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Odeliz triumphiert im ersten Top-Rennen der Derby-Woche

Englischer Doppelerfolg in Hamburg

Hamburg 27. Juni 2015

Internationaler kann ein Sieg nicht sein: Nach dem ersten Höhepunkt der Hamburger Derby-Woche – dem Franz-Günther von Gaertner Gedächtnisrennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.600 m) am Samstag - wurde vor 5.500 Zuschauern die englische Nationalhymne gespielt.

Denn die Siegerin, die fünfjährige Stute Odeliz wird in England von Karl Burke vorbereitet. Besitzerin Barbara Keller kommt aus St. Moritz (Schweiz) – sie gewann am selben Tag auch ein Listenrennen in Newmarket. Gezogen wurde Odeliz in Irland, und der Jockey Adrie de Vries ist deutscher Champion und gebürtiger Holländer.

Doch bis der Erfolg der 29:10-Favoritin unter Dach und Fach war, mussten ihre vielen Anhänger mächtig schwitzen. Denn erst auf den allerletzten Metern ging eine Lücke auf für eine bestechend gehende Odeliz, die 2014 sogar schon in Kanada stark gelaufen war. Bis dahin hatte ihr Jockey warten und eiserne Nerven beweisen müssen. Doch dann zündete noch der Turbo und sie kam sicher mit einem Hals nach vorne.

„Das Rennen war sehr schnell, aber die Lücke kam wirklich sehr spät. Gott sei dank hat die Stute gleich mitgespielt und reagiert. Heute morgen hatte ich noch mit dem Trainer telefoniert. Ich sollte hinter der Spitzengruppe gehen, es hat alles noch geklappt“, so Adrie de Vries nach dem mit 32.000 Euro honorierten Coup der Engländerin.

Mit Evita Peron kam auch die Zweitplatzierte von der Insel. Kurz sah die im Besitz des Newsells Park Stud der Familie Jacobs stehende Stute wie die Siegerin aus. „Leider kam das Ziel 50 Meter zu spät. Wir hatten einen Rennverlauf nach unserem Wunsch“, versicherte ihr Jockey Andreas Helfenbein.

Eng wurde der Kampf um Rang drei, den die stets prominente Schützenpost (Jockey Eddie Hardouin: „Die letzten 100 Meter wurden ihr etwas weit, aber sie lief sehr stark“) vor der hier bestens abschneidenden Rosebay und der sehr unglücklich agierenden Bouree (Trainer Andreas Löwe: Sie fand keinerlei Platz und scheint ein Pechpferd“) hauchdünn hielt. Es war ein packendes Top-Rennen des ersten Meetings-Tages der Derby-Woche.

Das erwartete Zwei-Pferde-Rennen war die einleitende 1.800 Meter-Prüfung, denn der Monsun-Wallach Angel Moon (24:10, A. de Vries) und die erstmals seit anderthalb Jahren wieder aufgebotene Ittlingerin Laya setzten sich früh von Hedda und den anderen Kandidaten ab. Dabei wehrte Angel Moon Start-Ziel sämtliche Attacken der Gegnerin sicher ab. „Das hatte ich so erwartet. Ich habe eine gute Meinung von Angel Moon. Wir gehen nun die Handicap-Route“, versicherte Trainer Paul Harley. Laya könnte nach Angaben von Reisefuttermeister Ralf Wilhelms „noch der letzte Tick Routine gefehlt haben. Aber wir sind zufrieden, es war ja ihr erste Start nach der Fissur-bedingten Auszeit.“

Mit der Rennerfahrung aus einem Start in Frankreich sicherte sich Digitalis (28:10, F. Minarik) aus dem Krefelder Stall von Mario Hofer die Zweijährigen-Prüfung über 1.200 Meter. An der Spitze legte der Sohn des Welt-Champions Manduro immer wieder zu und erfreute damit seine Besitzer – hinter Gladiators Racing verbergen sich die Fußball-Profis Nick Proschwitz und Mike Hanke sowie RaceBets-Chef Sebastian Weiss und Lars-Wilhelm Baumgarten. Mit großer Energie konterte Digitalis die zäh angreifende Robben Island. „Das ist ein feines Pferd. Starts in Frankreich und das Zukunftsrennen in Baden-baden kommen nun in Frage. Er erinnert mich an Global Bang“, wagte Siegtrainer Mario Hofer einen Vergleich mit dem einstigen Derby-Fünften.

