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Top-Erfolg im 80. Gerling-Preis in Köln

Guardini triumphiert im Domstadt-Grand Prix

Köln 10. Mai 2015

„Wiedergeburt“ eines vierbeinigen Hoffnungsträgers am Sonntag auf der Galopprennbahn in Köln: Der vierjährige Hengst Guardini, im Besitz von Georg Baron von Ullmann, galt 2014 als Pferd mit Ambitionen für die großen 2.400 Meter-Rennen Europas. Doch so richtig umsetzen konnte der Dalahkhani-Sohn das damals nicht. Doch im 80. Gerling-Preis (Gruppe II, 70.000 Euro) meldete sich der 27:10-Co-Favorit mit einem Treffer im Frühjahrs Grand Prix in der Domstadt zurück.

Unter Filip Minarik avancierte Guardini zum Nachfolger von Ivanhowe, der vor einem Jahr hier ebenfalls für den Stall von Trainer Jean-Pierre Carvalho (Bergheim) erfolgreich gewesen war, ehe er später zwei Gruppe I-Rennen gewann. Von zweiter Position hinter dem in einem Mega-Tempo führenden Sirius fand Guardini einen perfekten Rennverlauf vor. Der Däne Mekong River und der gemeinsam mit Guardini favorisierte Earl of Tinsdal galoppierten dahinter, während bis zu dem 2013er-Sieger Girolamo und Eric, der vorher ohne Reiter unterwegs gewesen war, eine erhebliche Lücke klaffte.

Um Sirius war es nach dieser Fahrt auf der Zielgeraden bald geschehen. Guardini ging an der Innenseite schnell nach vorne, dann tauchte außen in ganz großem Stil Girolamo auf, und außen kam Eric immer besser in Fahrt. Zunächst schien Girolamo hier erneut gewinnen zu können, doch innen entwickelte Guardini die stärksten Reserven und sicherte sich beim siebten Start sein drittes Rennen und eine Prämie von 40.000 Euro. Seine Gewinnsumme katapultierte er auf 96.350 Euro.

„Wir hatten ein ideales Rennen. Guardini hat seine Arbeitsleistungen deutlich überboten. Ich war vorher gar nicht so optimistisch“, gab Siegreiter Filip Minarik anschließend zu. Trainer Jean-Pierre Carvalho ergänzte: „Es war ein sehr schnelles Rennen. Guardini hatte eine gute Position. Auf der Geraden wurde er kurz von Girolamo überlaufen, aber dann hat er gut durchgezogen. Wir haben mit ihm nun mehrere Optionen mit dem Großen Preis der Badischen Unternehmer in Baden-Baden oder bei Rennen in Frankreich.“

Blendend schlug sich auch der lange sehr gefährlich wirkende Girolamo als Zweiter. „Uns kam der Rennverlauf zugute, der sehr flott war“, sagte Jockey Andrasch Sarke. „Das war sehr gut. Nun kommt ein Start in Baden-Baden in Frage“, berichtete Trainer Peter Schiergen.

Auch Eric hielt sich auf Rang drei nach dem Trouble zuvor ansprechend. „Angesichts der Umstände war das beim Jahresdebüt gut. Iffezheim und anschließend der Hansa-Preis in Hamburg sind seine nächsten Aufgaben“, erklärte Christian von der Recke. Ziemlich blass blieb dahinter Earl of Tinsdal, der diesmal nie weiter vorne war. Mekong River und vor allem der zu offensiv gerittene Sirius bauten mächtig ab.

Auch im Rahmenprogramm gab das Team Ullmann/Carvalho/Minarik den Ton an, mit einem Neffen von Guardini: Das Vertrauen war gewaltig, doch völlig gerechtfertigt. Der Tertullian-Sohn Guiliani (23:10) gab in der Frühjahrs-Meile des Carl Jaspers Versicherungskontors (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.600 m) eine Gala-Vorstellung.

Mit großem Endspurt raufte sich der Top-Favorit an der Innenseite noch an dem außen in bester Haltung aufgezogenen Wild Chief vorbei, und das mehr als sicher. „Alles lief nach Plan, er hat toll gekämpft“, verriet Jockey Filip Minarik.

Und Trainer Jean-Pierre Carvalho meinte: „Er hat die erste Form sehr gut bestätigt, alles ging perfekt. Er braucht allerdings ein Pferd, das ihn zieht. Als er in Front war, stutzte er kurz, doch als Wild Chief Paroli geboten hat, bekam Guiliani die zweite Luft. Logischerweise ist die Badener Meile nun sein wahrscheinliches Ziel. Vielleicht führen wir ihn aber auch auf die 2.000 Meter heran.“
Wild Chief gab ein erstklassiges Saisondebüt, sah lange wie der Sieger aus: „Der letzte Tick fehlte ihm noch. Ich weiß noch nicht, ob wir auf dieser Distanz bleiben“, so sein Betreuer Jens Hirschberger.
Felician machte sich als Dritter noch gut bemerkbar vor dem gut dabeibleibenden Gereon und der Französin Matorio. Ajaxana hatte am Anfang eine Störung hinzunehmen, während Global Bang einen schlechten Start erwischte.
„Der schnellste Schecke der Welt“ triumphiert

