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Nachgenannte Lovelyn gewinnt mit Super-Starke in Hamburg

Der geniale Schachzug: Aus 7.000 Euro 40.000 gemacht!

Hamburg 28. Juni 2015

7.000 Euro musste der Wittener Möbel-Unternehmer Manfred Ostermann (Gestüt Ittlingen) vor wenigen Tagen auf den Tisch legen, damit seine Stute Lovelyn am Sonntag im Top-Event des zweiten Meetingstages der Hamburger Derby-Woche starten konnte – soviel kostete eine Nachnennung für den Pferdewetten.de – Großer Hansa-Preis (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.400 m).

Und diese Maßnahme für die von Peter Schiergen trainierte Dreijährige zahlte sich voll aus, denn Lovelyn triumphierte in diesem Traditionsrennen und galoppierte 40.000 Euro auf das Konto ihres Eigners.

Das Finale im Hansa-Preis war so spannend, dass es die 7.400 Besucher regelrecht von den Sitzen riss. Denn erst auf den allerletzten Metern fiel die Entscheidung zugunsten der 31:10-Favoritin: Weltmacht hatte das Feld auf die Zielgerade geführt, wurde dort aber bald von Singing vorne abgelöst, Guardini kam bald nicht mehr weiter, auch die außen postierte Virginia Sun beließ es bei einem kurzen Strohfeuer. Kurz sah es günstig aus für Singing, dann trumpfte der Vorjahresdritte Sirius mächtig auf und schien gewinnen zu können. 

Aber das war eine Rechnung ohne den Star-Jockey Andrasch Starke, denn als er Lovelyn ganz nach außen gezogen hatte, wurde die Tiger Hill-Tochter immer stärker und flog mit unnachahmlichem Speed tatsächlich noch mit einem Kopf zum Sieg, den man kaum noch hatte erwarten können.

Besitzer Manfred Ostermann rief seinem Jockey zu: „Super, Andrasch“ und kommentierte anschließend: „Vor 14 Tagen habe ich mit Trainer Peter Schiergen diskutiert, ob wir Lovelyn vor dem Preis der Diana Anfang August noch einmal laufen lassen. Wir haben uns wegen des für dieses Wochenende angesagten guten Bodens dann für einen Start entschieden. Ich bin sehr glücklich.“

Coach Peter Schiergen durfte sich ebenfalls bestätigt fühlen: „Alles war richtig. Sie hat großartig gekämpft.“ Und Jockey Andrasch Starke sagte: „In der Gegenseite wurde es etwas unruhig, da einigen Pferden das Tempo zu langsam wurde. Für meine Stute wurde es eng, wir haben unseren Platz verloren und kamen dann spät auf freie Bahn. Sie hat auf den letzten 50 Metern sehr stark angezogen, eine tolle Stute!“

Sirius hatte den Sieg schon vor Augen. „Das ist ein Rennpferd, eine Super-Leistung“, freute sich sein Trainer Andreas Löwe über Rang zwei. Noch ganz dicht heran lief auch Kaldera als Dritte, die dem Stall Torjäger um Mike Hanke, Nick Proschwitz (zwei Fußballprofis) und Lars-Wilhelm Baumgarten gehört. „Sie hatte sehr gut gearbeitet. Ich habe die hohe Quote nicht verstanden. Ihre letzte Form konnte man streichen. Vielleicht steuern wir nun die Lillie Langtry Stakes in Goodwood an“, versicherte ihr Betreuer Paul Harley. Singing schien lange mehr als den vierten Platz zu erreichen, während Eric innen kurz wenig Platz zur Entfaltung hatte und ebenfalls nicht weit geschlagen war. Was für ein spannendes Top-Event!

Eigentlich hatte man sich im Rudolf-August Oetker-Gedächtnisrennen (Ausgleich I, 1.600 m) auf den vierten Erfolg hintereinander von Potemkin eingestellt. Der im Mitbesitz von VFL Wolfsburg-Manager Klaus Allofs (gemeinsam mit der Stiftung Gestüt Fährhof) stehende Seriensieger galt als heißer Favorit. 

Allerdings fand er hier seinen Meister in Gestüt Brümmerhofs Wildpark (66:10, A. de Vries), der auch beim allerersten Saisonstart Start-Ziel immer neue Reserven entfachte und die mächtigen Angriffe des Favoriten abwehrte. Dritter wurde Empire Hurricane vor dem spät anpackenden Dorado.

