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Kantersieg in Hannovers pferdewetten.de – Bavarian Classic

Quasillo bringt sich noch mehr fürs Derby ins Gespräch

Hannover 17. Mai 2015

Es war genau die Vorstellung, welche man dem dreijährigen Hengst Quasillo schon vorher zugetraut hatte. Dass er nämlich noch ein weiteres Mal seine Klasse demonstrieren würde. Bereits zum Debüt vor Kurzem in München-Riem war der Fuchs mit riesigen Vorschusslorbeeren im Gepäck in die bayerische Metropole gereist – und war diesen auch vollends gerecht geworden. Heute in Hannover gab es dasselbe Bild, obgleich es sich beim pferdewetten.de – Bavarian Classic immerhin um eine wichtige Derby-Vorprüfung handelte und die Anforderungen an ihn folglich um einiges größer waren. Was Quasillo jedoch nicht davon abhielt, sich erneut überlegen durchzusetzen. In der entscheidenden Phase löste der Hengst sich in großem Stil und überließ der Konkurrenz lediglich noch den Kampf um die Plätze. Ajalo als Zweiter und Lovato auf Rang drei waren noch am nächsten dran, aber früh ohne jede Siegchance.

Jockey Eduardo Pedroza ritt Quasillo mit einem Riesenvertrauen und wartete lange auf dem vorletzten Platz des kleinen Sechserfeldes, um den Schützling von Trainer Andreas Wöhler dann in der Geraden weit außen zu bringen. Mit zunehmender Distanz brachte er sich immer besser zur Geltung. Nach 2.000 Metern und in einer Zeit von 2:08,36 Minuten konnte er die für den Sieger vorgesehenen 32.000 Euro aus einer Gesamtdotierung von 55.000 Euro nahezu im Trainingsgalopp für die Stiftung Gestüt Fährhof sichern.

Sein Reiter beließ es bei zweieinhalb Längen Vorteil. Zwischen Ajalo und Lovato betrug der Abstand anderthalb Länge, und auf dem vierten Platz endete Lokalmatador Iraklion. Der Weg für Quasillo führt jetzt vermutlich über das 180. Oppenheim Union-Rennen am 14. Juni in Köln in Richtung Hamburg-Horn zum IDEE 146. Deutschen Derby am 5. Juli.

Der Fuchs ist nebenbei ein Sohn des irischen Hengstes Sea The Stars, dem Vater des vorjährigen Hamburger Triumphators Sea The Moon. Im großen Gütersloher Stall seines Trainers scheint er jedoch keineswegs der einzige veritable Derby-Kandidat zu sein. Vielmehr, so meinte Andreas Wöhler nach dem hannoverschen Sieg, gäbe es noch Konkurrenz für ihn im eigenen Stall.

Damit dürfte er vor allem den Hengst Karpino gemeint haben, der unlängst erst im Krefelder Dr. Busch-Memorial ebenfalls außerordentliche Talente demonstriert hatte.

Dass das Rennen einen für Hannover recht ungewöhnlichen Titel trug, hat damit zu tun, dass es eigentlich zum Münchener Saisonkalender gehört, in diesem Jahr allerdings nach Norden ausweichen musste, weil eine parallel stattfindende Großveranstaltung in der Nachbarschaft der Riemer Rennbahn andernfalls für große verkehrstechnische Probleme gesorgt hätte.

Hannovers Saisonpremiere war gleichzeitig wieder der alljährlich Renntag von Hannover 96. Dass die Mannen von Trainer Michael Frontzeck tags zuvor in Augsburg mit einem 2:1-Erfolg einen guten Schritt vom drohenden Abstieg weggekommen war, kam der Stimmung natürlich nur zugute. Dementsprechend bestens gelaunt überreichte auch 96-Präsident Martin Kind die Ehrenpreise nach dem einleitenden Preis von Hannover 96, einem Ausgleich II, den das von Mario Hofer betreute und Adrie de Vries gerittene Höchstgewicht Diplomat gegen König Arte und Seewolf gewann. Besitzer des Teofilo-Sohnes ist Eckhard Sauren, seines Zeichens ebenfalls Präsident, nämlich des Kölner Renn-Vereins. Der obendrein noch ein bekennender Fan des 1. FC Köln ist.

