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Ein großes Kämpferherz kehrt zurück in seine Heimat

Earl of Tinsdal hat seine Rennkarriere beendet

23. Juli 2015

Während die Dreijährigen am ersten Juli-Sonntag in Hamburg-Horn um das Blaue Band kämpften, genoss Earl of Tinsdal, Derbyzweiter des Jahres 2011, bereits seinen Koppelgang in Hamburg-Rissen. Schon am Donnerstag der Derbywoche hatte der, aus der Zucht von Hannes Gutschow stammende, dreifache Gruppe-I-Sieger das Trainingsquartier von Andreas Wöhler verlassen um seinen wohlverdienten Ruhestand anzutreten.

In der Obhut von Andreas Wöhler gewann Earl of Tinsdal, bei 21 Starts, 6 Rennen, davon 4 auf Gruppe-Ebene, und war 11-mal gruppeplatziert. "Der Earl hat uns von Zweijährig an Freude bereitet, indem er konstant gute Leistung auf hohem Niveau zeigte", sagt Trainer Wöhler über den Black-Sam-Bellamy-Sohn. "Er hat einen unbändigen Willen und wollte immer sein Bestes geben. Ein rahmiger Hengst mit einer tollen Galoppade und viel Präsenz." Seine Gesamtrennleistung unterstreicht die Beständigkeit und Härte von Earl of Tinsdal, denn bis auf seinen Start in Ascot, war er immer im Geld, nie schlechter als Fünfter.

"Wir Mädels von Sunrace Stables sind dankbar, dass der Earl immer heile geblieben ist und uns so viel Freude gemacht hat", sagt Mitbesitzerin und Züchtertochter Jana Gutschow. "Mit Andreas Wöhler haben wir uns zum Glück für den richtigen Trainer entschieden. Wir bedanken uns bei seinem Team, bei Oleg, Ruslan, Kevin und natürlich Eddie, der bei 15 seiner 21 Starts im Sattel saß. Es ist ein schönes Gefühl den Earl endlich wieder bei uns zu haben. Wenn er über die Koppel galoppiert, dann ist man einfach nur still", erzählt Gutschow weiter. "Er besitzt eine unglaubliche Präsenz, hat Tinsdal natürlich sofort wieder in Besitz genommen. So zappelig er auch manchmal im Führring wirkte, er ist ein freundlicher, ruhiger Kerl und man hat ihn einfach gern da. Das genießen wir Gutschows jetzt und schauen aber gleichzeitig, welche Optionen es für seine Zukunft gibt. Einen guten Platz als Deckhengst hätte er mehr als verdient."

Zweijährig: (2 Starts – 2 Siege)
Bayerische Hausbau Tassilohof Rennen, München, 1600 m
BBAG Auktionsrennen München, 1600 m
Dreijährig: (5 Starts – 2 Siege, 2 Plätze)
Sieger Frühjahrspreis des Bankhauses Metzler, Gr. III, Frankfurt, 2000 m
Rheinland-Pokal, Gr. I, Köln, 2400 m
Zweiter IDEE 142. Deutsches Derby, Hamburg, 2400 m
Dritter Preis von Europa, Gr. I, Köln, 2400 m
Vierjährig: (5 Starts – 1 Sieg, 2 Plätze)
Sieger Gran Premio di Milano, Gr. I, Mailand, 2400 m
Zweiter Grosser Preis von Berlin, Gr. I, Berlin, 2400 m
Dritter Grosser Preis von Bayern, Gr. I, München, 2400 m
Fünfjährig: (5 Starts – 1 Sieg, 3 Plätze)
Sieger Gran Premio Jockey Club, Gr. I, Mailand, 2400 m
Zweiter Preis d. Sparkassen Finanzgruppe, Gr. III, Baden-Baden, 2000 m
Dritter Preis von Europa, Cologne, Gr. I, 2400 m
Oleander-Rennen, Gr. III, Berlin, 3200 m
Sechsjährig (3 Starts – 2 Plätze)
Zweiter Preis von Europa, Gr. I, Köln, 2400 m
Dritter Großer Preis von Bayern, Gr. I, München, 2400 m

Rennlaufbahn Earl of Tinsdal 2010 bis 2015 im Detail:
Zweijährig blieb er bei zwei Starts ungeschlagen, gewann ein Maidenrennen sowie das BBAG-Auktionsrennen in München in überlegener Manier.