„Das war für mich keine Überraschung, denn er hatte sehr gut gearbeitet. Aus gesundheitlichen Gründen ist Wildpark nun erst so spät ins Jahr gestartet. Wir suchen nun ein passendes Listenrennen“, berichtete Siegtrainer Paul Harley.

Potemkin unterlag in allen Ehren. „Man kann nicht erwarten, dass es immer so weiter geht mit den Erfolgen“, war Klaus Allofs alles andere als enttäuscht über den Ehrenplatz.

Am Samstag hatte die Kombination Gestüt Ittlingen/Waldemar Hickst/Andrasch Starke noch knapp einen gemeinsamen Treffer verpasst. Doch einen Tag später sah das anders aus, denn mit dem vierjährigen Hengst Lindaro (25:10) trumpfte diese Mannschaft in einem 1.800 Meter-Rennen groß auf. Start-Ziel bekam der Favorit alles bestens eingeteilt und wehrte alle Konkurrenten sicher ab.

„Er hatte eine kleine Fissur“, erklärte Besitzer Manfred Ostermann, und Trainer Waldemar Hickst fügte hinzu: „In Dresden war es noch einen Tick zu schwer für ihn. Andrasch hat den Hengst sehr gut geritten.“

Jule kam mit viel Speed noch auf den Ehrenplatz. „Es hätte etwas mehr Tempo geben müssen, aber sie hat ihre Handicap-Form korrigiert. Und das Ergebnis war top“, freute sich Trainer Sascha Smrczek. Amorous Adventure blieb als Dritter nach sehr langer Pause gut dabei. „Er laborierte an einer Sehnenverletzung. Nach einem Jahr Pause war das super“, versicherte Trainer Karl Demme.

Und nach dem Triumph mit Lovelyn gab es den dritten Ittlingen/Starke-Coup und den zweiten Tagessieg für Trainer Waldemar Hickst – im Ausgleich II über 1.600 Meter mit der toll gesteigerten Stute Romance Story (31:10), die im allerletzten Galoppsprung noch den schon in Sicherheit gewähnten Foolproof und Culdaff festnagelte. „Der Jockey ist einfach eine Augenweide“, lobte Waldemar Hickst Andrasch Starke. „Die Stute ist eine große Kämpferin.“

Das gibt es auch nicht alle Tage – eine Siegquote von 235:10 auf ein Pferd aus dem Top-Stall von Peter Schiergen. Doch nach einem erstklassigen Start-Ziel-Ritt von Daniele Porcu zwang der Riesenaußenseiter Yenisey den zäh angreifenden Trainingsgefährten Night Hawk sowie den Röttgener Ausblick mit enormem Kampfgeist in die Knie. „Zuletzt hatte er ein sehr unglückliches Rennen, das konnte nicht stimmen“, sagte Schiergen über den Überraschungs-Gewinner.

Auch nicht unbedingt zu erwarten war der Erfolg der von Roland Dzubasz in Hoppegarten trainierten Ishasha (M. Cadeddu; 100:10) in einem Ausgleich III über 1.400 Meter. Doch offenbar ist die Stute enorm verbessert. Sie kam mit großem Speed zu ihrem dritten Saisontreffer. Ocean Tiger, Nidaros und Nidaros komplettierten die Viererwette, die 44.645:10 Euro bezahlte.

So richtig viel Jubel gab es nach dem Ausgleich IV über 1.600 Meter, denn Jockey Alexander Pietsch siegte für seine Lebensgefährtin Caroline Fuchs als Besitzerin mit dem Wallach Tableforten (80:10), der gegen Dark Fighter, Opalin und Brighton Belle zum ersten Deutschland-Erfolg kam. „Wir haben ihn heute etwas aggressiver reiten lassen. Das war wohl der Schlüssel zum Erfolg“, kommentierte Trainer Christian von der Recke. Die Viererwette brachte 24.178:10 Euro.

Im Amateurreiten war volles Vertrauen mit Earl of Heaven gegangen, doch der heiße Favorit spannte völlig aus. Somit war der Weg frei für den von Frank Fuhrmann aufgebotenen Außenseiter Maupiti Express (123:10, mit dem 16-jährigen Luca Murfuni, der eine Lehre bei Markus Klug beginnt) vor Index Waiter und Genax.

Seinem Badener Erfolg ließ Dr. Andreas Boltes Freedom Time (20:10, A. de Vries) im abschließenden 2.800 Meter-Ausgleich IV einen weiteren Coup folgen. Schon früh stand der nächste Erfolg vor Phoenix Shadow und Prairie Adel fest.


 

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