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PMU-Pfingst-Galopp-Nachschlag am Raffelberg

Lutania und Gonwana kämpfen lange

Mülheim-Ruhr 26. Mai 2015

Mal früh, mal spät: Was die Anfangszeiten der ersten diesjährigen Renntage in Mülheim-Ruhr angeht, so musste das Publikum eine gewisse Flexibilität aufbringen. Zuletzt ging es ziemlich früh los, diesmal vergleichsweise spät. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Rennen jedes Mal zum PMU-Wettangebot in Frankreich zählten und via Equidia TV ins Nachbarland übertragen wurden.

Und wer heute bei diesem quasi „Pfingst-Galopp-Nachschlag“ pünktlich zum ersten Rennen da war - egal, ob viele Hunderte Kilometer weiter in einer französischen Wettannahme oder direkt vor Ort am Mülheimer Raffelberg -, sah zum Auftakt einen Heimerfolg durch Stall Hebringshofs Giolino. Dabei war Renntitel nebenbei so etwas wie eine kleine Solidaritätsadresse an alle Frankfurter Turf-Freunde. „Bürgerentscheid zum Erhalt der Frankfurter Galopprennbahn-Rennen“ stand nämlich über der ersten Prüfung, die der von Bruce Hellier trainierte Lord-of-England-Sohn Start-Ziel dominierte. Im Sattel des Vierjährigen konnte Patrick Gibson stets schalten und walten, wie er wollte. Und der beste Nachwuchsreiter des deutschen Galoppjahres 2014, der vor kurzem auch seinen 50. Sieg hatte feiern können, machte alles richtig und wusste Giolino am Ende ungefährdet vor Selma Louise und Serena mit einem klaren Vorteil über die Linie zu bringen.

Ungleich spannender gestaltete sich direkt danach Preis von Frauenfeld, der ein kompletter Triumph für die zwei von Maria Nienstädt gesattelten Kandidaten im Rennen wurde. Dabei stand aber keineswegs der nach letzten Leistungen durchaus als Endkampfkandidat anzusehende Humpry groß im Mittelpunkt, sondern der Außenseiter Jarak. Wie Humpry steht auch er im Besitz seiner niedersächsischen Trainerin. In der Hand von Fabian Xaver Weißmeier sorgte der Nicarion-Sohn für eine faustdicke Überraschung, was eine Siegquote von nachdrücklich 316:10 dokumentiert. Auf den stark endenden und noch bis auf einen Hals herangekommenen Humpry hätte es hingegen „nur“ 86:10 auf Sieg gegeben. Ein gutes Rennen lief dennoch auch Golden Horse als Drittplatzierter. Eingangs zur Geraden schien der Wallach schon alles für sich regeln zu können, bis ihn das Nienstädt-Duo noch glatt überrollte, während der Favorit Look Out zu spät besser in die Partie fand und nicht über Platz vier hinauskam.

Die Erfolgsspur im folgenden Preis der sechs Trainer am Raffelberg lag eindeutig ganz außen, und zwar ganau dort, wo Dawn Calling vorstieß. Der Hengst des Stalles Nickmark war aus einer guten Ausgangsposition im Mittelfeld von Jockey Daniele Porcu gleich nach außen beordert worden. An der Geläufs-Peripherie stieß der von John Smith in den Niederlanden vorbereitete Shamardal-Sohn unaufhaltsam vor, sodass der Rest des Feldes sich beizeiten voll auf den Kampf um die Plätze konzentrieren konnte. Den längsten Atem besaß hierfür Nirano, der Platz zwei knapp vor dem sich noch gut anbietenden Zephyros ins Ziel brachte. Dichtauf dann Cabanello und die länger prominente Dashing Diva.

Das aus sportlicher Sicht interessanteste Rennen des Tages stand im Zeichen von sieben dreijährigen Stuten. Am Ende aber nur noch von zwei Ladies des Jahrgangs 2012. Denn die ohnehin favorisierten Lutania und Gonwana machten den Stutentest mit dem Titel Theater an der Ruhr – Preis der Weißen Nächte in der entscheidenden Phase allein unter sich aus. Nachdem die lange führende Gonwana von Lutania vorne abgelöst worden war, schien die von Martin Seidl gerittene Archipenko-Tochter von Roland Lerner bereits beizeiten in Sicherheit zu gelangen. Aber Gonwana ließ sich einfach nie richtig abschütteln, womit die von Andreas Löwe betreute Favoritin, die im Übrigen noch eine Nennung im Henkel Preis der Diana besitzt, bis zuletzt unter Druck blieb und lediglich einen Halsvorteil nach Hause bringen konnte. Deutlich fünf Längen dahinter folgte erst Mascarena, die wie alle anderen keinerlei Chance besaß, an das vordere Duo heranzukommen.

