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Thriller in der Badener Meile in Iffezheim

Amaron der Meilen-Held

Baden-Baden 4. Juni 2015

„Er ist ein absoluter Held“, waren die ersten Worte seines Trainers Andreas Löwe. Der Altmeister aus Köln fand die passenden Worte, nachdem der von ihm für das Gestüt Winterhauch der Familie Mosca aus Eberbach am Neckar vorbereitete Amaron am Donnerstag in Baden-Baden die Badener Meile (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.600 m) nach einem wahren Thriller am ersten Tag des Iffezheimer Frühjahrs-Meetings gewonnen hatte.

Der sechsjährige Shamardal-Sohn, seit Jahren eines der treuesten Galopprennpferde Deutschlands, sicherte sich unter Andrasch Starke dieses Highlight vor 9.866 Zuschauern mit einer grandiosen Energieleistung.

Bis der neunte Karrieretreffer Amarons, der mit 40.000 Euro honoriert war, allerdings unter Dach und Fach gebracht war, musste sein Team lange zittern. Zunächst lieferten sich Amaron (29:10) und Stall Ullmanns Guiliani (27:10-Favorit) über die ganze Zielgerade einen mehr als packenden Kampf. Amaron war von vierter Stelle immer zwingender geworden, während Guiliani von weiter hinten an der Außenseite mächtig Druck ausübte. Es schien fast so, als ob er schon vorbei sei, aber genau im Ziel streckte Amaron bei seinem achten Gruppe-Erfolg wieder den Kopf in Front.

Und dann gab es noch einen Protest des Zweitplatzierten, denn beide Pferde waren sich an der Außenseite gefährlich nahe gekommen. Doch eine Behinderung hatte nicht stattgefunden, so dass Amaron schließlich der strahlende Gewinner war. Trainer Andreas Löwe: „Ich möchte mit ihm noch zwei Gruppesiege feiern. Seine Frankreich-Form konnte kaum stimmen. Heute war der Boden fast zu fest, doch er hat alles toll gemacht, ein Bombenpferd.“ Amarons Gewinnsumme beläuft sich nun auf 429.195 Euro.

Guiliani ging nicht schlechter als der Sieger. „Ich dachte eigentlich, er wäre vorne gewesen. Die Meile ist fast noch ein wenig zu kurz für ihn“, so Racing Manager Gebhard Apelt. 

Lange sah der Franzose Peace At Last gefährlich aus, der am Ende Rang drei eroberte. „Das war sehr stark. Die beiden anderen Pferde konnte er nicht mehr halten“, versicherte Jockey Fabrice Veron. Auch der Däne Giovanni Boldini hielt als Vierter gut stand, während Felician (Fünfter) und Red Dubawi (der Vorjahressieger kam nur auf Platz sieben) unterwegs extrem weit zurück folgten und erst sehr spät anpackten. „Felician kam nicht gut vom Start, und das Rennen von hinten mochte er nicht gerne“, meinte Trainer Ferdinand Leve.

Red Dubawis Trainerin Erika Mäder haderte mit dem Rennverlauf: „Er sollte auf Warten geritten werden, aber das war zu heftig.“ Coco Sun als Sechste und der am Schluss eintrudelnde Gereon hatten bald keine Chance mehr.

„Ich kenne nur wenige Pferde aktuell, die so eine Beschleunigung haben“, gab der Hannoveraner Trainer Hans-Jürgen Gröschel nach dem Preis der Baden-Badener Hotellerie & Gastronomie (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.200 m) offen zu.

Wie Recht er doch hatte, denn mit einer atemberaubenden Speedleistung hatte die im Besitz von Sabine Goldberg (Reitstall-Besitzerin aus der Nähe von Hannover) stehende Techno Queen nach zwei Ausgleich II-Treffern vom allerletzten Platz die Gegnerinnen überrollt und den Hattrick perfekt gemacht.

Im allerletzten Galoppsprung schob sich die vierjährige Tochter des Welt-Champions Manduro zur Quote von 61:10 noch in Front. Obwohl sie im ersten Bogen noch schwer behindert worden ist und beinahe gefallen wäre“, schilderte Gröschel. „Ansonsten war das ein Rennen nach Maß. Ich freue mich immer, wenn ich die großen Trainer ein wenig ärgern kann. Es gab schon einige Kaufangebote für Techno Queen. Die weiteren Ziele werden wir in Ruhe absprechen.“

Lili Moon sah lange wie die Siegerin aus, sie war im Einlauf schon deutlicher voraus, wurde aber noch mit einem kurzen Kopf gestellt. Ihr Betreuer Werner Glanz: „Sie hatte einen idealen Rennverlauf, die Bessere hat gewonnen. Vielleicht gehen wir mit ihr nun wieder nach Italien.“

Early Morning wurde als Dritte nach längerer Führung ihrem Ruf als Bahnspezialistin wieder gerecht. „Das war perfekt, besser kann man sie nicht reiten“, lobte ihr Trainer Dr. Andreas Bolte Jockey Filip Minarik, der die favorisierte Französin Kamellata, die diesmal nicht so explosiv war, knapp hinter sich ließ. Akua’na musste wegen einer Verletzung im Schlussbogen angehalten werden.

