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Meisterritt auf dem Schweden Eye In The Sky

Starke ist der "Ironman" von Hamburg

Hamburg 30. Juni 2015

Galopprennpferde sind manchmal eisenhart und scheuen nicht die geringsten Reisekilometer. Ein solches Beispiel ist der vierjährige Norweger Eye In The Sky, der nicht nur in seiner Heimat Skandinavien und in Deutschland Top-Formen gezeigt hat, sondern auch auf der Mega-Rennbahn Meydan in Dubai.

Vor wenigen Wochen war er ausgezeichneter Dritter im Preis von Dahlwitz in Berlin-Hoppegarten. Und am Dienstagabend eroberte der Schimmel vor 7.000 Zuschauern auch die Derby-Bahn in Hamburg.

Im Langen Hamburger, mit seiner Distanz von 3.200 Metern der Marathon des Meetings, dem mit 25.000 Euro dotierten Listenrennen und Highlight des dritten Renntages in Horn, landete er einen vielbeachteten Triumph und war quasi der „Ironman.“

Einmal mehr zeichnete sich Andrasch Starke mit einer Klasseleistung im Sattel aus, denn Start-Ziel teilte er Eye In The Sky (47:10-Mitfavorit) alles bestens ein und wehrte mit grandiosem Einsatz alle Angriffe der Gegner mit einer halben Länge Vorsprung ab.

„Ich hatte bei der Taktik freie Hand, wusste aber, dass er ein Galoppierer ist“, berichtete der Jockey. „Ich konnte das Tempo selbst bestimmen, und er hat wirklich riesig gekämpft. Mein Kompliment an sein Team. Denn er hatte eine Reise aus Norwegen hinter sich und präsentierte sich hervorragend“, erklärte Andrasch Starke nach seinem zweiten großen Treffer nach Lovelyn im Hansa-Preis am Sonntag.

Und der in Oslo beheimatete Trainer Niels Petersen meinte über den nun zum sechsten Mal beim 18. Start erfolgreichen Gewinner, der seine Bilanz auf 258.061 Euro ausbaute: „Es war kein Tempo, daher ging er von der Spitze aus, auch wenn das gar nicht geplant war. Seine Formen aus Dubai und bei uns waren top.“

Die Engländerin Alwilda hielt lange dagegen, auch wenn sie stets geritten werden musste. Ihr Reiter Adrie de Vries: „Sie hat immer wieder angezogen, aber wie eine Siegerin ging sie nicht.“ Der favorisierte Tscheche Trip To Rhodos wurde außen vom letzten Platz extrem spät eingesetzt und letztlich zu spät. „Es hätte schneller für uns sein müssen“, erläuterte sein Reiter Jozef Bojko.
Gone By lief als Vierter beim ersten Versuch in dieser Klasse gut, der Rest hatte bald keine Chance mehr.

Nach dem witterungsbedingten Ausfall im Vorjahr war das Alpine Motorenöl-Seejagdrennen über 3.600 Meter nun doppelt so hoch dotiert wie sonst. Sponsor Hermann-Schröer-Dreesmann hatte dafür gesorgt. Und damit handelt es sich um das höchstdotierte Hindernisrennen Deutschlands!

Erwartungsgemäß war der 18:10-Favorit Kazzio (für das Champion-Team Cevin Chan und Pavel Vovcenko) für Besitzer Bernd Huckschlag und das Gestüt Riepegrund die dominierende Figur. Gleich wurde er an die Spitze geschickt, verlor nur im See einige Plätze, um Ende der letzten Gegenseite früh und souverän wieder das Heft an sich zu reißen und sich bald schon zu verabschieden. sechs Längen Vorsprung hatte er im Ziel.

„Es war sein zweites Seejagdrennen. Im Vorjahr hatte er in Quakenbrück gewonnen. Heute mittag haben wir noch einmal hier geübt, doch gibt es auch bei uns in der Nähe von Bremen einige Möglichkeiten zum Schwimmtraining“, versicherte Pavel Vovcenko. „Im See wurde er heute etwas zur Seite gedrückt, hat aber mit seiner großen Hindernis-Klasse alles wettgemacht. Nun steuern wir in Bad Harzburg das große Hürdenrennen an, ehe der Gran Premio in Meran sein Hauptziel ist.

Ländler unterlag in allen Ehren, war unterwegs schon vorne, musste den Konkurrenten aber ziehen lassen. Er kämpfte aber Supervisor nieder, der auf der Flachen zuletzt besser außen gekommen wäre. Auch der 14-jährige Alanco hielt sich als deutlicher zurück folgende Vierter noch einmal gut genug in diesem Publikums-Spektakel.

