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Rosa Rot überrascht in Hoppegarten

Spannung und Farbe im Ausgleich II

Berlin-Hoppegarten 15. Juni 2015

Zweijährig hatte sie zwar schon ihr Sprinttalent offenbart, doch war es später es etwas ruhiger geworden um die Stute Rosa Rot, die seit Februar dieses Jahres bei Marco Angermann in Leipzig in Training ist. Nach einem Aufbaustart in Magdeburg im April meldete sich Wilhelm Lohmanns Stute heute nun in Hoppegarten wieder eindrucksvoll zurück und gewann mit Alex Pietsch im Sattel das sportlich wertvollste Rennen der PMU-Abendkarte, den Preis von Fontainebleau.

Zweijährig hatte sie zwar schon ihr Sprinttalent offenbart, doch war es später es etwas ruhiger geworden um die Stute Rosa Rot, die seit Februar dieses Jahres bei Marco Angermann in Leipzig in Training ist. Nach einem Aufbaustart in Magdeburg im April meldete sich Wilhelm Lohmanns Stute heute nun in Hoppegarten wieder eindrucksvoll zurück und gewann mit Alex Pietsch im Sattel das sportlich wertvollste Rennen der PMU-Abendkarte, den Preis von Fontainebleau.

Der mit 10.000 Euro dotierte Ausgleich II über 1.200 Meter, gleichzeitig auch einer der Vorläufe zur Sparkassen Sprint-Serie 2015, stand in der zweiten Hälfte einer einmal mehr abendlichen Turf-Soiree im Zeichen der PMU an.

Via Equidia TV erlebten das zugschaltete französische Publikum wie auch die Besucher auf der Hauptstadtrennbahn ein Finale mir Spannung und Farbe, wofür bezeichnender Weise insbesondere die 119:10-Außenseiterin Rosa Rot sorgte.

Nachdem über weite Strecken alles für das Höchstgewicht Oromo zu sprechen schien, aber auch Freya, Ach was und insbesondere Sol Y Vida gute Momente verbuchen konnten, begann sich in der Distanz allmählich das Bild zu verändern und zu verschieben. Ungeachtet dessen trug Oromo aber weiterhin seine Bürde in allen Ehren und hielt sich nach wie vor alle Optionen offen.

Jedoch nur so lange, bis Rosa Rot, die zunächst gar nicht so gut abgekommen war, zunehmend besser Tritt fand. Fast synchron mit ihr bot sich in der Bahnmitte dazu El Zagal von Meter zu Meter immer besser an, wenn auch nicht ganz so auffällig wie die von ihrem Besitzer auch gezogene Lord-of-England-Tochter. Was El Zagal aber dennoch reichte, um Oromo mit einer Nase den bereits sicher geglaubten zweiten Platz abzujagen, während Rosa Rot mit dreiviertel Länge Sicherheitsvorsprung vor beiden das Ziel passierte.

Platz vier ging an Sol Y Vida, die nur dreiviertel Länge hinter Oromo einkam, während Ach was sowie Freya bereits deutlicher dahinter folgten, nämlich drei und weitere vier Längen zurück.

Der Rennabend vor den Toren der Hauptstadt hatte allerdings weitaus weniger spannend angefangen. Und dazu, man darf man in diesen Tagen durchaus so formulieren: mit einem der üblichen Bojko-Siege. Der Preis von St. Cloud gehörte allerdings zu den leichteren Aufgaben, die Jozef Bojko während seiner momentanen Erfolgssträhne zu lösen hatte. Überlegen mit drei-ein-halb Längen setzte sich nämlich Rashit Shaykhutdinow Navigator aus der Obhut von Bojkos Chef Andreas Wöhler gegen Kenzo und Vanbijou durch. Die Siegquote von 14:10 unterstreicht ganz klar, dass auch die große Mehrheit der Wetter registriert hatte, dass er das Pferd schlechthin in diesem Rennen war. Gut möglich, dass der Etzeaner Dashing-Blade-Sohn jetzt durch die BBAG-Auktionsrennen „tingeln“ wird. Zahlreiche Nennungen dafür besitzt er jedenfalls.

Allzu große Probleme bekam kurz darauf auch nicht Chrysanthus im Preis von Maison-Laffitte. Der Noroit-Wallach, für den Frank Lippitsch sowohl als Trainer als auch als Beistzer zeichnet, hatte am Ende anderthalb Länge Vorteil vor High Prince und High Energy, zwischen denen im Ziel derselbe Abstand lag.

