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Walzertakt mit unglaublichem Kampfgeist

Sensationssieg im Prix Maurice de Nieuil

Longchamp 14. Juli 2015

Einen Sensationssieg landete heute Gestüt Aesculaps Steher Walzertakt in Longchamp. Am französischen Nationalfeiertag setzte sich der inzwischen von Jean-Pierre Carvalho im rheinischen Bergheim trainierte Schlenderhaner Montjeu-Sohn nach Zielfotoentscheid im zweitwichtigsten Rennen der Karte durch. Unter Francisco Da Silva sicherte sich der sechsjährige Hengst den Prix Maurice de Nieuil mit einem nie erlöschenden Kampfgeist gegen den Monsun-Sohn Bathyrhon und Frine. Zweimal kurzer Kopf notierte der Richter, und im Gestüt Aesculap darf man jetzt der baldigen Überweisung einer Siegprämie von 74.100 Euro entgegensehen.

Der Gast aus Deutschland war in der Gruppe-II-Steherprüfung über 2.800 Meter ein krasser Außenseiter, und als der kleine Marathon in die entscheidende Phase trat, schienen die Felle von Walzertakt auch schon langsam, aber sicher weg zuschwimmen. Doch entwickelte er dann Kampfqualitäten, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Er hielt die Partie gegen den schon auf der Siegerstraße geglaubten und von Dieter Meinke gezogenen 18:10-Favoriten Bathyrhon weiterhin weitgehend offen.

Auch als zuletzt die aus hinteren Regionen kommende Frine immer mehr in das Geschehen eingriff und das vordere Duo bereits zu überrollen schien, gab Walzertakt keinen Deut nach. Er rappelte sich immer wieder neu auf und hatte letztendlich das Glück, im Ziel genau im richtigen Moment das entscheidende Köpfchen herausgeholt zu haben.

Frine wurde später allerdings von den Kommissaren aus der engeren Platzierung genommen und am grünen Tisch auf Rang fünf zurückgestuft. Den dritten Platz bekam daraufhin Glaring zugesprochen.

Die heutige Vorstellung war natürlich die beste, die man je von Walzertakt gesehen hat. Dank Bathyrhon auf Platz zwei wurde der Ausgang des Rennens zugleich zu einem wahren Triumph der deutschen Vollblutzucht. 

Im Rahmenprogramm hatte es auch zuvor schon einen deutschen Treffer durch Stall Ambers Brighton Belle gegeben. Die von Sebastian Kludka vorbereitete Rock-of-Gibraltar-Tochter sicherte sich mit Umberto Rispoli im Sattel nämlich den Prix de Varenne vor dem Ex-Iffezheimer Ice Cool und dem favorisierten Susukino.

Der Juddmonte Grand Prix de Paris blieb hingegen fest in französischer Hand. Allerdings siegte nicht der heiße Favorit Ampere, sondern der von Francis Henry Graffard betreute Erupt. Wie Ampere war der Dubawi-Sohn noch als bis dahin ungeschlagen in die über 2.400 Meter führende und mit insgesamt 600.000 Euro dotierte Gruppe-I-Prüfung gegangen. Als Erupts Jockey Stephane Pasquier beizeiten die Entscheidung suchte, stand sofort fest, dass der Weg zum Sieg nur über ihn führen würde. Zwar endete Ampere nach einem nicht gerade idealen Rennverlauf noch zügig. Doch reichte das nur, um Storm The Stars noch vom zweiten Platz zu verdrängen.


 

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