Dass der Sieg in der einleitenden Meilenprüfung nach Mülheim gehen würde, war klar, doch ob am Ende die stets in vorderer Linie befindliche und immer wieder anziehende Neria (Stephen Hellyn war für den am Vorabend in Mons gestürzten Ian Ferguson eingesprungen, der sich eine leichte Fußverletzung zuzog) oder die außen heranstürmende La Louz (A. Starke, 37:10) vorne war, musste das Zielfoto entscheiden. Schließlich landete La Louz den verdienten Treffer, die William Mongil vorbereitet. „Sie sprang gut ab. Als ich sie nach außen gezogen habe, hat sie gut gekämpft“, verriet Siegjockey Andrasc h Starke.

Wenn zwei sich streiten, dann freut sich der Dritte – das war das Motto in einem 2.200 Meter-Ausgleich III, denn als sich schon fast alle auf ein Duell zwischen dem innen vorstoßenden Pleasantpathfinder und dem außen heranfliegenden Aconito eingestellt hatten, da kam plötzlich die Harzburgerin Kashya (76:10) an der Innenseite angerollt und wendete nach sehr guter Einteilung von Tommaso Scardino noch das Blatt gegen die beiden in totem Rennen auf dem Ehrenplatz einkommenden Gegner. „Die Badener Leistung war gut, und der Rennverlauf sowie die Gewichtserlaubnis kamen ihr heute entgegen“, kommentierte Siegtrainer Uwe Stech.

Die Stallform von Frank Fuhrmann könnte kaum besser sein. Mit dem in einem 1.600 Meter-Handicap Start-Ziel durchstehenden Dashings Diamond (183:10, A. Best) landete er nicht nur den zweiten Meetingssieg, sondern auch eine große Überraschung. Start-Ziel wehrte der Wallach alle Attacken von Alwin und La Luneta sowie dem unglücklich agierenden Favoriten Neuenburger knapp ab. „Wir haben ihn umgestellt auf eine kürzere Distanz. Das hat sich ausgezahlt“, verriet der Coach.

Eine weite Reise hatte Rüdiger Stein-Schomburg nicht, denn der Besitzertrainer arbeitet mit seinem kleinen Lot im 30 Kilometer entfernten Bargfeld-Stegen. Und mit Mastoso (71:10) schaffte er nach einem maßgerechten Finish von Eduardo Pedroza genau im Ziel einen Erfolg in einem Meilen-Ausgleich III. Buchstäblich ganz zuletzt streckte der Wallach die Nase gegen den außen heranfliegenden Favoriten See Dex in Front. „Er hat die Leistung aus Hannover zu hundert Prozent korrigiert“, signalisierte Stein-Schomburg. See Dex schien kurz alle zu überrollen. Hinter ihm komplettierten Sha Gino und African Art die Viererwette, die 12.970:10 Euro bezahlte. 

Traber-Koryphäe Jens-Holger Schwarma hat auch als Besitzer im Galopprennsport Erfolg. In einem 2.400 Meter-Ausgleich III landete sein Matchwinner (24:10) unter „Ersatzreiter“ Stephen Hellyn den zweiten überzeugenden Sieg in Folge. Lange muss sein Reiter nach einer freien Bahn suchen, dann spurtete der vierjährige Hengst regelrecht durchs Feld und gewann leichter als es der Richterspruch von einer halben Länge aussagte. „Er musste nicht einmal mit der Peitsche gefordert werden. Wir gehen mit ihm weiter Schritt für Schritt vor“, ließ Trainer Axel Kleinkorres durchblicken. 

Twilight, der sich innen bis zuletzt dagegenstemmte, der gut aufkommende Apoleon und Wirbelwind machten die Viererwette perfekt, die 6.682:10 Euro zahlte.

Matchwinners Trainer Axel Kleinkorres und Jockey Stephen Hellyn sicherten sich auch das anschließende 2.400 Meter-Handicap mit dem knapp gegen Puna und Best Love Song durchstehenden Mood Indigo (43:10). „Auch er gehört Freunden aus dem Trabrennsport. Enttäuscht hat dieses Pferd noch nie“, so Kleinkorres anschließend.

Extrem spannend verlief der abschließende 1.200 Meter-Ausgleich III, das Memorial für den viel zu früh verstorbenen Dortmunder Trainer Uwe Stoltefuß. Denn erst ganz am Schluss schob Helga Dewalds Nandolo (88:10, D. Porcu) noch den Kopf an Cratos und Tindorette vorbei.



 

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