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Ephraim überrascht im Oleander-Rennen

Geniale Taktik im „Berlin-Marathon der Galopper“

Berlin-Hoppegarten 14. Mai 2015

Mit einer taktischen Meisterleistung zum Sieg im Berlin-Marathon der Galopper – der von Markus Klug in Heumar bei Köln vorbereitete Ephraim sorgte am Donnerstag nach einem raffinierten Ritt von Jockey Eugen Frank im Comer Group International 44. Oleander-Rennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 3.200 m) in Berlin-Hoppegarten für eine große Überraschung.

Denn sofort setzte sich Frank im längsten deutschen Grupperennen mit dem vierjährigen Wallach an die Spitze des achtköpfigen Feldes und verschleppte dort das Tempo ganz nach seinem Gusto. Regelrecht einschläfern konnte er mit dem 95:10-Außenseiter die Konkurrenz. Schnell wurde die Partie erst in der Schlussphase, als die Pferde unter Ephraims Führung die Zielgerade erreichten.
Swordshire, ein weiterer wenig gewetteter Hengst aus München, setzte unter Eduardo Pedroza stark nach. An der Innenseite wurde Walzertakt (Rene Piechulek) zwingend und hatte einen tollen Moment.

Doch an Ephraim bissen sich die Gegner regelrecht die Zähne aus, der Sohn des Prix de l‘ Arc de Triomphe-Siegers Rail Link marschierte unverdrossen weiter und verteidigte seinen Vorsprung sicher bis in Ziel.
Swordshire wurde hinter Ephraim toller Zweiter vor dem ebenfalls dicht dabei bleibenden Walzertakt und dem Mitfavoriten Salut, der nicht so recht weiterkam. Die Favoritinnen Virginia Sun und Kaldera (im Besitz der Fußball-Stars Torsten Oehrl, Mike Hanke und Nick Proschwitz) kamen über die beiden letzten Ränge nicht hinaus. Sie dürften wie Born To Run an dem flauen Tempo gescheitert sein.

Besitzer von Ephraim ist der Stall Reckendorf des früheren Lehrers Götz Meyer zu Reckendorf und seiner Ehefrau Lieselotte aus Osterholz-Scharmbeck. Ihnen hatte Ephraim Ende des Vorjahres mit schwachen Leistungen Rätsel aufgegeben. Im Winter beförderte man Ephraim zum Wallach, was offenbar eine Leistungsexplosion zur Folge hatte. Doch den Sprung vom Sieger eines kleineren Rennens in Berlin vor wenigen Wochen zum Oleander-Helden hatten ihm nur wenige zugetraut.

Trainer Markus Klug feierte einen absoluten Glanztag, auch im Rahmenprogramm trumpfte er auf: Bei sechs Starts hatte er jede Menge Platzierungen erzielt und stattliche 54.628 Euro eingaloppiert, zum Großteil auf das Konto des australischen Racing Viktoyia, doch im BBAG Auktionsrennen Hoppegarten (52.000 Euro, 1.600 m) galt der von Champion Markus Klug trainierte dreijährige Tertullian-Sohn Ice Man Star (102:10, E. Frank) als Außenseiter.

Mit dem Höchstgewicht von 59 Kilo gelang dem Hengst ein besonderes Kunststück – er gewann diese Rahmenprogramm-Highlight. Auf den allerletzten Metern flog Ice Man Star regelrecht und zwang den stets mit Vorsprung führenden Top-Favoriten Drummer (A. Starke) tatsächlich noch nie in die Knie. 25.000 Euro Preisgeld waren der Lohn für diesen Coup. Sanandaj endete auf Rang drei enorm zügig, während Sealord als Vierter lange alle Möglichkeiten hatte.

Mit einer gravierenden Steigerung des letztjährigen Debüts – in allerdings sehr starker Gesellschaft – wartete der nach dem bekannten Vampir-Film benannte Twilight (53:10, D. Schiergen) im einleitenden 1.800 Meter-Rennen für Dreijährige auf. Der Kamsin-Sohn aus dem Hoppegartener Stall von Uwe Stech entwickelte enorm viel Speed und bekam zuletzt noch Arizona und Wirbelwind in den Griff. Die Favoritin Proud Rock tat vorne zuviel und war am Ende chancenlos.

So richtig aufgeblüht ist jetzt der von Christian von der recke für den Stall Nizza trainierte Jungleboogie (38:10, R. Piechulek). Im über 2.000 Meter führenden Ausgleich III war der Dreijährige wie schon zuletzt in München nicht zu gefährden und wies den Favoriten Mondello sowie Mr Beauregard sehr sicher ab. Da könnte noch mehr möglich sein.

Der beste Halbblüter aktuell ist einwandfrei Anna Schleusner-Fruhrieps Apoleon (33:10, B. Ganbat). In der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.800 m) galt der Wallach erneut als klarer Favorit und mit viel Speed blieb er gegen die sich lange wehrende Reality und den von Apoleon zuletzt etwas irritierten Bor sowie Nightdance Prince knapp voraus. Es war schon der dritte Saisontreffer für Apoleon. Die Viererwette brachte sagenhafte 105.978:10 Euro, zwei Wetter kassierten jeweils gut 5.000 Euro.

Und noch ein anderer Kandidat hat eine prächtige Entwicklung vollzogen – der schon sechsjährige Hengst Burschentanz (29:10, E. Pedroza) steigert sich immer weiter. Denn auch nach vier Treffern im vergangenen Jahr ließ er sich im Ausgleich II über 1.600 Meter nicht stoppen und machte sich noch leicht von dem Piloten Sha Gino und Sarisha frei. Trainer Lutz Pyritz hat sich ein besonderes Kompliment verdient.

In der Manier eines noch viel besseren Pferdes holte sich Stall Ullmanns Gony By (44:10, E. Hardouin) für Formtrainer Jean-Pierre Carvalho den Ausgleich II über 2.200 Meter. Regelrecht angerauscht kam der Cape Cross-Sohn und ließ dem bestens standhaltenden Alberto Hawaii und Fair Trade keine Möglichkeit.

Im abschließenden 2.000 Meter-Handicap vervollständigte die sich noch knapp nach vorne kämpfende Summershine (39:10) vor Alwin und La Grassetta einen Doppeltreffer für Jockey Bayarsaikhan Ganbat und Trainerin Anna Schleusner-Fruhriep.

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