Die lang nahezu herausragend gehende Pepita schien gleich anschließend den Preis von Longchamp bereits so gut wie sicher zu haben. Doch recht überraschend schwächelte die Shrek-Tochter in der Distanz, was dem von Trainer Uwe Stech erstmals mit Scheuklappen aufgebotenen dreijährigen Twilight noch zu einem großen Finalauftritt verhalf. Der Kamsin-Sohn des Stalles Turffighter tat mit Dennis Schiergen im Sattel auf dem letzten Stück die Stute sogar noch mit dreieinhalb Längen ab, die ihrerseits den Ehrenplatz bis zuletzt jedoch sicher vor Osthurry und Miss Talia zu verteidigen verstand.

Für Siege gibt es keinerlei Altersgrenze. Was sicherlich keineswegs nur für den Galopprennsport, sondern auch für viele andere sportliche Bereiche gilt. Zwar hatte der Königstiger-Sohn Ocario erst vierjährig seine Rennlaufbahn begonnen. Es habe aber einige Zeit gedauert, bis er kapiert hätte, "worum es geht“, sagte sein Trainer Dr. Rüdiger Stein-Schomburg. Kurzum: Ocarios erster Sieg war erst jetzt– im Alter von sieben Jahren - im Preis von Chantilly fällig. Sehr zur Freude auch von Sonja Stein-Schomburg, der Mitbesitzerin des dennoch als Formpferd angetreten Wallachs, der nicht unweit von Hamburg zu Hause ist. Womit sein nächster Start natürlich auf dem Horner-Moor beim Derby-Meeting erfolgen wird. Unter 66 Kilo verkaufte sich hier der zweitplatzierte Amparo selbst in der Niederlage schlicht vorzüglich. Da mit Lairy und Emma zwei weitere Formpferde auf den Rängen drei und vier einkamen, überraschte es natürlich nicht, dass die hier anstehende Viererwette getroffen wurde, wobei sich die Quote auf 2.882:10 belief.

Ein Formpferd setzte sich zudem im Preis von Vincennes durch. Doch darauf reagierte der Totalisator eher so, als hätte ein Außenseiter gewonnen. Nachdem der aus Polen angereiste Crucis Abbey unter Eugen Frank gegen Kenia und Vieille Sorciere die Oberhand behalten hatte, lautete die Quote für den in Gemeinschaftsbesitz von Konrad Brygier und seiner Trainerin Monika Krzyskow stehenden Acclamation-Sohn schließlich 120:10. Zugegebenermaßen war er natürlich nicht leicht einzuschätzen und in Relation zu den Gegnern zu setzen gewesen. Gleichwohl hatte der Siebenjährige in Warschau im Mai immerhin zweimal in Folge gewonnen, sodass der nunmehrige Hoppegartener Treffer überdies noch die Vollendung eines Hattricks brachte.

Gleich anschließend kam zur heutigen Bojko-Erfolgstory noch ein weiteres Kapitel hinzu. Aber auch Trainer Frank Lippitsch verbuchte wie der Jockey seinen zweiten Tagestreffer. Dabei hatte man Stall Witticheunaus Auenstern im Preis von Enghien bereits früh in vorderster Front ausmachen können, und auch in der Geraden änderte sich daran nichts mehr. Zwar versuchte es Mystical Wind hier immer wieder aufs Neue, doch gab der Auenqueller Martillo-Sohn dem ständigen Druck nie nach und brachte einen Vorteil von einer halben Länge sicher über die Linie. Dahinter stand  früh fest, dass Novacovic das dritte Geld keinesfalls mehr abgeben würde. Weder an Realty noch an Holy Rose, die in dieser Reihenfolge und - lediglich durch einen Hals getrennt - auf den folgenden Plätzen landeten.

Mit einem ungefährdeten Auftritt eines klaren 12:10 Favoriten endete dann der letzte sportliche Akt auf der grünen Bühne der Parkrennbahn. Denn im Preis von Auteuil gab für die Konkurrenz rein gar nichts zu bestellen gegen den aus München angereisten Rechnungsfavoriten Precious Fire. Stall Salzburgs Big-Shuffle-Wallach, der sich im Frühjahr 2014 bekanntermaßen noch einen Ausgleich I in Düsseldorf geschnappt hatte, gewann in der Hand von Alexandra Vilmar standesgemäß mit sechs Längen. Was hinter dem Schützling von Trainer Wolfgang Figge passierte, hatte beizeiten nur noch Relevanz für die Plätze. Hierfür sicherte sich Nostro Amico das bessere Ende vor Run On Fire sowie vor Garina.

 

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