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Start-Ziel-Erfolg des Bodenspezialisten Donnerschlag in Hamburg

„Donner“ über Hamburg

Hamburg 1. Juli 2015

Die Sonne strahlte am Mittwoch über der Galopprennbahn in Hamburg, und ein „Gewitter“ gab es nur auf dem grünen Rasen: Denn der fünfjährige Wallach Donnerschlag sicherte sich mit einer bärenstarken Leistung das Top-Sprintrennen der Derby-Woche, den Sparkasse Holstein-Cup (Hamburger Flieger Preis, Gruppe III, 55.000 Euro, 1.200 m).

Wer sich genau an das Vorjahr erinnert hatte, der wurde am Totalisator belohnt, denn Donnerschlag hatte damals hinter Amarillo den Ehrenplatz belegt, diesmal lautete die Reihenfolge genau andersherum (Zweierwett-Quote: 368:10 Euro). Vom Start bis ins Ziel duldete Jockey Filip Minarik keinen Konkurrenten vor sich. Aus der beantragten Außenbox beorderte er den im Besitz des Gestüts Höny-Hof von Manfred Hellwig stehenden von von Jean-Pierre Carvalho in Bergheim trainierten Donnerschlag sofort vor das Feld, gefolgt von der französischen Favoritin Zylpha, Kolonel und Making Trouble.

Wer gedacht hatte, bei Donnerschlag würden auf der Zielgeraden die Kräfte schwinden, der sah sich getäuscht – der Wallach, der nun beim 13. Start den dritten Treffer markierte und 32.000 Euro Siegbörse auf das Konto seines Eigners galoppierte (Gesamtgewinnsumme: 84.300 Euro), marschierte unverdrossen weiter und geriet nie in Gefahr. Zweieinhalb Längen betrug sein Vorsprung im Ziel – nach 1:10,17 Minuten.

„Er liebt harten Boden, und außen war der Boden noch fester, das war so richtig nach seinem Geschmack. Seine schwächeren Leistungen auf anderem Untergrund sind kein Maßstab“, erklärte Jockey Filip Minarik, der als einziger seines Teams bei der Siegerehrung weilte, da sowohl Trainer, als auch Besitzer nicht in Hamburg waren.

Vorjahressieger Amarillo wurde auf der Außenbahn noch sehr stark. „Das war auf jeden Fall wieder sehr gut“, kommentierte Trainersohn Dennis Schiergen. Auch der Drejährige Making Trouble blieb als Dritter gut dabei vor der zuletzt nicht weiterkommenden Zylpha. „Gerade Bahn wäre besser für sie gewesen“, meinte Jockey Fabrice Veron zu der etwas ernüchternden Vorstellung der 19:10-Favoritin. Auch Birthday Prince war als Fünfter nicht weit weg, während Daring Match innen nie zwingend wirkte, und es Kolonel wie Ross bei einem Moment beließ.

„Hamburg scheint unsere Glücksbahn zu sein“, freute sich Tonya Rogge, Besitzerin des Stalles 5-Stars und Präsidentin des Bremer Rennvereins nach dem einleitenden Ausgleich III über 1.600 Meter, denn ihre Stute Proud Rock aus dem Hoppegartener Stall von Roland Dzubasz hatte sich nach perfekter Einteilung von Alexander Pietsch mit hauchdünnem Vorteil als Siegerin ins Ziel gerettet. „Wir haben gehofft, dass sie es schaffen würde. Die Distanz von 1.600 Metern war für sie wichtig, und sie ist super geritten worden.“

Lange sah es nach Hannover Indian aus, ehe Proud Rock noch mit einem Kopf in Front kam. Zwischen beide schob sich noch der Favorit Dark Forrest, der der moralische Sieger war, denn er musste von weit hinten komplett von innen nach außen wechseln. „Auf der Innenbahn kann man so nicht mehr gewinnen“, meinte Trainer Toni Potters.

Beim 24. Start der erste Treffer – für eine ziemliche Überraschung sorgte die von Monica Blasczyk trainierte Coya (191:10) für den Hamburger Stall Alster von Fred Janssen in einem 1.400 Meter-Handicap. Doch als ihre Reiterin Steffi Hofer innen eine Lücke gefunden hatte, musste auch die Favoritin Millies Quest passen. „Das ist so herrlich. Steffi hat aber auch phantastisch geritten. Beim letzten Start war die Distanz für Coya zu weit“, erklärte die Trainerin. Flying Prince und Kimara komplettierten die Viererwette, die stolze 130.354:10 Euro bezahlte. Zwei Wetter bekamen mehr als 6.500 Euro.

Ein Andrasch Starke in Topform führte auch den von Uwe Schwinn trainierten Juan (56:10) wieder auf die Siegerstraße zurück, in einem 2.800 Meter-Ausgleich III war es der erste Jahrestreffer des Schimmels, der von fünfter Position aus die lange führende La Carolina sowie die schnell endende Amadela auf die Plätze verwies. „In Baden-Baden waren 2.200 Meter auf schneller Bahn zu kurz für ihn. Die 2.800 Meter heute waren ideal. Und Andrasch hat einen Glanzritt hingelegt“, versicherte Schwinn.

Und auch im Ausgleich II über 2.000 Meter der Innenbahn (Erinnerungsrennen für den 31-fachen Trainer-Champion Heinz Jentzsch) demonstrierte Andrasch Starke sein Können, als er wiederum die Farben des Gestüts Ittlingen nach vorne trug – auf der von Waldemar Hickst in Köln trainierten Atiana (37:10). Mit großem Speed fing sie den Außenseiter Stafettino und den Holländer Divisional noch ab.

Den dritten Treffer feierte Starke (abermals für das Gestüt Ittlingen, allerdings für Trainer Peter Schiergen) im abschließenden Rennen für dreijährige Stuten über 2.250 Meter – mit der 23:10-Favoritin Atiana, die in der entscheidenden Phase gegen Amazona und Palena den größten Drive entfachte. „Sie legte auf der Geraden einen unheimlichen Antritt hin mit einer enormen Übersetzung“, so Andrasch Starke.

Im Ausgleich II über 1.400 Meter wurde das Bild auf den letzten Metern völlig durcheinandergewirbelt, als die von ganz weit hinten heranstürmende Agama (78:10. F. Da Silva) von Besitzertrainer Frank Kurz mit gewaltigen Reserven noch Jackobo hauchdünn zu fassen bekam. „Hamburg ist seine Bahn“, sagte Uwe Stech, der Trainer des Zweitplatzierten. „Der Reiter hat taktisch sehr gut geritten, nur im Finish fehlte ihm etwas Kraft.“ Flavio forte wurde als Dritter wie Spirit Doll noch sehr stark.

Sträflich unterschätzt hatten die Wetter den frischen Kölner Sieger Humprey (153:10, F. X. Weißmeier), der in einem 2.000 Meter-Ausgleich IV auf der Innenbahn in einem extrem schnellen Rennen ganz spät noch den Kopf an dem dauerplatzierten und auch diesmal wieder noch geschnappten High Prince vorbeistreckte. „Er hat seine Form bestätigt und super gekämpft“, erläuterte Dietmar Nienstädt in Vertretung der nicht anwesenden Trainerin Maria Nienstädt aus Emtinghausen. Songan und der nicht richtig weiterkommende Favorit Iniesta machten die Viererwette komplett, die 81.327:10 Euro bezahlte. 



 

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