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Imponierender Erfolg des Schlenderhaners im Grand Prix

Ito ist der große Iffezheim-Hero

Baden-Baden 7. Juni 2015

Der deutsche Galopprennsport hat einen neuen Star-Galopper: Ito, vierjähriger Hengst aus dem Gestüt Schlenderhan (Quadrath-Ichendorf) und in Training bei Jean-Pierre Carvalho, war am Sonntag vor 9.324 Zuschauern auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim eine Klasse für sich.

Im Großen Preis der Badischen Unternehmer (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.200 m), dem bedeutendsten Rennen des Frühjahrs-Meetings, triumphierte der vierjährige Sohn des einstigen Derbysiegers Adlerflug in atemberaubender Manier.

Start-Ziel bestimmte Jockey Filip Minarik mit dem klaren 21:10-Favoriten diese Grand Prix-Prüfung. In jeder Phase des Rennens hatte der beim siebten Start nun zum fünften Mal und zum ersten Mal in einem Gruppe-Examen erfolgreiche Ito das Heft in der Hand und galoppierte 40.000 Euro Siegbörse auf das Konto des Gestüt Schlenderhan, das schon 2014 hier mit Almandin den Sieger gestellt hatte. 

Zu Beginn der Zielgeraden schaltete Itos Jockey einen Gang höher, sofort war alles entschieden. 64.650 Euro beträgt nun die aktuelle Gewinnsumme von Ito, der im Ziel vier Längen Vorsprung hatte. Schauspielerin Bo Derek überreichte die Ehrenpreise.

„Das Beste ist, du denkst unterwegs, du wärst zu langsam, aber das alles ist einfach keine Kraftanstrengung für den Hengst“, war Jockey Filip Minarik beeindruckt. Trainer Jean-Pierre Carvalho meinte: „Ito hat genug Grundgeschwindigkeit, ist sehr antrittsschnell und hat unterwegs mehrere Gänge, mindestens drei. Er hatte alles unter Kontrolle. Er soll erst einmal nach Hause kommen, wir genießen den Erfolg, danach entscheiden wir über weitere Pläne.

Schlenderhans General Manager Gebhard Apelt wurde schon etwas konkreter: „Das Ziel ist der Große Preis von Baden auf dieser Bahn. Er hat auch eine Nennung im Prix de l` Arc de Triomphe. Leichter als heute kann man nicht gewinnen.“

Als Zweiter lief der sehr gut aufkommende Nicolosio bestens, zumal der abgetrocknete Boden sicherlich nicht nach seinem Geschmack war. „Eduardo Pedroza hat ihn gut geritten. Ich habe heute morgen lange mit dem Besitzer telefoniert und überlegt, ob wir starten. Aber wir wollten auch keine lange Pause mit ihm haben. Der zweite Platz geht in Ordnung, der Sieger war nicht zu schlagen. Ein 2.000 Meter-Rennen in Hamburg oder eine Gruppe-Prüfung in Deauville, in der er im Vorjahr Zweiter war, könnte er nun ansteuern“, sagte Trainer Waldemar Hickst.

Die Überraschung war der dritte Rang des aus weitaus niedrigerer Klasse kommenden Spend the cash. „Ein kleines Pferd mit einem großen Herzen“, brachte es sein Betreuer William Mongil auf den Punkt.

Die beiden Röttgener Stuten Alaskakönigin und Weltmacht (war unterwegs Zweite) konnten sich als Vierte bzw. Fünfte nicht groß steigern, liefen aber ordentlich. Daytona Bay, Salut, Eric (unterwegs lange Letzter) und Ever Strong spielten bald keine Rolle mehr.
Wenn der französische Trainer Henri-Alex Pantall Pferde nach Deutschland, vor allem nach Iffezheim, schickt, dann ist höchste Vorsicht geboten. Der Coach setzte im Benazet-Rennen (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.200 m) seinen Erfolgszug fort und feierte den zweiten Erfolg auf dieser Ebene beim Frühjahrs-Meeting.

Verantwortlich dafür war die vierjährige Elusive City-Tochter Zylpha (30:10), die unter Stalljockey Fabrice Veron nach dem Ehrenplatz im Krefelder Ehrmann-Sprint-Cup nur die 14.000 Euro Siegprämie einheimste.

Bis weit in die Zielgerade stand die Prüfung im Zeichen von Vorjahressieger Donnerschlag, mit dem Jockey Filip Minarik sein Heil in der Flucht suchte. An den Außenrails marschierte der Wallach unverdrossen weiter, doch Zylpha schob sich noch überaus leicht an ihm vorbei. „Sie hatte schon sehr gut gearbeitet, der Trainer war sehr optimistisch“, gab Fabrice Veron später zu. „Wir kommen zur Goldenen Peitsche wieder.“

Sehr zufrieden war Trainer Jean-Pierre Carvalho mit dem gesteigerten Donnerschlag. „Er ist auf abgetrocknetem Boden ein ganz anderes Pferd. In Düsseldorf und München war es viel zu weich für ihn. Ein Start im Hamburger Sprint bietet sich nun an.“ Kolonel bestätigte als deutlicher zurück folgender Dritter seine gute Verfassung vor dem Tschechen Mikesh. Der Co-Favorit Abendwind „sollte eigentlich nicht so weit hinten gehen“, so sein Betreuer Waldemar Hickst. Von dort musste er zuviel Boden gut machen und fand nicht mehr in die Partie. Mit einer Zeit von 1:07,36 Minuten stellte Zylpha einen neuen Rennrekord auf. Bisher hatte diesen der Holländer Lucky Strike mit 1:07,6 Minuten im Jahr 2005 inne.

