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South Carolina verblüfft in Bad Harzburg

Vom Nobody zur Sensationssiegerin

Bad Harzburg 25. Juli 2015

Im wichtigsten Rennen der jüngeren Vergangenheit auf der Galopprennbahn in Bad Harzburg ereignete sich am Samstag die wohl größte Sensation der Rennwoche 2015: Denn bei vier Starts zuvor war die im Besitz des Stalles Oberlausitz (von Bwin-Chef Dr. Steffen Pfennigwerth) stehende und von Stefan Richter in Dresden trainierte dreijährige Stute South Carolina noch sieglos gewesen.

Doch im Jubiläumspreis der Braunschweigischen Landessparkasse – BBAG Auktionsrennen Bad Harzburg (37.000 Euro, 1.850 m) präsentierte sich die Kallisto-Tochter vor 9.100 Zuschauern bei teilweise heftigen Windböen völlig verwandelt.

Denn die 266:10-Riesenaußenseiterin lief der zumeist deutlich höher eingestuften Konkurrenz aus dem Vordertreffen mühelos davon, wobei ihr belgischer Jockey Stephen Hellyn (er trug zwei Kilo mehr als eigentlich gefordert) ihr ein perfektes Rennen servierte. Schon früh auf der Zielgeraden stand der mit 19.000 Euro honorierte Erfolg der bei der BBAG-Jährlingsauktion für 4.000 Euro zurückgekauften South Carolina fest, kein Konkurrent konnte ihrem Antritt folgen.

Trainer Stefan Richter, der sein viertes Auktionsrennen gewann, wirkte ebenfalls überrascht: „Mit einem dritten oder vierten Platz wären wir zufrieden gewesen, aber galoppieren kann sie. Wichtig ist, dass sie frei galoppieren kann. Ihr jüngstes Laufen in Hamburg konnte nicht stimmen. Wir steuern nun ein ähnliches Rennen in zwei Wochen in Hoppegarten an.“

Derby-Starter Shining Rules hielt sich mit hohem Gewicht als Zweiter bestens. „Die Strecke war zu kurz, und die Bahn ist auch nicht ideal für ihn“, versicherte Mitbesitzer Daniel Delius. Auch Sanandaj packte noch sehr gut an (Holger Faust: „Ich bin zufrieden, sie hat toll gekämpft“) und verdrängte den lange prominenten Favoriten Rabi auf Platz vier. „Der Kurs war nicht passend für ihn“, versicherte sein Trainer Markus Klug. Die Zweier- und Dreierwette zahlten mit über 7.000 Euro fast dieselbe Quote.

Gleich drei mit jeweils 20.000 Euro dotierte Superhandicaps (allesamt mit der Viererwette) standen besonders im Blickpunkt. Im Ausgleich II über 1.850 Meter avancierte Stall Dominiques Mr Beauregard (65:10) zum ersten Doppelsieger des Meetings. Für das wie entfesselt agierende Erfolgsteam Andre Best/Claudia Barsig war es schon der jeweils fünfte Treffer, und noch ein besonders lukrativer dazu. Aus dem Vordertreffen machte sich der Mitfavorit am Ende mit einem Kopf von Beagle Boy, der lange führenden Simplon und Calon Lad frei – die Viererwette bezahlte 56.185:10 Euro. „Für seinen Sieg im Verkaufsrennen hatte Mr Beauregard kein Aufgewicht bekommen. Wir waren mit viel Mumm ins Rennen gegangen. Und Andre Best hat einen Traumritt hingelegt, ihn schön an der Innenseite in Position gebracht“, kommentierte Trainergatte Gerd Barsig. 

Gleich eine halbe Stunde später gab es den sechsten Punkt für Andre Best und Claudia Barsig – mit dem unverwüstlichen Achtjährigen Renoir (44:10), der im 1.550 Meter-Ausgleich III mit viel Speed gegen Duch Master und Novacovic zum Zuge kam. „Da die Distanz nun wieder kürzer war, haben wir Scheuklappen angelegt. Es lief alles prima“, versicherte die Dresdener Erfolgstrainerin.

