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Überzeugender Sieg der Favoritin in Hoppegarten

Nightflower blüht im Diana-Trial richtig auf

Berlin-Hoppegarten 24. Mai 2015

Bis dato war sie wahrlich noch kein Siegertyp gewesen. Dass Stall Nizzas Nightflower eine hochveranlagte Stute ist, hatte sie zuvor jedoch schon mehrfach bewiesen. Nach dem heutigen Diana-Trial in Hoppegarten ist die nun nicht mehr sieglos und gleich zur Gruppe-II-Siegerin aufgestiegen.

Bis dato war sie wahrlich noch kein Siegertyp gewesen. Dass Stall Nizzas Nightflower eine hochveranlagte Stute ist, hatte sie zuvor jedoch schon mehrfach bewiesen. Nach dem heutigen Diana-Trial in Hoppegarten ist die nun nicht mehr sieglos und gleich zur Gruppe-II-Siegerin aufgestiegen.

Das Berliner Publikum sah eine wirkliche Galavorstellung der von Peter Schiergen trainierten Tochter des irischen Hengstes Dylan Thomas. Unter Andrasch Starke stieß die Dreijährige zwischen den lange das Geschehen bestimmenden Gegnerinnen Arles und Amona in der Geraden vor und bekam nach kurzer Gegenwehr der Konkurrentinnen dann zunehmend mehr Oberwasser und geriet in dem 2.000-Meter-Test dann nicht mehr in Gefahr.

Nightflower sicherte dem Stall Nizza genau 40.000 Euro einer Gesamtdotierung von 70.000 Euro. Nach diesem überzeugenden Erfolg mit zweieinhalb Längen Vorsprung gilt die Fuchsstute aus Köln nun als große Favoritin für den klassischen Henkel Preis der Diana in Düsseldorf am 2. August.

Dort wird sie mit einiger Sicherheit einmal mehr auf Arles und Amona treffen. Aber bestimmt auch auf Weichsel, die sich noch mit einen schönen Schlussakkord zur Geltung brachte und am Ende Platz vier einnahm. Düsseldorf dürfte allerdings genauso weiterhin Ziel von Turfdonna bleiben, die im Diana-Trial erst ihren zweiten Start absolvierte und auch lange mitgemischt hatte, ehe sie dann aber noch von Weichsel verdrängt wurde.

Für den Stall Nizza war es insofern sogar ein doppelter Erfolg, als dessen Patron Jürgen Imm auch als Züchter der jüngsten Diana-Trial-Siegerin fungiert. Nightflower ist im Übrigen der Erstling einer bereits sehr guten Stute namens Night of Magic, die dem Stall Nizza und Jürgen Imm einst sogar zu internationalen Turf-Lorbeeren verholfen hatte, nachdem sie in der Saison 2009 in Mailand in den klassischen Oaks d’Italia erfolgreich gewesen war.

Trainer Peter Schiergen hatte das Hoppegartener Rennen schon 2014 mit Longina gewonnen – und in den Jahren zuvor auch bereits mit Miss Europa und Iota, wobei auf Miss Europa schon Andrasch Starke der Erfolgsjockey gewesen war. Davor hatte der am 1. Mai zum zweiten Mal Vater gewordene vielfache Jockey-Champion auch bereits mit den Stuten Saldenschwinge und Evil Empire nach diesem Rennen das Geläuf der Parkbahn als Gewinner verlassen können.

Hoppegartens zweiter Gruppe-Termin nach der Entscheidung des Oleander-Rennens am Himmelfahrtstag hatte natürlich nicht nur eine von der Vollblut-Weiblichkeit geprägte sportliche Note. Vielmehr konnte darüber hinaus der groß angekündigte Hutwettbewerb enormes Interesse bei den Damen auslösen und demzufolge die Rennbahn vor dem Toren der Hauptstadt fast in eine kleine Ascot-Dependance verwandeln.

Was das Sportliche anging, so hatte die am Platz trainierte Nordfeuer gleich ein kleines Feuerwerk abgebrannt. Unter Alex Pietsch gewann die Lord-of-England-Tochter des Stalles Alemannia zum Auftakt das Vanjura-Rennen gegen die Favoritin Alandia und machte dabei gleichzeitig klar, warum Trainer Roland Dzubasz sich mit ihr noch ein paar Türen in einigen besseren Stutenrennen offengehalten hat.