Der Publikumsliebling unter den Galoppern triumphierte beim 19. Start nach vielen Platzierungen zum ersten Mal: Die Stimmung kannte keine Grenzen mehr, als der „schnellste Schecke der Welt“ Silvery Moon (76:10) in einem 1.600 Meter-Ausgleich III nach Zielfoto mit einer Nase gegen Fiorella zum Zuge kam. „Der gute Boden war entscheidend, und auch die Taktik auf Warten scheint ihm zu passen“, berichtete Eckhard Sauren. Der Präsident des Kölner Renn-Vereins ist gemeinsam mit Franz Prinz von Auersperg und Trainer Mario Hofer Besitzer des Hengstes mit dem ungewöhnlichen Aussehen, der von Andrasch Starke optimal geritten wurde. Eujeny und Dark Forrest komplettierten die Viererwette, die 95.577:10 Euro bezahlte.

Mit einer imposanten Vorstellung wartete die Röttgenerin Anna Katharina (33:10, M. Seidl) im einleitenden Stutenrennen für Dreijährige über 2.200 Meter auf. Start-Ziel setzte sich die Kallisto-Tochter mehr als überzeugend von Rose Rized und Sa Calobra ab. Die stärker gewetteten Wild Butterfly und Words of Love taten sich bald schwer.

„Wir wollen an zweiter Stelle oder selbst vorne gehen“, gab Anna Katharinas Trainer Markus Klug später zu. „Martin Seidl konnte sich alles schön einteilen, es ging leicht. Eventuell steuern wir nun den Hamburger Stutenpreis an“, ließ der Coach durchblicken.

Leider etwas dezimiert war die Dreijährigen-Prüfung über 1.850 Meter, denn Meqlaam wurde vom Start verwiesen und Northern Rock wurde nach einer Extrarunde zurückgezogen. Da war nach einer harten Kampfpartie frei für Invictus (Filip Minarik war für den im Stau steckengebliebenen Encki Ganbat eingesprungen), der Rabi und Novalis sicher in Schach hielt. Trainer Sascha Smrczek: „Er hatte schon gut gearbeitet, aber die Gegner waren natürlich schwer einzuschätzen. Bei Invictus muss man die Nerven in den Griff bekommen. heute hat er schön gekämpft. Auktionsrennen könnten bald wieder sein Ziel sein“.

Nach einer Flut an Platzierungen klappte es endlich für die von Manfred Weber in Iffezheim trainierte Troyanda (39:10, B. Weber) im Amateurreiten (Ausgleich IV, 1.850 m), die ganz zuletzt noch Rising Rock in den Griff bekam. Lady Lovelace und Crespo komplettierten die Viererwette, die 30.140:10 bezahlte. „Sie hatte immer viel Pech, heute hat es gereicht, und sie hat toll gekämpft“, berichtete Reiterin Berit Weber.

Zu einer besonderen Auszeichnung kam Trainer Andreas Löwe, denn der Galopp Club Deutschland ehrte ihn als „Turfpersönlichkeit des Jahres 2014“.

Einen Spaziergang absolvierte Stall Nizzas Nutan (11:10, A. Starke) aus dem Stall von Peter Schiergen in einer 2.200 Meter-Prüfung für Dreijährige. Vorneweg lief er Mastermind und Camberwell locker davon und dürfte nun höhere Weihen anstreben. „Wenn alles klappt, steuern wir in Richtung Derby“, sagte Trainer Peter Schiergen.

Gleich beim Saisondebüt reichte es nach vielen Platzierungen für das Höchstgewicht Fly First (40:10, dritter Tagessieg für Jockey Andrasch Starke) aus dem Quartier von Ferdinand Leve in 1.400 Meter-Ausgleich IV. Mit schönen Reserven ließ er Dragoslav und Layer Cake hinter sich, während der heiße Favorit Gamgoom aus guter Position nicht über Rang fünf hinauskam.

Im abschließenden Ausgleich III über 2.400 Meter landete Trainer Dr. Andreas Bolte einen vielbeachteten Doppelerfolg – Sign (47:10, M. Cadeddu) hielt den höher eingeschätzten Dao Vasco in Schach, hinter dem Theology Rang drei eroberte.
Top-Leistungen in Rom

Großartig schlugen sich die beiden deutschen Starter im Premio Presidente (Gruppe I, 242.000 Euro, 2.000 m) in Rom. Magic Artist (C. Demuro/W. Figge) hätte mit viel Speed beinahe noch den früh ausgerissenen Italiener Cleo Fan (U. Rispoli) erreicht und wurde Zweiter vor dem im Mitbesitz von Klaus Allofs stehenden Wake Forest (E. pedroza/A. Wöhler) auf Rang drei.

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