Im Superhandicap-Ausgleich III (20.000 Euro, Ausgleich IV, 1.850 m) ereignete sich ein Kuriosum, denn zwei Pferde teilten sich in totem Rennen den Sieg – Chrysanthus (Koen Clijmans war für Wladimir Panov eingesprungen; 297:10-Außenseiter aus dem Stall von Frank Lippitsch) und die von Uwe Schwinn trainierte Waculy (89:10, M. Pecheur). Kurz sah es danach aus, als könnte die Stute, die innen durchgestoßen war, allein gewinnen, aber der außen nie lockerlassende Chrysanthus gab den Kampf nie verloren und schaffte den Gleichstand.

„Waculy hätte bei besserem Rennverlauf allein den Sieg davongetragen, aber sie musste mehrere Stopps verkraften und musste daher von zu weit hinten kommen“, erläuterte Uwe Schwinn. Und Frank Lippitsch meinte: „Chrysanthus ist kein großes Reisepferd, daher spielte er zuletzt in Hamburg keine Rolle.“ Die Bahnspezialisten Opalin und Tremendous vervollständigten die Viererwette, die in beiden Varianten jeweils 296.540:10 bezahlte. Alle Wetter kamen von außerhalb der Bahn und kassierten mehr als 14.000 Euro. Stattliche 95.028,98 Euro wurden hier umgesetzt.

Im dritten und letzten Superhandicap (Ausgleich III, 20.000 Euro, 1.850 m) kam der mehrfach an unglücklichen Rennverläufen gescheiterte Motabaary (43:10-Favorit, D. Porcu) zu einem mehr als verdienten Erfolg. „Er hatte zweimal hintereinander so viel Pech. Auch heute war der Start nicht gut, aber als er auf der Zielgeraden außen anpackte, hatte ich früh ein gutes Gefühl“, gab Trainer Werner Glanz aus München zu.
Rock of Glenstal, der lange beste Aussichten hatte, die Vorjahressiegerin Bel et bien und Newton Lodge komplettierten die Viererwette, die 28.883:10 Euro brachte.

Eine verlockende Aufgabe fand der einstige Derby-Starter Open your Heart (15:10, M. Cadeddu) im einleitenden 2.400 Meter-Rennen vor. Schon im letzten Bogen wurde der von Henk Grewe trainierte Karlshofer nach vorne beordert und dort verabschiedete er sich locker von Fürst Twen und Theology. „Eigentlich hätte er zuletzt in Düsseldorf schon gewinnen können. Er muss noch mehr Vertrauen finden, wird aber von Rennen zu Rennen besser. Was wir nun machen, besprechen wir mit dem Trainer“, erklärte Holger Faust vom Gestüt Karlshof.

Nach dem guten Ehrenplatz in der Vorwoche landete der immerhin schon neunjährige Wallach Dome Rocket (31:10) mit dem jungen Robin Weber im Amateurreiten einen verdienten Erfolg. Sein Reiter wartete lange bis zur entscheidenden Attacke auf den führenden Banzai, kam dann noch sicher in Vorteil. Humpry warf seine Reiterin Corinna Tögel unmittelbar nach dem Start ab, nachdem der Sattel gerutscht war. „Dome Rocket hatte fast zwei Jahre lang keinen Cent verdient und nun wieder Vertrauen bekommen. Trainerin Katja Gernreich hat sich ein Kompliment verdient“, erklärte Mitbesitzer Heinz-Josef Theissen.


Nach drei Ehrenplätzen in Folge landete der im Besitz des holländischen Autohändlers Lucien van der Meulen stehende Haarib (27:10, St. Hellyn) aus dem Quartier von Anthonius Franzen in einer 1.200 Meter-Prüfung den vollauf verdienten Treffer. Am Ende beschleunigte der Favorit mächtig und zwang den ebenfalls in den Niederlanden beheimateten Tansfeeq und Alligator problemlos in die Knie. „Wir haben Haarib im Vorjahr in England gekauft. Er ist ein gutes Pferd und steuert nun bald einen Ausgleich III an“, so sein Eigner.



 

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