Im Pfingst-Rennen unterstrich dann gleich anschließend Guido W. Schmitts Gamgoom, dass der Sprung in den Ausgleich I für ihn sicherlich realisierbar sein wird. Als der Vorlauf zur Sparkassen Sprintserie 2015 in die entscheidende Phase trat, musste die gesamte Gegnerschaft dem von Eduardo Pedroza gerittenen Schützling von Mario Hofer komplett das Feld überlassen.

Ähnlich sah es kurz darauf im Selkis-Rennen aus. Gestüt Evershorst dreijährige Chantilly hatte hier alles vorzeitig im Griff, wobei die Areion-Tocher mit Andrasch Starke im Sattel einmal mehr einen Beweis dafür lieferte, wie gut die Stallform von Trainer Hans-Jürgen Gröschel zurzeit schon ist.

Andrasch Starke schien das irgendwie beflügelt zu haben, denn etwas mehr als eine Stunde später und noch vor dem Triumph mit Nightflower legte er gleich nach und sicherte sich mit Gestüt Haus Ittlingens Fly First das beste Handicap des Tages mit dem Titel Longina-Rennen, was natürlich bestens passte, ist die Vorjahressiegerin des Diana-Trials doch auch von Ittlinger Provenienz.

Nachdem der 1.400-Meter-Ausgleich-I erst lange offen und umkämpft gewesen war, sorgte der von Ferdinand Leve im westfälischen Warendorf vorbereitete Big-Shuffle-Wallach am Ende doch noch für einigermaßen klare Verhältnisse und siegte vor Lokalmatador Jackobo und vor der über sich hinauswachsenden Außenseiterin Agama.

Vor Fly Firsts sehenswerter Vorstellung hatte es jedoch im Monami-Rennen eine kleine Sensation gegeben, zumindest am Totalisator. Denn der sichere Erfolg des Höchstgewichts Vielle Sorciere unter der jungen Tabea Rödel löste mit einer Siegquote von 438:10 hier nahezu ein kleines Erdbeben aus. Zuvor hatte Petra Sauter, Besitzerin und Trainerin der Siegerin in Personalunion, die Fünfjährige überwiegend in Hindernisrennen aufgeboten, wo sie allerdings nicht groß reüssieren konnte. Möglicherweise haben ihr aber gerade diese Starts einen entscheidenden Motivationsschub geben können.

Gut motiviert setzte sich später dann auch noch Gestüt Auenquelles Call-me-Big-Tochter Vallee fleurie im Ars Nova-Rennen durch. Das immerhin als einzige Dreijährige in einem Ausgleich III über 1.800 Meter, was um diese Jahreszeit eine sehr respektable Leistung war. Nicht nur Jockey Alex Pietsch brachte dies zugleich den zweiten Tagespunkt ein, sondern ebenso Trainer Roland Dzubasz.

Die letzte Entscheidung des Tages wäre beinahe auch noch an dieses bestens aufgelegte Erfolgsteam gegangen. Doch musste sich Best Love Song zum Schluss mit dem Ehrenplatz begnügen, da Stall Sesekes La Carolina unter Adrie de Vries im Soccx-Rennen – The Women’s Band einfach die bessere Tagesform zur Hand hatte. Damit ging dieser Erfolg ins niedersächsische Lengerich und an das Quartier von Trainer Dr. Andreas Bolte.

Nightflower war übrigens heute nicht die einzige deutsche Stute, die  auf Gruppe-Ebene sehr zu gefallen wusste. Einen guten Eindruck hinterließ fast zur gleichen Stunde in Paris zudem die gleichaltrige Olorda im Besitz von Michael Schwartz. Die von Michael Figge in München-Riem trainierte Dreijährige, die bei einem vorausgegangenen Start in Longchamp bereits den Prix Vanteaux nach Bayern entführt hatte, machte nun als Dritte im mit 250.000 Euro dotierten Pour Moi Coolmore Prix Saint-Alary über 2.000 Meter erneut eine ausgezeichnete Figur.  Gegen die klare Gewinnerin Queen's Jewel musste sie  in der wichtigen Gruppe-I-Prüfung zwar beizeiten passen, doch bot die Lord-of-England-Tochter der zweitplatzierten Wekeela immerhin länger tapfere Gegenwehr.




 

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