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Speed-Sieg im swb-DERBY-TRIAL

Iraklion ist auch eine Option

Bremen 21. Juni 2015

Christian Sprengel, sein Trainer, hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er von einigen seiner diesjährigen Dreijährigen viel hält. Beispielsweise auch von Iraklion, dem Areion-Sohn im Besitz von Wolfgang Fröhlich. Mit seinem heutigen Erfolg unter Wladimir Panov im swb-DERBY-TRIAL hat der Evershorster die Einschätzung seines Betreuers eindeutig bestätigt – und dazu gleichzeitig untermauert, dass auch er eine Option ist für das IDEE 146. Deutsche Derby am 5. Juli in Hamburg-Horn.

Im mit 25.000 Euro dotierten Bremer Listenrennen, das jedes Jahr so etwas wie die letzte Generalprobe vor dem Rennen der Rennen auf dem Horner Moor ist, zeigte der Hengst enormen Speed, aber auch Kampfgeist. Mit einem Halsvorteil drehte er dabei zugleich den Spieß um gegenüber Lovato, der Mitte Mai noch vor ihm gelandet war, als beide ähnlich wie auch Ajalo in Hannover vom Gewinner Quasillo fast zu Statisten degradiert worden waren.

Ajalo war als Zweiter damals noch am nächsten dran an Quasillo, Lovato wurde Dritter und Iraklion Vierter. Nachdem der Fährhofer inzwischen nicht mehr für das Blaue Band in Frage kommt, gestaltet sich die Situation vor dem Derby folglich wieder um einiges offener, selbst wenn der Mehl-Mülhens-Sieger Karpino nach wie vor als der Favorit schlechthin gilt.

Aber die Hoffnungen im Lager von Iraklion wie auch im Umfeld des heute alles andere als schlecht aufgetretenen Lovato wurden weiter genährt, am ersten Juli-Sonntag ebenfalls eine gute Rolle spielen zu können. Völlig unter  Wert lief dagegen der unter Andrasch Starke lange das Tempo bestimmende 19:10-Favorit Hot Beat, der letztendlich nur als Schlusslicht des Feldes das Ziel erreichte. 

Koffi Prince, der Drittplatzierte, hatte zwar ein paar gute Momente. Aber die 12 Längen, die ihn und den Rest vom vorderen Duo später trennten, waren schon eine deutliche Sprache. Noch weiter zurück folgten neben Hot Beat außerdem Le Tiger Still, Sunday Surprise sowie Eyes On Me. Welche Schlüsse die jeweiligen engeren Umgebungen dieses geschlagenen Heeres daraus ziehen werden, wird man bald schon sehen.

Der Derby-Jahrgang der kommenden Saison hatte im Übrigen den Bremer Großkampftag eröffnet. Leider traten nur drei Youngster im Preis der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen an. Trotzdem mangelte es in keiner Weise an Spannung, auch wenn sich zuletzt Erika Ullbrichts American Queen unter Gerald Pardon noch sicher mit einer Länge vor Schäng behauptete. Deutlicher geschlagenen endete allerdings Butch Cassedy.

Die zweijährige Gewinnerin aus Jean-Pierre Carvalhos Bergheimer Stall entstammt auch der Zucht ihrer Besitzerin. Vor allem aber sorgte American Queens Erfolg für einen furiosen Zucht-Auftakt ihres Vaters Wiener Walzer, ist American Queen doch der erste Nachkomme des Derby-Siegers von 2009, der sich 2015 dem Rennbahnpublikum präsentierte.

Ihren inzwischen bereits dritten Saisonerfolg schaffte direkt anschließend die fünfjährige Nice Story aus dem Besitz von Bernward Weber. Mit Jana Oppermann im Sattel holte sie sich das Jacobus-Rennen vor Puna und Oklaria, was auch Trainer Rudi Storp eine Menge Komplimente einbrachte, der die Suave-Tochter von Start zu Start immer wieder verbessert vorgestellt hat.

Andrasch Starke, der später mit Hot Beat im Hauptereignis so unter die Räder kommen sollte, verschaffte sich im Vorfeld des kleinen Waterloos jedoch einige Trostpflaster. Das erste davon mit der dreijährigen Ittlingerin Red City aus Mario Hofers Quartier. Die Tiger-Hill-Tochter hatte im Preis der swb Vertrieb immer alles im Griff und zum Schluss zwei Längen vor der nichts unversucht lassenden Harzburgerin Pastellia.

Den swb Strom von hier-Preis sicherte er sich kurz darauf mit die einmal mehr von Trainer Rudi Storp gesattelten Northern Sun gegen Pavana und Sol Y Vida, wobei die siegreiche Areion-Tochter nicht nur im Besitz von Marlene Halle ist, sondern – man möchte fast schon logischerweise sagen - auch der Zucht ihrer Besitzerin entspringt.

Sieg Nummer drei und damit zugleich einen lupenreinen Hattrick verbuchte der Asterblüte-Stalljockey gleich anschließend im George-Muhle-Gedächtnisrennen mit der von Christian Sprengel vorbereiteten Ivrea. Stall Indias Stute, ebenfalls eine Areion-Tochter, hatte er im Einlauf zeitig nach außen manövriert. Und fast schien es, als könne der innere und mittlere Flügel die zeitig das Geschehen bestimmende Stute noch überrennen. Doch das gelang nicht mehr, obwohl es zum Schluss schon sehr knapp geworden war. Der Richter notierte nämlich dreimal Hals und Beresina, Entourage sowie Anarchie auf den nächsten Plätzen.

Nach dem Hauptrennen setzte sich dann keineswegs unerwartet Stall Samt u. Seides La Facella im Preis der Firma Altermann König & Pavenstedt durch. Denn die von Axel Kleinkorres vorbereitete Lord-of-England-Tochter war zuvor schon in Baden-Baden nicht übel gelaufen und hatte im Mai zudem in Köln bereits dicht vor ihrem ersten Saisonerfolg gestanden. Weder Adira noch Josefine konnten ihr am Ende folgen, als Maxime Pecheur auf ihr ernst machte.

Und zuletzt gehörte die grüne Bühne auf der Vahr allein nur dem Wallach Mighty Mouse, der zuletzt im September 2012 eine Rennbahn gesehen hatte. Das Comeback von Udo Rattays King’s-Best-Sohn im Preis der swb-Telekommunikation konnte sich jedenfalls sehen lassen und stellte dazu seiner Trainerin Annika Rosenbaum ein gutes Zeugnis aus, ließ der Siebenjährige  im Finale doch alle Gegner schlichtweg  stehen. Ocean Park, der neun Längen hinter ihm folgte, war seinerseits aber genauso neun Längen vor dem von Zaphiras Adventure angeführten Rest.




 

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