Nicht unerwartet sah man im Rennen mit der Viererwette gleich das Höchstgewicht Kiowa an der Spitze vor der favorisierten Flying Star. Beide blieben im Preis von St.Moritz auch im Schlussbogen nach wie vor tonangebend. Ein Positionswechsel zwischen beiden lag aber schon in der Luft, und ein Zugriff von Flying Star auf die Führung schien die ganze Geschichte dann zu einem vorzeitigen Ende führen zu können. Doch spielte die Stute aus Belgien dann überraschend schnell keine Rolle mehr im Drehbuch, welches Kiowa nun wieder fester in die Hand nahm. Aber die 62,5 Kilo und das Tempodiktat forderten ihren Tribut. Fast ohne auf Gegenwehr zu stoßen übernahm nun der nachsetzende Fine Altomis die Führung, welche Jockey Koen Clijmans zu guter Letzt nur noch verwalten musste. Was sich hinter dem von Willy Knuiman in den Niederlanden trainierten Lomitas-Sohn des Stalles Carpe Diem abspielte, besaß letztendlich nur Bedeutung für die Plätze. Selbst wenn sich Fladim und die hart innen vorstoßende Riesenaußenseiterin Quezon stärker zur Geltung brachten und noch an Kiowa vorbeizogen. Was dem außen nachsetzenden Othelco aber nicht mehr gelang.

Ein wenig ähnlich wie Kiowa erging es der Stute Simplon im Pfingstpreis Mülheim Raffelberg. Auch sie kam eingangs zur Geraden schnell weg von allen. Auf dem letzten Stück der 2.000-Meter-Distanz schien ihr allerdings der Weg etwas zu weit zu werden. Die in Reichweite gebliebene Konkurrenz nutzte dies nun eiskalt - vor allem das Leichtgewicht Ishita, eine Dashing-Blade-Tochter, die Dr. Andreas Bolte für Regina und Andreas Hacker betreut. Als Simplon gewissermaßen vor die Wand lief, war sie sofort zur Stelle. Mit ihr auch der Außenseiter Alshazah, der jetzt erstaunliche Kräfte freisetzte, die am Ende aber lediglich für das zweite Geld reichten. Die von Jockey Francesco Da Silva genau auf den Punkt gebrachte Ishita damit aus der Erfolgsspur zu stoßen, gelang ihm nicht mehr. Der heiß favorisierte Divisional war dagegen früh mit seinem Latein an Ende und blieb auf Rang vier stecken.

Sein Heil in der Flucht suchte Jozef Bojko auf dem Wallach The Art of Racing, der M-B-A Racing gehört und von Christian Freiherr von der Recke trainiert wird. Im vorletzten Rennen auf der Karte, dem Preis von Dielsdorf, legte er auf dem Fünfjährigen gleich den höchsten Gang ein, sodass sofort deutlich Luft zwischen The Art of Racing und dem Rest klaffte. Von diesem Polster konnte der Acclamation-Sohn bis zuletzt zehren. Weder die gut anfassende Favoritin Miss Amber, die als Zweite dennoch ihren jüngsten Erfolg bestätigen konnte, noch der ganz zuletzt eine höhere Übersetzung findende Sharp Bullet sowie der ebenfalls sich gut einsetzende Laudation auf den folgenden Plätzen fanden geeignete Mittel, um den Ausreißer noch zu stellen.

Zum guten Schluss machte sich im Preis von Avenches vorrangig die frische Siegerin Western Queen um den Rennverlauf verdient. Die Stute führte lange Zeit und auch noch bis in die Gerade hinein. Ein kurzer Blick auf die früh hinter ihr platzierte Myrtille reichte aber schon, um zu der Feststellung zu gelangen, dass die Pacemakerin dem endgültigen Angriff der Stute der Besitzergemeinschaft Foundation 2013 wohl nicht standhalten würde. So kam es dann auch, aber ebenso und nahezu gleichzeitig fasste zudem Song of Gold immer besser Tritt, die für einen Moment sogar für Myrtille eine Bedrohung zu werden schien. Adrie de Vries im Sattel der von Toni Potters trainierten Hurricane-Run-Tochter ließ sich jedoch die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Myrtille blieb vorne und folglich Song of Gold auf Platz zwei, während Western Queen das dritte Geld vor den wenig zwingenden Zampata und Tremendous behauptete.
 

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