Stark verkaufte sich auch die Zweitplatzierte: „Der Sieger war ja schon gelaufen, das war am Ende entscheidend“, so Robbens Islands Betreuer Andreas Wöhler. Moralischer Sieger war allerdings der Dritte Degas, der völlig unter Wert geschlagen war. Sein Reiter pochte auf die Innenseite, wo allerdings keinerlei Lücke aufging. Bei glattem Verlauf hätte der Röttgener wohl gewonnen. „Ohne Worte“, war Trainer Markus Klug sprachlos.

Entschädigung für den Champion-Coach gab es gleich im anschließenden Gedächtnisrennen für den vor wenigen Wochen verstorbenen Dortmunder Trainer Norbert Sauer. Denn der von Klug für den Stall 5-Stars der Bremer Rennvereins-Präsidentin Tonya Rogge vorbereitete Rabi (46:10, A. Helfenbein) kam nach einem Bilderbuch-Rennverlauf innen bald durch und locker zum Zuge, womit zum dritten Mal in Folge die Startbox eins gewonnen hatte. „In Baden-Baden hatte er einen ungünstigen Rennverlauf zu Beginn. Und Rabi hat sich von einem Start zum anderen gesteigert. Er hat Nennungen für Auktionsrennen“, berichtete Markus Klug. Global Love und die Riesenaußenseiterin Kleopatra Kimberly sowie Gonwana komplettierten die Viererwette, die 49.074:10 Euro brachte.

Auf der kleinen Rennbahn Rastede hatte Goldbraid zuletzt eine gut ausgesuchte Aufgabe gewonnen. Zurück im Handicap in einem 1.600 Meter-Ausgleich III kam der Wallach aus dem Stall von Pavel Vovcenko nun auch auf in Hamburg zum Zuge. Mit gewaltigen Reserven spurtete die 80:10-Chance mit Alexander Pietsch ganz außen an Myrtille und Fusco vorbei. „Sie hatte im vergangenen jahr eine Kehlkopf-Operation“, berichtete Goldbraids Betreuer.

Als deutliche Siegerin hatte Stall Unikats Donau (Youssef Echariaa ritt erstmals seit längerer Zeit wieder einmal) in einem Ausgleich IV über 2.200 Meter die Ziellinie passiert, doch schon früh auf der Zielgeraden hatte die Stute bei ihrem Wegbrechen zur Außenseite gleich mehrere Pferde behindert, die dabei ihre Chancen ließen. Da blieb der Rennleitung keine andere Wahl, als die Stute zu disqualifizieren und auf Rang fünf hinter die hauptsächlich gestörte Ramona Beat zu setzen.

Dadurch ging der Erfolg unblutig an Toni Potters‘ Golden Horse (67:10, D. Porcu), der stets zu den vorderen Pferden gehört hatte und Clivia, High Energy und Ramona Beat hinter sich ließ. Die Viererwette bezahlte 154.213:10. Potters: „Unsere Pferde laufen bisher hier ja alle nach vorne“.

Als absoluter Spezialist für die Grasbahn setzte sich der holländische Gast Contucky Newport wie schon im Jahr 2013 erneut in einer Trab-Prüfung, der German Tote-Trophy, durch. Die Wetter des Sechsjährigen wurden mit einer Siegquote von 107:10 Euro belohnt. Im anderen Trab-Rennen war der Favorit Oberst (22:10, D. Spangenberg) früh souverän.

Beinahe hätte es im abschließenden 1.000 Meter-Handicap noch einen Sieg des Hamburger Renn-Club-Präsidenten Eugen-Andreas Wahler durch Studfarmer gegeben, doch kam er gegen den Start-Ziel auftrumpfenden holländischen Veteran Orpen’s Art (zehn Jahre alt; 76:10, A. Pietsch) einen Schritt zu spät.




 

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