„Das war so wie erwartet“, kommentierte der Kölner Trainer Waldemar Hickst den Auftakterfolg der Höny-Hoferin Salve Estelle (19:10, A. Starke) im 2.200 Meter für dreijährige Stuten. Von zweiter Position verschaffte sich die heiße Favoritin bald schon einen Vorteil, den sie sehr sicher ins Ziel brachte. „Sie war ja schon in Krefeld gut gelaufen. Nun könnte der Almased-Cup in Hamburg ein Ziel sein. Sie hat auch eine Nennung für den Preis der Diana“, versicherte der Coach. Die Iffezheimerin Viva la Vita verteidigte sich an der Innenseite für den Ehrenplatz wacker gegen die lange führende Blushing Beauty.

In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag unserer Zeit startet der von Wolfgang Figge für den Stall Salzburg vorbereitete Magic Artist in den Manhattan Stakes in Belmont Park. Und einen Tag vor dem Abflug in die USA wurde der Münchener Trainer Zeuge eines starken Kampfsieges von Liebesbrief (40:10, A. de Vries) im Ausgleich II über 2.400 Meter. 

Immer wieder zog der letztjährige Österreichische Derbysieger an und wehrte den nie lockerlassenden Angreifer und den nach langsamer Pace zu spät anpackenden Favoriten Gone By. Auch Mondello kam von weit hinten bei diesem Rennverlauf nur unwesentlich ins Bild. „Das war mein 100. Sieg für den Stall Salzburg“, freute sich Wolfgang Figge. „Auf einem Rechtskurs ist er noch besser, da er heute etwas zur Seite hing. Nun gehen wir in einen Ausgleich I nach Hamburg“. versicherte der Münchener.

Als „gutes Ding“ kursierte der im Besitz der Baden Racing-Anteilseigner Lars-Wilhelm Baumgarten und Sebastian Weiss (feierte am selben Tag mit Schauspieler Til Schweiger auf Ibiza) stehende Swinging Hill (41:10, F. Minarik) in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 2.200 m). Und nach einem Schwächemoment im Schlussbogen setzte sich der Vierjährige beim Handicap-Debüt früh und klar von Alexandre, Sokol und dem Veteran Amazing Dragon ab – die Viererwette bezahlte 38.157:10 Euro.

Der Kölner Neutrainer Henk Grewe stellte die beiden Erstplatzierten und landete seinen ersten Treffer in Iffezheim. „Im Bogen tat sich Swinging Hill schwer, ich hätte gedacht, dass er spritziger ist. Danach zog er gut an. Alexandre geriet an der ersten Ecke weit nach außen, sonst wäre es vorne enger geworden“, versicherte er.

Start-Ziel mit immer neuen Reserven wartete der von Erika Mäder vorbereitete Dreijährige Bonusdargent (77:10, E. Hardouin) in einer 2.000 Meter-Prüfung auf und kam zu einem ungefährdeten Treffer über Ashrock und Sworn Terz. „Das ist noch ein Baby. Er wird ein richtig gutes Pferd und läuft im Herbst in ganz anderen Rennen“, kommentierte Trainerin Erika Mäder. In der alles entscheidenden Phase brach der Favorit Elias immer weiter nach außen weg und behinderte dabei Margi’s Rock erheblich und brachte sich selbst um alle Chancen.

Für den ersten Iffezheimer Meetingstreffer sorgte der von Marion Rotering vorbereitete Außenseiter Thirsty Bear (144:10, M. Berto) in einem 1.200 Meter-Ausgleich III mit kapitalem Endspurt gegen Bellcanto und Better Value.

Ein Top-Kauf scheint die Neu-Ittlingerin Romance Story (49:10, A. Starke) aus dem Stall von Waldemar Hickst zu sein, auf dem Andrasch Starke im 1.600 Meter-Ausgleich II seinen zweiten Tagessieg perfekt machte. Mit enormem Schlussspurt lief die Dreijährige an dem Bahnspezialisten Turgenjew und Foolproof sowie den nach offensivem Ritt nicht weiterkommenden Seriensieger Victorious vorbei. „Im Februar habe ich die Stute bei Tattersalls gekauft in England. Sie stammt aus der Zucht von Scheich Mohammed und besitzt eine extrem gute Abstammung, das war heute eine Bombenleistung gegen ältere Pferde. Sie hatte sich jetzt angeboten. Wir suchen nun nach einem Listenrennen“, schilderte Besitzer Manfred Ostermann.

Im abschließenden 2.000 Meter-Ausgleich III landete der wie entfesselt agierende Andrasch Starke mit dem von Uwe Schwinn aufgebotenen Earl of Heinz (79:10) seinen vierten Tagessieg. Nach einem packenden Gefecht schob sich der Wallach noch an Aconito, Simplon und Motabaary vorbei. 92.296:10 Euro bezahlte die Viererwette.




 

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