Auch beim Saisonauftakt als Dreijähriger, im Frühjahrspreis des Bankhauses Metzler, behielt der Earl seine weiße Weste. Nach einem vierten Platz im Bavarian Classic, wo er bereits zu Beginn des Rennens ein Eisen verlor, ging er als chancenreicher Außenseiter ins Derby und wurde eine Länge hinter seinem Trainingsgefährten Waldpark Zweiter. Sein erster Gruppe-I-Sieg folgte 6 Wochen später, als er überlegen mit 4 Längen im Rheinland-Pokal nach Hause stiefelte. Mit einem dritten Platz im Preis von Europa beendete Earl of Tinsdal die Saison und kehrte zur Winterpause auf sein Heimatgestüt zurück.

Vierjährig bestätigte Earl of Tinsdal, dass er zur Grand-Prix-Klasse gehört. Nach einem vierten Platz im Gerling-Preis folgte mit dem überlegenen Sieg im Gran Premio di Milano der zweite Gruppe-I-Treffer. Im Großen Preis von Berlin musste sich der Earl nur dem frischen "Arc-Siegerin-Besieger" Meandre geschlagen geben. Es folgten ein dritter Platz im Großen Preis von Bayern und ein fünfter Platz im Preis von Europa. Wieder verbrachte Earl of Tinsdal seine Winterpause auf dem Gestüt Kerbella von Hannes Gutschow.

In 2013 hatte man das Ziel "Ascot Gold Cup" ins Visier genommen und so debütierte der mittlerweile Fünfjährige im Oleander-Rennen und war als Dritter nicht weit geschlagen. Die Reise nach England hätte man sich allerdings sparen können: Im Gold Cup hatte er, auf dem für ihn unpassendem schnellen Geläuf, keine Chance und auch die Distanz wurde dem viel zu eifrigen Frontrunner zu weit. "Der Trainer hat lange mit sich gehadert, dass er den Earl hat starten lassen", erinnert sich Jana Gutschow. "Er wollte sich telefonisch mit uns absprechen, jedoch war das Netz in Ascot total überlastet und so haben wir uns erst im Führring getroffen. Da war es natürlich zu spät, den Earl noch zu streichen." Von 4000 m auf 2000 m ging es im Großen Preis der Sparkasse in Baden-Baden weiter, wo sich der Earl als Zweiter gut aus der Affäre zog. Der Preis von Europa sorgte für viel Aufregung als Earl of Tinsdal, nach Behinderung durch Empoli und Meandre von der Rennleitung den zweiten Platz am grünen Tisch zugesprochen bekam und kurze Zeit später, nach einem Protest aus dem Umfeld von Meandre auf den dritten Platz zurückgestuft wurde. Für die nicht ganz rund laufende Saison wurden jedoch alle Beteiligten entschädigt, als Earl of Tinsdal in Mailand im Gran Premio del Jockey Club gegen den in 2013 bisher ungeschlagenen Biz the Nurse seinen dritten Gruppe-1-Sieg einfahren konnte.

In seine fünfte Saison startete der Earl erst im Großen Preis von Berlin wo er mit einem vierten Platz, als Saisondebütant, gegen bereits gelaufene Pferde einen guten Einstand gab. Es war aber seine stärkste Leistung und das spannenste Rennen als Sechsjähriger als er im Preis von Europa kurz vor dem Pfosten doch noch von Empoli überrannt wurde. Nur eine halbe Länge trennten die beiden im Ziel. Mit einem dritten Platz im Großen Preis von Bayern beendete er die Saison 2014.

Siebenjährig kam Earl of Tinsdal nur einmal an den Start. Mit einem vierten Platz im diesjährigen Gerling-Preis verabschiedet sich ein ebenso imposantes wie beständiges Rennpferd mit riesengroßem Kämpferherz von der Rennbahn. Seine vielen Fans werden ihn bestimmt vermissen.
 

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