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Kastello und Korado triumphieren am PMU-Tag

„K“ ist Trumpf in Harzburg

Bad Harzburg 21. Juli 2015

Besser konnten die äußeren Vorzeichen nicht sein: Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen herrschten am ersten PMU-Renntag am Dienstag in Bad Harzburg, an dem sämtliche acht Prüfungen ins Nachbarland übertragen wurden. Rund 7.000 Besucher sorgten für eine tolle Atmosphäre.

Leider ging es mit erheblicher Verzögerung (knapp 15 Minuten) los, da gleich drei Pferde an der Startstelle reiterlos geworden waren und die Bahn umkurvten. Während Bayswater am Rennen teilnahm und Dritte wurde, wurden Dyvig und die Favoritin Try With me zurückgezogen. Lediglich fünf Kandidaten verblieben, und die nun allein mit 14:10 favorisierte Tilara (J. Bojko) war Start-Ziel gegen Sitaro stets souverän. „Der Weg war jetzt frei für sie“, war der treffende Kommentar von Siegtrainerin Claudia Barsig, für die es im Harz weiterhin wie am Schnürchen läuft.

Auf eine halbe Stunde war die Verspätung zum zweiten Rennen angewachsen, da man aus Rücksicht auf Frankreich den Start etwas nach hinten legte und zudem noch Freya reiterlos und ebenfalls zurückgezogen wurde. Dieser 1.200 Meter-Ausgleich III endete mit der dicken Überraschung, denn mit dem 127:10-Außenseiter Kastello (D. Schiergen) hatte nicht einmal seine Trainerin Angelika Glodde aus Halle gerechnet. „Er ist ein ziemlich nerviger Typ, von einem Sieg bin ich nicht ausgegangen. Kastello hat vorne immer wieder zugelegt und groß gekämpft“, berichtete die Betreuerin, nachdem er in einem packenden Finish knapp gegen Sol Y Vida und Jazz Bay nach Hause gekommen war.

Beim 16. Versuch reichte es in einem 2.400 Meter-Handicap endlich zum ersten Erfolg für den von Christian von der Recke in Weilerswist trainierten vierjährigen Wallach Phoenix Shadow (36:10), der sich gegen die zu spät heranrauschende Favoritin Best Love Song und Princess Dumont rechtzeitig abgesetzt hatte. „Ich hatte alles im Griff, außer dass mich das Pferd beim Aufgalopp kurz abgesetzt hatte“, gab Jockey Jozef Bojko zu. Besitzer von Phoenix Shadow ist der Stall Walcheren von Turf-Journalist Patrick Bücheler, benannt nach seinem bevorzugten Urlaubsziel in Holland, in dem er gerade weilt.

Erst seit drei Wochen und einem Tag zeichnet Dirk Lüker für den Wallach Zaunkönig verantwortlich, Und der 147:10-Außenseiter gab in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.850 m) einen optimalen Einstand für den Besitzertrainer aus Versmold. „Er hatte drei, vier Tage zur Eingewöhnung gebraucht, aber nun gut gearbeitet, so dass ich schon auf ein Platzgeld spekuliert hatte“, signalisierte der Betreuer. Patrick Gibson, der für den Einsatz von Seitenblendern plädiert hatte, zeichnete sich durch perfekte Einteilung aus, denn den früh erlangten Vorteil gab er auf Zaunkönig auf der Geraden auch gegen den stark aufkommenden Maresco sowie La Luneta und Königstein nicht mehr ab. Die Quoten schnellten in stattliche Höhen: 3.128:10 gab es auf die Zweier-, 30.056:10 für die Dreier- und sogar 80.012:10 in der Viererwette.

Ein großartiges Meeting erlebt die Dresdener Trainerin Claudia Barsig. „Wir haben Hamburg abgewartet und die Pferde für Harzburg aufgespart“, erklärte ihr Gatte Gerd nach dem vierten Treffer durch Korado (30:10) unter dem ebenfalls in starker Verfassung agierenden Andre Best. Bis zur Geraden ließ sich dieses Team von Kitanesco führen, um sich dann schnell freizumachen von der noch zügig auf Touren kommenden Silicon Valley und Kitanesco. „Korado kennt die Bahn, hat hier im letzten Jahr schon gewonnen, ehe er sich eine kleine Verletzung zuzog. Wir haben ihn dann in Ruhe gelassen. Hier hat er sich schon im Training super präsentiert“, fügte Gerd Barsig noch an.

Bislang war die Rennwoche noch wenig glücklich für Nachwuchsreiter Tommaso Scardino gelaufen, doch in einem 1.200 Meter-Ausgleich IV schaffte der Italiener auf dem 47:10-Mitfavoriten Kepler einen völlig überlegenen Start-Ziel-Erfolg (acht Längen) vor dem Veteran Danon Perth und Emirati Spirit. Besitzerin und Trainerin Kamila Harms: „Bad Harzburg ist seine Bahn, und er stand inzwischen auch bei einer sehr verlockenden Marke.“

„Er verteidigt in Deutschland seine weiße Weste“, so kommentierte Trainergatte Joachim Weißmeier den dritten Erfolg hintereinander des so toll eingeschlagenen England-Imports Bugler’s Dream (30:10), der sich unter Fabian Xaver Weißmeier das 4.000 Meter-Jagdrennen nach frühem Vorstoß sicher gegen den spät mächtig anpackenden Sekundant und Supervisor sicherte.



 

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