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Bolte-Schützling bleibt in Bremen auf Siegkurs

Victorious macht seinem Namen alle Ehre

Bremen 6. Mai 2015

Lange gibt es schon Galopprennen in Bremen. Der Rennverein wurde immerhin bereits 1857 gegründet. Ungeachtet dieser immensen Zeit darf man wohl getrost behaupten, dass im Laufe der Jahrzehnte zumindest nicht viele Renntage so spät begannen wie jener vom 6. Mai 2015. Das passierte natürlich nicht ohne Grund, war vielmehr situationsbedingt - oder besser gesagt: PMU-bedingt.

Turf aus der Hansestadt war an diesem Mittwoch nämlich das deutsche Galopp-Angebot für den französischen Wettmarkt. Via Equidia-TV wurden die Rennen aus der Weserstadt ins Nachbarland übertragen. Und es ist kein Geheimnis, dass man es in Frankreich gerne sieht, wenn diese auch kopfstark besetzt sind.

Was die sieben Prüfungen allesamt waren. Schon für den einleitenden Prix Pastorius um 17.55 Uhr galoppierten 13 Kandidaten bei frühlingshaften Wetterbedingungen, wenn auch bereits etwas elastischem Geläuf zum 1400-Meter-Start. Von denen am Ende das Formpferd Pavana einen sehenswerten fast Start-Ziel-Erfolg hinbekam. Allerdings nicht, wie angegeben, mit André Best im Sattel, sondern mit Martin Seidl. Auf der von Frank Fuhrmann trainierten Silvano-Tochter im Besitz von Sven Hoffmann lieferte er mal wieder den Beweis dafür, dass "Kistenritte" zuweilen ganz erfolgversprechende Engagements sein können. Die in bester Haltung durch den Schlussbogen gekommene Riesenaußenseiterin Song of Gold schien die Fährhoferin kurz in Verlegenheit bringen zu können, hielt dabei aber nie sauber Strich, was Pavana vorne immer wieder neuen Spielraum verschaffte. Gut im Bild waren zuletzt außerdem Ocario und der vielleicht nicht ganz glückliche Powerplay.

Für den Trainer aus Sachsen-Anhalt blieb es allerdings nicht bei diesem Eröffnungssieg. Im gleich darauf folgenden Prix 136. Bad Harzburger Galopprennwoche legte Frank Fuhrmann nämlich nach und setzte mit seinem Schützling Novacovic gleich ein zweites Ausrufezeichen. Das aber schnell kein Ausrufezeichen mehr war, kaum dass die Tinte getrocknet war.

Nach einem von der Rennleitung als für nicht einwandfrei angesehenen Start wurde das Rennen nämlich postwendend annulliert. Bei zwei Pferden, Kimbra und Adira, war die Boxentür nicht bzw. verspätet aufgegangen.

Zum Glück passierte dies dann nicht noch einmal im Prix Piper Heidsieck bei den Dreijährigen, den die von Yasmin Almenräder betreute Novizin Silicon Valley für den Stall Lustige Fünf unter Ian Ferguson gewann. Die keineswegs geringen Vorschusslorbeeren für die Sholokhov-Tochter hatten also ihre Berechtigung. Als hartnäckige Konkurrentin entpuppte sich wie erwartet die Saisondebütantin Magic Moments, die sich jedoch in der Auseinandersetzung mit Silicon Valley ziemlich aufrieb, sodass sie zuletzt selbst von den immer besser ins Rennen findenden Daring Art und Hong Kong Phooney mit zweimal Kopf knapp abgefangen wurde und sich mit Platz vier bescheiden musste.

Bescheiden, dies ist freilich eine Vokabel, die man im Lager des Tertullian-Sohnes Victorious zurzeit nicht kennt. Für den Stall Manhattan markierte der Vierjährige im Prix German Tote TV immerhin bereits seinen vierten Sieg in Folge, den dritten übrigens in dieser Saison. Vor allem klappte in Bremen bei ihm auch der nahtlose Übergang vom Sand auf das Grasgeläuf derart reibungslos, dass Alex Pietsch auf dem Pflegebefohlenen von Dr. Andreas Bolte früh seiner Sache sicher sein konnte. Für den gut endenden Zephyros reichte es somit nur noch, um dem sich lange wehrenden Naval den zweiten Platz zu nehmen.

Zum ersten Erfolg reichte es diesmal aber bei ihrem sechsten Start für Stall Hejos Dashing Diva, die sich beim Saisondebüt am Bremer Karfreitag für den Prix 31 Jahre Galoppclub Bremen bereits angekündigt hatte. Wie es aussah, wäre es wahrscheinlich eine wesentlich engere Entscheidung geworden, hätte der nach langer Pause erstmals wieder aufgebotene Life Style innen an der Seite des über weite Strecken führenden Prince Paul nicht für einen Moment festgesessen. Durch dieses Pech verlor der Hengst jedoch entscheidend Schwung und endete erst auf dem dritten Platz - und sogar noch hinter Honora Directa, die phasenweise auch aussichtsreich wirkte, aber die von Elfi Schnakenberg vorbereitete Dashing-Blade-Tochter ganz vorne nicht entscheidend packen konnte.

Mit Dashing Divas Sieg war dann auch der in diesem Wochen und Monaten obligatorische Erfolg von Jozef Bojko perfekt, der mit ihr nebenbei zu seinem 20. Saisonerfolg kam. Für seinen Kollegen Eugen Frank hatte der folgende Treffer mit dem 263:10-Außenseiter Van Victory schon etwas von einem Trostpflaster, war er doch in der ersten Programmhälfte auf Novacovic im Sattel gewesen, der in der annullierten Prüfung als Erster das Ziel passiert hatte.

Diesmal gab es keine postwendende Enttäuschung, der Prix Atlantic Hotel an der Galopprennbahn wurde ohne jede Einwände "abgeläutet". Dass der von seinem Besitzer Pavel Bradik auch trainierte Hamond-Sohn überhaupt als Gewinner vom Geläuf kam, musste insofern fast überraschen, als so gut wie alles auf den im Einlauf klar bestimmenden Sokol hinauszulaufen schien. Dann aber kamen die sprichwörtlichen Räuber doch noch, allen voran Van Victory. Daneben liefen Abbanandi und der stark beachtete Pleasantpathfinder noch an Sokol vorbei.

Viel hätte nicht gefehlt, dann wäre das Tandem Bradik-Frank nach dem abschließenden Prix It's Gino noch ein weiteres Mal gefeiert worden. So sehr auch der tapfere Adel verpflichtet sich streckte, gegen den ständig das Tempo angebenden Wallach Kiowa wollte es aber einfach nicht mehr reichen. Denn auch der Kallisto-Sohn versteht zu kämpfen und konnte mithin immer wieder erfolgreich dagegenhalten. Dazu bot sich in der Schlussphase A Mighty Heart an, die allerdings nie so richtig auf Tuchfühlung gelangte, um letztendlich über Platz drei hinauszukommen.

Gleichwohl hatte auch sie sich gemeinsam mit dem Professor Dr. Reinhard Fries gehörenden und von Dr. Renate Fries-Jung betreuten Kiowa deutlich vom von Tivoli angeführten Rest abgesetzt. Zu Recht gab es nach der Siegerehrung auch einige Komplimente für Nachwuchsreiter Tommaso Scardino, der auf dem Höchstgewicht das Tempo stets gut taxiert hatte und mithin ebenfalls ein gerüttelt Maß zum Erfolg beitrug.

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