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Scheich-Triumph durch Karpino im Mehl-Mülhens-Rennen

„One Horse-Show“ im Galopp-Klassiker

Köln 25. Mai 2015

12.000 Besucher am Pfingstmontag in Köln wurden im 30. Mehl-Mülhens-Rennen, dem ersten Galopp-Klassiker der Saison 2015, Zeuge einer „One-Horse-Show“: Der von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh vorbereitete dreijährige Hengst Karpino bleibt nicht nur auch nach seinem dritten Karrierestart ungeschlagen, er begeisterte wie schon vor wenigen Wochen im Dr. Busch-Memorial in Krefeld auch seinen eigens angereisten Besitzer Scheich Fahad Al Thani aus Katar (der Rennstall heißt Pearl Bloodstock).

12.000 Besucher am Pfingstmontag in Köln wurden im 30. Mehl-Mülhens-Rennen, dem ersten Galopp-Klassiker der Saison 2015, Zeuge einer „One-Horse-Show“: Der von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh vorbereitete dreijährige Hengst Karpino bleibt nicht nur auch nach seinem dritten Karrierestart ungeschlagen, er begeisterte wie schon vor wenigen Wochen im Dr. Busch-Memorial in Krefeld auch seinen eigens angereisten Besitzer Scheich Fahad Al Thani aus Katar (der Rennstall heißt Pearl Bloodstock). 

In diesem mit 153.000 Euro dotierten Gruppe II-Rennen über 1.600 Meter dominierte der vom Gestüt Fährhof gezogene Cape Cross-Sohn unter Jockey Oisin Murphy wie ein Pferd von einem anderen Stern. Bis zur Zielgeraden ließ sich Karpino, der zu einer Quote von 25:10 als Favorit in dieses Top-Event gegangen war, von Rock Academy führen, dann setzte er sich schon bald in einer atemberaubenden Manier ab und triumphierte mit viereinhalb Längen Vorsprung vor dem von Weltklasse-Jockey Lanfranco Dettori aus dem Vordertreffen gesteuerten Engländer Fanciful Angel und dem noch sehr gut auf Touren kommenden Außenseiter Molly le Clou.

Sheikh Fahad Al Thani sagte anschließend: „Karpino ist ein sehr veranlagtes Pferd. Wir werden nun alles Weitere in Ruhe besprechen.“ Trainer Andreas Wöhler meinte: „Vielleicht gehen wir nun direkt ins Derby. Aber bis dorthin ist es noch ein langer Weg. In jedem Falle ist Karpino ein ganz besonderes Pferd. Wegen seiner Klasse hat er auch auf dieser relativ kurzen Distanz gewonnen. Wir wollten heute kein Risiko eingehen, und sind daher noch von hinten gegangen. An der Startstelle lief diesmal alles glatt, aber er ist schon ein Playboy, das hat man an den Sattelboxen gesehen.“

Sicherlich dürfte Karpino damit ein ganz heißes Eisen für das Derby am 5. Juli in Hamburg sein. Hinter Fanciful Angel lief Molly le Clou als Dritter sehr gut. „Zuletzt in Frankfurt ist er am tiefen Boden gescheitert- Ich bin mir noch nicht schlüssig über seine Idealdistanz. Vielleicht steuern wir ja gleich das Derby an, aber das ist nur eine Möglichkeit“, versicherte sein Betreuer Jens Hirschberger.

Agent Provocateur blieb als Vierter gut dabei, während Making Trouble diesmal keine große Rolle spielte. „Er hätte mehr Tempo benötigt“, glaubt Andreas Wöhler. Palace Prince, der Winterfavorit Brisanto (Jockey Martin Seidl: „Er hatte keinen guten Start und lief zum ersten Mal in diesem Jahr.“), der vorne bald nachlassende Rock Academy und Ebeltoft hatten bald keine Chance mehr. Unter Wert geschlagen war als Achter der Ire Cappella Sansevero, der an der Innenseite nie genügend Freiraum hatte.

