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Kampfsieger im Krefelder Ehrmann Sprint-Cup

Daring Match startet furios in die neue Saison

Krefeld 16. Mai 2015

Wer wettet, kennt die alte Weisheit: Vergiss nie die beste Form eines Pferdes! Wer dann auch noch hiernach handelte und sich der besten Leistung von Gestüt Auenquelles Daring Match erinnert hatte, wurde beim Samstagrenntag in Krefeld dafür reichlich belohnt. Denn der Vierjährige stand im Ehrmann Sprint-Cup nach bereits offensiver Taktik alle Angriffe einer breiten Phalanx aus und vereitelte im mit 25.000 Euro dotierten Listenrennen gleichzeitig einen französischen Sieg durch die Favoritin Zylpha. Keineswegs weit geschlagen endeten nach 1.300 Metern außerdem Abendwind auf Platz drei und Birthday Prince auf Rang vier.

Auf den Erfolg des Call-me-Big-Sohnes gab es eine nahezu unglaubliche Siegquote von 127:10. Und was seine beste Form angeht, so hatte Daring Match im letzten Jahr in Baden-Baden als Vierter der „Goldenen Peitsche“ eine Leistung geboten, die an jedem Tag ausreichen würde, um eine Prüfung wie die in Krefeld zu gewinnen. Ganz ähnlich hatte sich auch sein Trainer Jens Hirschberger im Vorfeld geäußert – und am Ende damit Recht behalten.

Vielleicht waren es die nach Baden-Baden nicht mehr ganz beeindruckenden Leistungen, weshalb der Auenqueller Jahresdebütant am Toto so wenig Nachfrage fand. Es könnte aber auch die ihm zugeloste äußerste Startnummer gewesen sein. Dieses Handicap hatte sein Jockey Martin Seidl jedenfalls schnell ausgeglichen, indem er Daring Match vorne gleich eine ausgezeichnete und weitgehend störungsfreie Ausgangsposition hinter dem Schweden Ambiance verschaffte.

Als die Gerade erreicht war und Ambiance nicht mehr sonderlich weiterkam, gab es für Daring Match nur noch eines, nämlich den schnell bekommenen Vorteil zu verteidigen. Das gelang vorzüglich, obgleich die Gegner von allen Seiten drängten. Vor allem außen brachten sich Abendwind und Birthday Prince höchst aussichtsreich in Stellung. Doch war es zuletzt die für einen Moment nicht eben glückliche Favoritin Zylpha, die die größte Gefährlichkeit entwickelte, letztendlich aber nur noch bis auf einen Kopf an den Überraschungssieger herankam, der seinen nächsten Auftritt möglicherweise im Hamburger Flieger Preis am 1. Juli auf dem Horner Moor haben wird.
Daring Matchs Jockey hatte kurz zuvor bereits der in gutem Stil gewinnenden Röttgenerin Wild Motion zu einem erfolgreichen Debüt im Preis von Edeka Kempken verholfen, mit dem sich die Pflegebefohlene von Trainer Markus Klug für bessere Aufgaben in der nächsten Zukunft ins Gespräch brachte. Aber auch die zweitplatzierte Salve Estelle hinterließ trotz einer Störung im Einlauf einen ausgezeichneten Eindruck, womit auch sie demnächst für höhere Weihen durchaus in Frage kommen könnte.

Die gleich anschließende zweite Prüfung für den Derby-Jahrgang sicherte sich dann Stall Antanandos Princess Wu unter Adrie de Vries. Die am Platz von Mario Hofer betreute Astronomer-Royal-Tochter zeigte sich bei ihrem Erfolg über Haarib und Bellcanto gut verbessert gegenüber ihrem Münchener Debüt vom 1. Mai.

Der Renntag im Stadtwald hatte vergleichsweise früh angefangen, da die ersten vier Prüfungen via Equidia TV nach Frankreich übertragen wurden. Das interessierte Publikum im Nachbarland sah dabei unter anderem den inzwischen bereits dritten Saisonerfolg von Erich Lenz` Stute Narita mit Alexander Weis im Sattel.

Nach der Toylsome-Tochter aus dem Quartier von Sarah Weis brachte gleich anschließend die von ihrem Besitzer Hermann Schröer-Dreesmann zudem noch gezogene Doyen-Tochter Troyanda ihren zweiten Sieg in Folge unter Dach und Fach. Die von Manfred Weber trainierte Fünfjährige war schließlich unter Berit Weber beim Start zuvor in Köln bereits erfolgreich gewesen.

Der von Koen Clijmans gerittene Außenseiter Seal Rock aus den Niederlanden stand danach nicht nur knapp die Angriffe seines Landsmanns Better Value erfolgreich aus, sondern auch die der Fährhoferin Guavia, der nebenbei einzigen Dreijährigen im Feld, die sich zwar in Ehren schlug, aber den holländischen Kompletterfolg damit nicht verhindern konnte.

Und es fehlte wirklich nicht viel, dann hätte außerdem noch Calon Lad ein zweites der ersten vier Handicaps ins westliche Nachbarland entführt. Doch musste sich der Wallach ganz zum Schluss dem Speed von Heike Schreiners Earl of Heinz beugen, den Danile Porcu genau zum richtigen Zeitpunkt zur Geltung brachte, womit dieser Sieg dann an den saarländischen Stall von Trainer Uwe Schwinn ging.

Krefeld erlebte einen sehr stimmungsvollen Renntag. Leider bei nicht gerade frühlingshaften Bedingungen und immer wieder einsetzenden Regenpassagen. Den zuweilen fehlenden Sonnenschein ersetzten dafür die sich am Hutwettbewerb beteiligenden Damen mit einem glänzenden Gesamtauftritt, der auch in Ascot fraglos seinen Eindruck hinterlassen hätte.

Der Regen nahm insofern aber auch einen direkten Einfluss auf das sportliche Drehbuch, da der Jagdkurs von den Niederschlägen an einigen Stellen in Mitleidenschaft gezogen worden war und erhöhte Rutschgefahr drohte. Darin waren sich die meisten Reiter nach dem Probesprung schnell einig gewesen.

Rennleitung, Trainer und Reiter kamen am Ende gemeinsam darin überein, den finalen Preis des Wachdienst Krefeld Esters GmbH auf der Flachen, aber immerhin auf der von der von der Ausschreibung vorgeschriebenen Distanz von 3.500 Metern auszutragen.

Eine gute Entscheidung, denn nichts geht über Sicherheit. Auch im Galopprennsport. Am Ende gewann der Halbblüter Ländler mit Chris Simmons im Sattel vor Falconettei und Audentia. Für Ländlers Besitzer Volker Franz Schleusner und Trainerin Anna Schleusner-Fruhriep hatte sich damit die weite Reise aus Mecklenburg-Vorpommern an den Niederrhein vollends gelohnt. Sieg ist schließlich Sieg. Egal, ob mit oder ohne Sprünge.

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