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Überlegener Sieg im Dresdner bwin Sachsen Preis

Alberto Hawaii sorgt für eine Sensation

Dresden 13. Juni 2015

Dass er solides Rennpferd und auch ein Siegertyp ist, das wusste man schon seit längerem. Immerhin hatte der sechsjährige Alberto Hawaii zuvor schon sieben Mal gewonnen. Beim heutigen Großkamptag in Dresden schien er sich im bwin Sachsen Preis allerdings in eine zu anspruchsvolle Klasse verirrt zu haben. Das mit 25.000 Euro dotierte Listenrennen wurde dennoch seine Beute – allen rechnerischen Defiziten zu Trotz.

Dass er solides Rennpferd und auch ein Siegertyp ist, das wusste man schon seit längerem. Immerhin hatte der sechsjährige Alberto Hawaii zuvor schon sieben Mal gewonnen. Beim heutigen Großkamptag in Dresden schien er sich im bwin Sachsen Preis allerdings in eine zu anspruchsvolle Klasse verirrt zu haben. Das mit 25.000 Euro dotierte Listenrennen wurde dennoch seine Beute – allen rechnerischen Defiziten zu Trotz.

Und nicht nur das. Der vermeintlich überforderte Lord-of-England-Sohn beließ es keineswegs nur dabei, Papier und Rechnung kopfzustellen. Unter Jockey Francesco Da Silva gewann  der 245:10-Außenseiter im Besitz von Volker Franz Schleusner sogar in überlegener Manier. Sechs Längen passierte der von Anna Schleusner-Fuhriep in der Nähe von Bad Doberan trainierte Alberto Hawaii vor Königsadler und Le Tourbillon sowie Niron das Ziel.

Von den Platzierten gehörten sowohl Königsadler als auch Niron genauso zur Fraktion der Außenseiter. Einzig Le Tourbillon hatte vor der namhaften Dresdener Prüfung zu den gemeinten Pferden gehört. Bahnsprecher Hartmut Faust, der bekanntlich nicht nur ein Mann mit Stimme ist, sondern sich zudem mit Klassen und Gewichten bestens auskennt, schien der Spaziergang des Außenseiters fast die Sprache zu verschlagen. Was er sah, konnte er kaum glauben. Aber es war tatsächlich keine Sinnestäuschung.

So gut wie alle, die Rang und Namen haben und auch reelle Chancen angemeldet hatten, kamen also ziemlich unter die Räder. Egal, ob es sich nun Amazonit, Elora Princess, Leonce oder auch die englische Gaststute Leaderene handelte. Lediglich Le Tourbillon und dazu der allen Gegnern teils beträchtlich Gewicht gebende Oil of England blieben im Rahmen der allgemeinen Erwartungen.

Doch gingen die für den Sieg ausgeschriebenen 14.000 Euro ganz eindeutig an den groß auftrumpfenden Alberto Hawaii, der in Seidnitz das Rennen seines bisherigen Lebens lief und gleichzeitig dick unterstrich, dass auch im Turf die Theorie zuweilen nur grau ist. Denn gewonnen wird immer auf dem Geläuf, was der vom Gestüt Howdy gezogene Hengst in tatsächlich äußerst eindrucksvoller Weise demonstrierte.

Immerhin stand gleich anschließend im Großen Preis der Freiberger Brauerei die Form. Den mit insgesamt 22.000 Euro dotierten Ausgleich I und damit das zugleich wichtigste Handicap des Tages sicherte sich nämlich Eckard Saurens vierjähriger Diplomat mit Adrie de Vries im Sattel.

Die 13.000 Euro für den Gewinner wurden am Ende eine leichte Beute für den Teofilo-Sohn im Besitz des Präsidenten des Kölner Renn-Vereins, der sich gegen Culdaff und Redesert durchzusetzen verstand und nach viel Tempo unterwegs aus den hinteren Regionen des kleinen Feldes außen zügig vorstieß. Gleichwohl ging dieser Erfolg nicht in die Domstadt, sondern nach Krefeld, wo Diplomat von Mario Hofer trainiert wird.

Adrie de Vries hatte zuvor bereits mit Pistolero im TOP-Magazin-Cup einen Erfolg feiern können. Der Vierjährige aus dem bayerischen Gestüt Hachtsee, den Yasmin Almenräder in Mülheim-Ruhr trainiert, entschädigte sich mit seinem Sieg über Cosinus und A Miracle zugleich für das in Baden-Baden erlittene Pech, als er unmittelbar nach dem Start eingeknickt war und dadurch seinen Reiter verloren hatte.

Als Doppelsieger im Sattel trat außerdem Martin Seidl den Heimweg an. Er gewann mit dem von Ralf Rohne in Düsseldorf vorbereiteten Nordsturm zuerst den Freiberger Alkoholfrei Cup gegen Saluta und Pinot, ehe er zum guten Schluss für Münchener Interessen noch einen erfolgreichen Schlusspunkt in der finalen Prüfung mit dem Titel „Auf Wiedersehen zum BBAG Auktionsrennen am 1. August“ mit Stall SAMS It’s-Gino-Sohn Berwick setzte.

Der Dreijährige aus Jutta Mayers Quartier hatte dabei das bessere Ende vor South Carolina und Proud Rock. Die Siegerehrung fand dann unter strömenden Regen statt, doch war man in Dresden zuvor keinesfalls nur von Niederschlägen verschont geblieben, sondern durfte sich sogar eines sommerlichen Kaiserwetters erfreuen.

Und dazu eines frühen Heimsiegs im einleitenden Preis des Freibergisch 1863 Jubiläums-Pils durch Stall Beautys Atlantic Isle aus Stefan Richters Quartier, die vor Time Loser und Youm Momayez über die Linie ging. Früh passierte dies alles gleich in doppelter Hinsicht. Da nämlich die ersten vier Dresdner Prüfungen zum PMU-Angebot im französischen Wettmarkt zählten, war es bereits um 11.30 Uhr losgegangen.

Das Publikum viele Hunderte Kilometer weiter westlich sah zudem einen zweiten diesjährigen Dresdner Sieg von Stall just4turf Schimmel Humor in der Hand von Sandra Eichenhofer. Der Dzubasz-Schützling war beizeiten als Sieger zu erkennen. Für Quezon und Are you ready war im Preis der Pegasus Residenz Dresden GmbH somit schnell klar, dass für beide kaum mehr als der Kampf um die Plätze bleiben sollte.

Darüber hinaus wohnte man im Nachbarland via Eqidia TV der Vollendung eines Hattricks von Sterngold bei, die ihren dritten diesjährigen Dresdener Treffer in Folge schaffte und im Übrigen wie Humor zur Nachzucht des unvergessenen Röttgeners Sternkönig gehört.

Da Angelika Glodde keineswegs nur ihre Trainerin und Mitbesitzerin ist, sondern gleichzeitig noch als Züchterin einen Anteil an der Stute hält, wurde es für sie einmal mehr ein Erfolgserlebnis auf der ganzen Linie. Francesco Da Silva, der Sterngold zum Schluss noch glatt mit ein-dreiviertel-Länge von den zäh dagegenhaltenden Renoir und Ocean Tiger wegbrachte, feierte damit schon einen Treffer vor seinem späteren und eigentlichen Volltreffer mit Alberto Hawaii, dessen Überraschungscoup am wichtigsten Renntag des Jahres man in der sächsischen Metropole so schnell bestimmt nicht vergessen werden wird.



 

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