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In memoriam Werner Hefter

Große Trauer in Iffezheim

Iffezheim 6. Juli 2015

Es war längst kein Geheimnis mehr, dass der Iffezheimer Trainer Werner Hefter seit einiger Zeit schwer erkrankt war. Sein Zustand hatte sich gerade in den letzten Wochen zunehmend verschlechtert. Obgleich Familie, Freunde, Mitarbeiter und die Vielzahl seiner Besitzer darauf vorbereitet schienen, dass seine Zeit auf dieser Erde sich ihrem Ende zuneigte, so ist die traurige Nachricht vom heutigen Tode Werner Hefters deshalb nicht weniger schmerzvoll.

Werner Hefter verstarb im Alter von nur 61 Jahren. Obgleich er eine jener rheinischen Frohnaturen war, wie sie im Buche stehen, wurde er auch im Badischen sehr schnell heimisch und sesshaft. In jungen Jahren hatte ihn die Liebe dort hingezogen. Gemeinsam mit seiner Frau Conny baute er hier einen immer erfolgreicher werdenden Stall auf, der letztendlich zu einem der namhaftesten Iffezheimer Quartiere wurde und der aufgrund einer Vielzahl von Auslandssiegen, welche die Hefter-Schützlinge insbesondere immer wieder in Frankreich erzielten, auch international eine hohe Reputation genoss.

Begonnen hatte Werner Hefters Passion fürs Vollblut schon von Kindesbeinen an, und das sogar auf einem so traditionsreichen Boden wie dem des Gestüts Schlenderhan. Bereits als Schüler hatte es ihn immer wieder dort hingezogen. Und keine Geringere als Karin Baronin von Ullmann gehörte später zu jenen Wohlgesonnenen, die seine Trainerlaufbahn mit großem Interesse verfolgt hatten.

Wahrscheinlich hatte sie es auch mit eingefädelt, dass der junge Werner nach Abschluss der Schulzeit eine Lehrstelle bei Trainer Hans Berndt im Weidenpescher Park bekam, der in dieser Zeit bekanntermaßen ja noch eine Abteilung des Schlenderhaner Rennstalls betreute. Die Herrlichkeit des Rennreitens währte indes nicht lange. Früh setzte das stetig steigende Gewicht den diesbezüglichen Karriereträumen vor Werner Hefter ein Ende.

Umso wertvoller, auch für seine spätere Trainerlaufbahn, waren dann die Jahre am alten Waldfrieder Stall bei Trainer Bruno Schütz, zu dessen kleinem Zirkel engster Vertrauter er alsbald gehörte, nachdem er dorthin gewechselt war. Als einer der Futtermeister und auch als Reisefuttermeister zählte Werner Hefter mit zu jener Mannschaft, als sich der Schütz-Stall immer nachdrücklicher gegen die Konkurrenz zu behaupten verstand, zu der damals in Köln so hoch angesehene Unternehmen wie unter anderem die Ställe der Trainer Hein Bollow, Heinz Jentzsch und Sven von Mitzlaff gehörten.

Zu einer entscheidenden Weichenstellung in Werner Hefters Laufbahn führte allerdings insbesondere eine spätere, enge Verbindung zu Fritz Drechsler. Der vielfache Champion-Jockey, der sich nach seiner so erfolgreich verlaufenen Reiterlaufbahn, dann in Iffezheim als Trainer niedergelassen hatte, war beizeiten auf ihn aufmerksam geworden und hatte ihn an seinen Stall geholt, wo er gewissermaßen bereits zu einem Assistenztrainer avancierte, als diese Stellenbeschreibung hierzulande noch eine weitgehend unbekannte Vokabel war.

Hier verschaffte sich Werner Hefter letztendlich auch das nötige Rüstzeug, um sich eines Tages selbständig zu machen und als Trainer im Laufe der Jahre auch manchen großen Triumph an seine Fahnen heften zu können.

So war Werner Hefter nicht nur in Listenrennen und auf Gruppe III-Ebene (im vergangenen Jahr mit Dartagnan D’Azur im Prix Andre Baboin in Lyon) erfolgreich, sondern auch im Österreichischen Derby mit Mohandas 2004 und mit Tingly 2010, aber das war nur eine kleine Auswahl seiner größten Triumphe.

Als treuer Freund und Helfer, der Werner Hefter bis in seine letzten Stunden begleitete, hatte dem Verstorbenen in den vergangenen schweren Monaten der Münchener Ex-Trainer Dieter Ronge stets beigestanden. Die Zukunft des Hefter-Stalles ist insofern gesichert, als die momentan noch in Avenches beheimatete Carmen Bocskai hier bald als Trainerin die Verantwortung übernimmt und dann ihre Akzente in das von dem Verstorbenen aufgebaute Anwesen nur unweit des BBAG-Auktionszentrums einbringen wird.

Dies ist gewiss ein tröstliches Moment in all dem Schmerz und der Trauer, die Werner Hefters Familie und seine engere Umgebung in diesen Stunden erfasst. Tröstlich ist zudem, dass ihm ein noch länger andauerndes und größeres Leiden erspart geblieben ist.

In Erinnerung bleibt Werner Hefter jedoch keineswegs allein als exzellenter Trainer und Horseman, sondern vor allem auch als ein stets freundlicher, liebenswerter und sympathischer Zeitgenosse. Er war alles andere als der knallharte Profi, der heute so oft zu einem Ideal hochstilisiert wird.

Den Heimgegangenen zeichnete vielmehr eine große Herzenswärme und Fairness aus. Und nicht zuletzt diese besondere Prise rheinischen Humors. Das eben war Werner Hefter: der eingeschworene Iffezheimer und zugleich die rheinische Frohnatur, wie sie im Buche steht.

 

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