Ein besonderes Kompliment hat sich der Bergheimer Veterinär und Besitzertrainer Rainer Krapp verdient. Denn im über 1.850 Meter führenden Ausgleich II gelang ihm mit dem groß gesteigerten Shady (24:10) unter Eugen Frank der dritte Erfolg hintereinander. Lange hatte der Favorit auf der Zielgeraden keine freie Bahn, doch buchstäblich auf der Ziellinie raufte er sich noch an der stets führenden Turmalina vorbei, während Foolproof Rang drei eroberte.

„Shady war heute sehr relaxed. der Jockey kennt ihn gut. Auf einen Start in Baden-Baden verzichten wir und greifen am 14. Juni wieder in Köln an“, so Krapp anschließend.

Eine gute Investition scheint die vierjährige Manduro-Tochter Ardeola für den Stall Kings zu werden. Denn gleich beim ersten Start, nachdem die Schlenderhanerin gepachtet wurde, löste sie als 30:10-Chance unter Eduardo Pedroza das einleitende 1.850 Meter-Rennen locker und verwies Ledena und Orotouch bequem auf die Plätze. „Sie ist seit sechs Wochen bei mir. Wir haben extra zwei Engagements ausgelassen, da diese zu schwer waren. Heute war das eine gut ausgesuchte Aufgabe“, berichtete ihr neuer Betreuer Uwe Schwinn.

Der Jubel kannte keine Grenzen mehr nach dem 1. Wertungslauf um den Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich III, 1.850 m), dem Wettbewerb für junge Reiter. Denn Sandra Eichenhofer, die beim erst dritten Versuch im Sattel ihren zweiten Treffer markierte, bewies sehr viel Moral und führte den im Besitz der Galopp Club Deutschland stehenden Erato (23:10-Favorit) zu einem Kampferfolg über Dark Forrest, der schon an ihm vorbeigezogen war. Für die größte Besitzergemeinschaft Deutschlands ist Erato inzwischen zu einem Punktesammler geworden. „Er war bereits passiert, kam aber zurück“, brachte es Trainer Markus Klug auf den Punkt.

„Gegen die großen Ställe ist es für unser kleines Quartier schon eine besondere Sache, hier gewonnen zu Haben. Er hatte gut gearbeitet. Wir planen nun von Rennen zu Rennen“, ließ der holländische Trainer Christian Wolters durchblicken, nachdem sein Adlerflug-Sohn Khalet (110:10) mit dem Italiener Cristian Demuro den lange führenden Novalis (mit dem ebenfalls aus Italien stammenden Star-Jockey Frankie Dettori) in einer 2.400 Meter-Prüfung für Dreijährige leicht geschnappt hatte. Mastermind und der früh schwerfällig wirkende Favorit Strato komplettierten die Viererwette, die 7.072:10 Euro brachte.

Seinen zweiten Frühling erlebt der immerhin schon siebenjährige Wallach Univers (74:10), denn er wiederholte seinen kürzlichen Kölner Treffer in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 2.200 m). Mit viel Einsatz führte Jockey Rene Piechulek noch die Wende gegen den Piloten Gabrial The Prince herbei, hinter dem Christoph Columbus und Welkando die Viererwette vervollständigten – die Quote: 76.289:10 Euro. „Das leichte Gewicht war entscheidend. Und er hatte seinen Boden und mag diese Bahn sehr“, versicherte Trainerin Barbara Sofsky-Prappacher, die sich auch das abschließende 1.400 Meter-Handicap mit Assembly (29:10, L. Steudle) locker vor Dagostino und Swift Return sicherte.

Mit sensationellem Schlussspurt sicherte sich der von Anthonius Franzen in den Niederlanden trainierte Semai (82:10, A. v. d. Troost) einen 1.400 Meter-Ausgleich III vor Takeda Shingen und Josefine. 




 

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