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Zwei alte Haudegen zeigen es den Jüngeren

Gelungener Auftakt in Bad Harzburg

Bad Harzburg 18. Juli 2015

Die äußeren Bedingungen waren bestens. Und nach genau 12 Monaten Rennpause fand man in Bad Harzburg dann auch schnell wieder in den Renntags-Rhythmus. Das am meisten beachtete Rennen zum Auftakt war logischerweise das erste Superhandicap mit 16 Kandidaten. Kurz vorher dürfte der Starter jedoch einen kleinen Albtraum durchlebt haben, als endgültig feststand, dass ihm die Maschine durch einen technischen Defekt kurzfristig nicht zur Verfügung stehen würde. Trotzdem brachte der Mann auf dem Bock das fast Unmögliche fertig, das Feld nahezu geschlossen auf die Reise zu bringen. Auch er gehörte damit zu den Helden des ersten Meetings-Tages, der aber auch im Zeichen von zwei vierbeinigen Helden stand. Denn zuerst siegte der zehnjährige Tremendous wie einst im Mai. Und zum Finale zeigte auch der 12-jährige Haudegen Nuevo Leon im abschließenden Hürdenrennen es allen Jüngeren in eindrucksvoller Weise.

Durch den noch wenig geprüften vierjährigen Liverbird des Stall Hof Alt Godhorn, der sich unter Filip Minarik durchsetzte, war die erste Meetings-Entscheidung erst aber einmal zugunsten des Quartiers von Toni Potters ausgefallen, das im Preis der Spedition Hans Augustin Bad Harzburg und der Firma Reichel Gmbh Abbenrode allerdings auch noch den Zweitplatzierten gestellt hatte, den vermeintlich stärkeren Mandino.

Dann bereits hatte Tremendous mit Steffi Hofer im Sattel beim Sieg über The Toyboy sowie Illuminati seinen großen Auftritt im Junicke-Bening-Rennen. Für den zehnjährigen Schimmel, der Marlies Nienstädt gehört und der von Heinrich Nienstädt trainiert wird, wurde es  gleichzeitig der 11. Sieg in seiner langjährigen Laufbahn. Die, wie es aussah, durchaus noch etwas länger andauern könnte.

Keinerlei Kaufinteresse bestand danach im Preis des Wolfenbütteler Schaufensters für den hier erfolgreichen Mr Beauregard, der in diesem Verkaufsrennen mit André Best im Sattel nahezu jederzeit und immer das restliche Feld im Griff hatte. Nach seinem Sieg über Timorow und Turgenjew bleibt der Amerikaner nun also weiter im Besitz des Stalles Dominique und in Training bei Claudia Barsig.

Dann folgte bereits die besagte kurzzeitige Nightmare des Starters vor dem ersten Superhandicap des Meetings, dem pferdewetten.de-Preis, der mit 20.000 Euro dotiert war und der eben 16 Kandidaten angelockt hatte. Nun mag es vielleicht das eine oder andere Einzelschicksal gegeben haben. Aber alle 16 kamen auch ohne Startmaschine letztendlich den Umständen entsprechend gut auf den 1.850 Meter langen Weg. 

Gleichwohl lag eine Sensation sehr lange in der Luft, da der sofort und auch klar dominierende Außenseiter Bold Jack Donahue auch im Einlauf keineswegs klein beigab und nicht zurückkam. Einzig die von Dennis Schiergen noch mobil und flott gemachte Shilaya im Besitz von Jana Fritsche konnte die 368:10-Chance am Ende noch mit einer halben Länge abfangen.

Für die Adlerflug-Tochter aus Uwe Stechs Obhut wurde es zugleich der erste Sieg. Auf den weiteren Plätzen hinter dem vorderen Pärchen notierte der Richter dann den Favoriten All Access sowie an Rock of Glenstal noch einen weiteren Außenseiter.

Redlich verdient hatte sich Rolf Kopfs dreijährige Miss Sommeroh aus Hans-Jürgen Gröschels Stall danach den Erfolg im Preis der Stadtwerke Bad Harzburg, den sie leicht gegen Pajette und Loulou’s Jackpot an sich brachte, nachdem Waldimir Panow bei ihr den entscheidenden Einsatz abrief. Zuvor hatte die Dylan-Thomas-Tochter als dreifache Zweite schließlich ja schon einige Male dicht vor einem ersten Erfolg gestanden.

Eine gute Vorstellung lieferte einmal mehr auch die treue Dorietta des Galoppclubs Wambel im Preis vom Autohaus Scholl wieder ab, den sie umso mehr beherrschte, je weiter es wurde. Womit ihr Reiter Pascal Jonathan Werning zuletzt nur noch auf Absicherung bedacht sein musste. Was auch reichte, damit Platin Storm und Powerplay für die von seinem Vater, Reiner Werning, trainierte Soldier-Hollow-Tochter ungefährlich blieben.

Zu einer Art Familienangelegenheit wurde darüber hinaus der Preis der Hasseröder Brauerei. Der knappe Sieg von Genax über Dome Rocket basierte nämlich auf einer ähnlichen Konstellation wie zuvor der von Dorietta. Der von Genax allerdings auf einem Mutter-Sohn-Teamwork, mit Filius Robin Weber im Sattel und seiner Mutter Marion Weber als Trainerin. Und die glücklich, zufriedenen Eigner der Green-Desert-Tochter sind Horst Brogi und Frank Vandieken.

Zum Finale schlug dann auch noch die große Stunde des 12-jährigen Nuevo Leon im Preis der Harz Energie, dem ersten Hürdenrennen des Meetings. Der betagte Protektor-Sohn von Ursula Althoff vereitelte mit seinem Einsatz letztlich auch einen Einstandssieg von North Point, der allerdings selbst in der Niederlage gefiel und seinen ersten Hindernisstart vielversprechend hinter sich brachte. Dem von Vlatislav Korytar bei Nuevo Leon gut geweckten Einsatz vermochte er dann aber nichts mehr entgegenzusetzen.

Dritter wurde 19:10-Favorit Good Prince. Aber egal, wer von den drei vorderen Pferden auch gewonnen hätte, es wäre immer ein Sieg für Elfie Schnakenberg geworden. Sie ist  als Trainerin schließlich für einen jeden der vorderen drei zuständig.



 

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