Einige Rennen und Showeinlagen später sah Große Preis von Rossmann sogar die Königsklasse des Handicaps, und das Publikum erlebte einen ungemein spannenden Endkampf, in dem der nach langer Pause erstmals wieder gesattelte Island Storm einen riesigen Kampfgeist entwickelte und die fürs Auge lange besser gehende Queenie in Schach zu halten verstand. Große Freude vor allem bei Heide Harzheim, der Besitzerin des Wiesenpfad-Sohnes. Für Siegjockey Alex Pietsch gab es natürlich ebenso viele Komplimente wie für Trainer Waldemar Hickst, der den im September vergangenen Jahres zuletzt draußen gewesenen Simmenacher gleich wieder in solch einer Top-Verfassung vorstellen konnte.

Zuvor hatte auch die von ihm betreute dreijährige Andraxt des Stalles Lucky Owner unter Stephen Hellyn bereits den Eilers Reifen Cup in recht ansprechendem Stil gegen Salve Venezia gewonnen, nachdem es unmittelbar davor auch schon zwei Heimsiege gegeben hatte. Im Reifenprofi-Cup sogar mit Langenhagener Pferden auf den ersten beiden Plätzen. Denn sowohl der Gewinner Iquitos des Stalles Mulligan, in dessen Sattel Wladimir Panov saß, als auch die Zweitplatzierte Miss Sommerroh gehören zur Kavallerie von Trainer Hans-Jürgen Gröschel.

Auf das Gröschel-Doppel folgte auf dem Fuße noch ein weiterer hannoversche Triumph durch die ein Jahr nicht mehr am Start gewesene Brümmerhoferin Akua’na, auf der Adrie de Vries im Preis von üstra Reisen – Das Hannover 96 Reisebüro seinen zweiten Tagessieg einfuhr und nach deren Sieg selbstverständlich Trainer Paul Harley genauso viel Lob für eine exzellente Comeback-Vorbereitung erhielt.

Doch der Hannover-Express rollte auch später noch weiter, und zwar erst einmal in der Ehrhardt-Trophy, die von Dr. Ratbod Rudpolphs dreijähriger Chancy gewonnen wurde. Nach deren Sieg wurde Trainer Hans-Jürgen Gröschel noch ein weiteres Mal zur Siegerehrung gerufen, das selbstverständlich in Begleitung von Norman Richter, dem Jockey der Lawman-Tochter.

Was allerdings den Erfolgshunger dieses Teams keineswegs schon stillen konnte. Gröschel zum Dritten und Richter zum Zweiten hieß dann nämlich bereits nach dem Vergölst-Cup, dem zweiten Ausgleich II auf der Karte, der zugleich die Wettchance des Tages brachte. Die 2.000-Meter-Prüfung holte sich Sabine Goldbergs Techno Queen, die vor 14 Tagen bereits in Frankfurt erfolgreich gewesen war. Mit gewaltigen Speed nahm die Manduro-Tochter vom letzten Platz kommend der scheinbar schon auf der Siegerstraße galoppierenden Kiss me Kate den Erfolg noch weg.

Siegtreffer Nummer vier war für Hans-Jürgen Gröschel auch bereits fast gebucht, hätte nicht die Stute Ivrea im primtec-Rennen noch Antonia Bella mit einem Kopf abgefangen. Immerhin wurde es abermals ein hannoverscher Erfolg, da Stall Indias Areion-Tochter von Christian Sprengel trainiert wird. Fast wie eine besondere Ironie des Schicksals schien es jedoch, dass der siegreiche Jockey wieder Norman Richter hieß, der damit ebenfalls Treffer Nummer drei verbuchen konnte.

Und letztendlich setzte dann noch die von Trainer Peter Schiergen zur Neuen Bult geschickte More Than Honey den Schlusspunkt hinter einen sportlich wie atmosphärisch herausragenden Saisonaufgalopp im Zeichen von Hannover 96. Mit Vinzenz Schiergen im Sattel sicherte sich die Stute des Stalles Shrek ihren ersten Saisonsieg im Verein für Hannover Cup. Und wieder mal ging es höllisch knapp und eng zu, da So Y Vida auch hier nur einen Kopf hinter der Gewinnerin das Ziel erreicht hatte.

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