeinsam mit der Stiftung Gestüt Fährhof gehört. Erst auf den allerletzten Drücker kam der steigerungsfähige Wallach noch hauchdünn an dem nie aufgebenden Cassilero vorbei, Dritter wurde Marju Prince. „Potemkin ist noch ein Baby. Für ihn war das Rennen zu ruhig gelaufen, daher musste Eddie früher herangehen“, erklärte Andreas Wöhler den knappen Erfolg.

Im Pendant über 2.000 Meter bewies die von Hans-Jürgen Gröschel in Hannover vorbereitete Techno Queen (73:10) riesigen Speed vor Liebesbrief und Wadeshda.

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