26.000 Euro bezahlte das österreichische Gestüt Celtic Hill bei der BBAG-Frühjahrsauktion für den vom Gestüt Auenquelle gezogenen Soldier Hollow-Sohn Blaue Mauritius (30:10, A. de Vries). Gut angelegtes Geld, denn der Hengst gewann mit dem Richard Kaselowsky-Memorial – Badener Jugendpreis (15.000 Euro, 1.000 m) das erste Zweijährigen-Rennen der Saison 2015 eindrucksvoll. Mit drei Längen setzte sich der Mitfavorit im kleinen Viererfeld von zweiter Position souverän ab von Red Rubin, die an Zazou Raber verkauft worden war. Never Now führte lange, kam aber in der entscheidenden Phase ebensowenig weiter wie die Favoritin Sodette.

„Ich hatte mit einem guten Laufen gerechnet“, gab Trainer Jens Hirschberger zu. „Blaue Mauritius hatte sich sehr gut entwickelt und ist für die Auktion vorbereitet worden. Sie bleibt bei mir in Training. Vielleicht steuern wir nun Hamburg an, aber das werde ich mit den neuen Besitzern noch absprechen.“

Weiterhin in absolut mustergültiger Form agiert der Erlenhofer Märchenprinz (103:10, D. Porcu), der im Ausgleich III über 2.200 Meter aus dem Vordertreffen noch mehr als sicher gegen den lange führenden Dao Vasco und Allianz hinkam. Trainer Karl Demme: „Er kann eine Menge laufen, ist aber ein spätes Pferd und brauchte Zeit. Ich denke, dass er noch zu mehr fähig ist- Wahrscheinlich versuchen wir es nun in Hamburg.“

Nach guten Platzierungen in Auktionsrennen kam der Erfolg von Pearl Diamond (43:10, A. Pietsch) in einem Meilenrennen für dreijährige Stuten keineswegs unerwartet. Von ganz weit hinten überspurtete die Areion-Tochter des Stall Swiss Connection die vorne bestens standhaltende Icing is her name und die Favoritin Dynastie, die innen aus bester Lage die alles entscheidenden Reserven vermissen ließ. „Pearl Diamond ist auch in Hoppegarten nicht schlecht gelaufen. Da sie etwas unkonzentriert war, haben wir ihr Scheuklappen verordnet. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Ein Auktionsrennen in Hamburg könnte nun auf ihrem Plan stehen“, meinte Trainer Waldemar Hickst.

Das Wettrennen des Meetings mit einer Garantie-Auszahlung von 55.000 Euro in der Viererwette war der 1.800 Meter-Ausgleich IV. Hier hatte man den immerhin schon siebenjährigen Wallach Nightdance Prince (T. Scardino, 139:10) extrem unterschätzt. Hinter dem mit Längen führenden Caesarion, der aber bald geschlagen war, hatte der Außenseiter immer eine vordere Position und schüttelte mit Shilaya, Hoseo und dem „Schecken“ Silvery Moon, der außen sehr starke Szenen hatte, alle Konkurrenten nach Kampf ab. Die Viererwette bezahlte 24.778:10 Euro. „Nightdance Prince hatte in Hoppegarten eine sehr gute Form gezeigt, mit der Erlaubnis stand er günstig im Rennen. Aber wenn die Stallform nicht so da ist, bist du eben Außenseiter“, kommentierte Besitzer und Trainer Rudi Storp.

Ein sehr erfolgreiches Meeting als Besitzer erlebt der Kölner Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren. Im Ausgleich I über 2.000 Meter schaffte er mit dem 27:10-Favoriten Marunas einen weiteren Treffer. Auch Peter Schiergen und Seriensieger Andrasch Starke trugen sich erneut in die Siegerliste ein. Im Einlauf ging Marunas bald an dem Piloten Empire Hurricane vorbei und wehrte die sehr gefährlich aussehenden Attacken von Dorado sicher ab. King Rubi hielt Rang drei knapp vor Lingolana.

Allofs hat einen Seriensieger

Klaus Allofs, Manager des DFB-Pokal-Siegers VFL Wolfsburg, hat einen Seriensieger: Der ihm gemeinsam mit der Stiftung Gestüt Fährhof gehörende vierjährige Wallach Potemkin gewann mit dem 1.800 Meter-Ausgleich II sein drittes Rennen hintereinander und dürfte zu Höherem berufen sein. Aus idealer Lage stürmte der 22:10-Favorit unter Eduardo Pedroza an der Innenseite souverän durch und schnappte den lange führenden Seewolf leicht. Beagle Boy verbesserte sich noch auf den dritten Platz.

Bestens vorbereitet war die von Werner Glanz trainierte Nasijah (51:10, D. Porcu), die im abschließenden 1.400 Meter-Ausgleich III den ersten Sieg ihrer Laufbahn erzielte. Überzeugend und mit viel Speed machte sich die Stute von der Favoritin Fiorella frei, hinter der Adira und Miss Amber die Viererwette komplettierten, die 1.852:10 Euro bezahlte. Leider gab es sechs Nichtstarter, darunter auch Pretty Highness, die nicht rechtzeitig auf der Bahn war.





 

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